NOISE TRANSMISSION – „dis-con-nec-ted“

Dass es die Grazer Band NOISE TRANSMISSION glänzend versteht, harte Musik mit experimentellem Anstrich in ein packendes Hörerlebnis zu verwandeln, hat sie schon auf ihrem 2016er Debüt „Meaning Pt​.​I​+​II“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit „dis-con-nec-ted“ (Grazil Records) folgt nun der zweite Streich der Truppe rund um den Musiker KARL STEINPATZ. Und einmal mehr ist es das Spiel mit musikalischen Gegensätzen, das diesen Release zu etwas Besonderem macht.

Albumcover „dis-con-nec-ted“

Eines lässt sich über die Grazer Band Noise Transmission auf jeden Fall sagen, sie hat über die Jahre definitiv eine wirklich unverkennbare musikalische Sprache entwickelt. Den eigenen Stil irgendwo zwischen Post-Rock, Sludge-Metal, Industrial, Elektronik verortend, verwirklicht die fünfköpfige Truppe rund um den Gitarristen, Sänger und Songwriter Karl Steinplatz seit Anbeginn einen Klang, in dem alles passieren kann und der vor allem mit einer ungemein großen musikalischen Vielfalt gepaart mit einem ausgesprochen gelungenen Wechselspiel zwischen den Intensitäten punktet. Nicht anders verhält es sich auch auf dem zweiten Output der hörbar experimentierfreudigen Band.

Der vielleicht größte Unterschied zum Debüt liegt vermutlich in der Entstehung des neuen Albums. Anders als bisher stammen die Nummern dieses Mal nicht nur ausschließlich aus der Feder von Karl Steinpatz, sondern sind im Zuge gemeinsamer Proben mit Beteiligung aller entstanden. Ein Umstand, den man schon auch etwas durchhört, zeigen sich die neuen Nummern in ihren Arrangements, in ihrem Gesamtbild doch noch feingliedriger und detaillierter ausgearbeitet, als noch davor.

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Sonst haben Karl Steinpatz und seine Mitmusiker Michael Wallner (Stimme, Gitarre), Sebastian Eibel (Stimme, Gitarre), Markus Seethaler (Bass) und Stefan Gößler (Schlagzeug) auf Altbewährtes vertraut, auf sich mächtig auftürmende Gitarren-Soundwände, sphärische Passagen, düster-maschinelle Industrial-Klänge, kalten Synthie-Sounds, heftige Noiseattacken, hymnenhafte Refrains und, und, und. Was Noise Transmission wirklich exzellent beherrschen, ist, diese verschiedenen Elemente in spannungsgeladene musikalische Bögen zu übersetzen und mit viel Atmosphäre und Tiefgang aufzuladen. Egal, ob es nun laut und heftig zugeht, ein leiser und geheimnisvoller Ton angeschlagen wird oder Melancholie und Zerbrechlichkeit Einzug hält, die Songs entwickeln eine seltsame Anziehungskraft, ein Sog, der einen unaufhaltsam in das Geschehenen hineinzieht.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Noise Transmission mit „dis-con-nec-ted“ auf jeden Fall ein dickes Ausrufezeichen setzen, eines, das in der Szene mit Sicherheit nicht unbemerkt bleiben wird. Es ist einfach zu stark, womit die Band um Karl Steinpatz hier musikalisch auffährt.

Michael Ternai

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Grazil Records