Novi Sad zu Gast im Chelsea

Wirklich groß vorstellen muss man die Band Novi Sad Kennern der heimischen Musikszene nicht mehr wirklich. Die fünfköpfige Formation rund um die Sängerin Evelyn Blumenau darf nach weit mehr als 20 Jahren im Geschäft durchaus als eine bedeutende Institution im österreichischen Musikzirkus betrachtet werden, auch weil es nicht allzu viele Bands wirklich schaffen in eine so späte Karrierephase vorzudringen. Warum gerade Novi Sad ein so lange Leben beschieden ist, liegt vor allem an der seit Anbeginn hohen Qualität ihrer Musik, die nie an irgendwelchen angesagten Sounds (dieser gab es in den letzten zwei Dekaden zu Hauf) angelehnt war, sondern immer ihren eigenständigen Charakter bewahrt hat. Nicht anders verhält es sich auf der im vergangenen Jahr erschienenen CD „Almond Trees & Roses“, auf der die Band einmal mehr alle ihre Stärken auf den Punkt bringen konnte. Das nächste Mal live zu erleben gibt es Novi Sad am 22. Jänner im Wiener Chelsea. Eröffnet wird der Konzertabend von der jungen und talentierten Singer-Songwriting/Indie-Folk/Chanson Formation Zaubernuss.

Hat es tatsächlich noch irgendeines letzten schlagenden Beweises für die besonderen songwriterischen Fähigkeiten von Novi Sad bedurft, so ist dieser mit ihrem Album „Almond Trees & Roses“ definitiv geliefert. Einmal mehr zeigt die fünfköpfige Wiener Truppe wie es geht, wie man Lieder aus den Ärmeln schüttelt, die vom ersten Moment an zünden, viel Atmosphäre entfalten und darüber hinaus überaus abwechslungsreich aus den Boxen schallen. Novi Sad waren ja noch nie eine Band, die sich auf einen einzelnen Stil versteift und uninspiriert alte Ideen immer wieder neu hervorgekramt hat. Alle ihre Lieder hatten stets ihren eigenen Charakter, ihre eigene Note, die zwischen Beschwingtheit und Melancholie ein doch recht weites Spektrum an Stimmungen abgedeckt hat.

Evelyn Blumenau und ihre Kollegen Manfred „moonday“ Scharf (Akkordeon), Paris 1914 (Gitarre), Robert „wurli“ Worel (Bass) und Stephan Lanner (Schlagzeug) wandeln wie schon in der Vergangenheit abseits jedes angepassten Mainstreamsounds auf eigenen musikalischen Pfaden. Mal verschlägt es die Wiener Band dabei in den akustischen Indie-Folk, mal lässt der Fünfer die Gitarren etwas lauter und rockiger werden, um im nächsten Moment dann plötzlich, einen Schwenk zu einem etwas mehr experimentelleren Songentwurf zu vollziehen. Hin und wieder klingen in leichten und wohl dosierten Ansätzen zudem Einflüsse aus Jazz und dem Klezmer durch, was dem Ganzen zusätzliche spannende Facetten verleiht. Erstmals in ihrer Geschichte wagen es Novi Sad auch, sich auf das Terrain des Wienerlieds zu begeben, der Versuch einer Stilerweiterung, der durchaus als gelungen zu bezeichnen ist.(mt)

Termine
22.01. Chelsea, Wien
24.01. TRAelier, Stockerau
22.02. Werkl, Wien

http://www.novisad.at/
http://www.chelsea.co.at/