
Wolfgang Moitz, Rupert Pfundner und Andreas Safer lassen instrumententechnisch fast nichts aus, denn die Multiinstrumentalisten singen nicht nur so harmonisch, dass Kärntner Chöre blass werden, sondern sie vergreifen sich auch hemmungslos an Geigen, Quetschen, Dudelsäcken, Maultrommeln, Mandolinen, Gitarren, Harps und Bass. Das Trio verwendet außerdem „Nasenflöten“, und das nicht nur als geniale Apparaturen für Stimmbildungsübungen. Der Wunder nicht genug bringen sie Sägen zum Singen.
„Ans is imma nu gaungan“
Auf dem Album wechseln herzhafte und gekonnt gespielte Instrumentalstücke à la Volkstanzprobe mit österreichischen Singer-Songwriter-Stücken ab. Letztere erhalten allerdings durch den Einsatz eines speziellen Instrumentencocktails eine außergewöhnliche Note. Gesungen wird im Dialekt, manches frech und experimentell rhythmisch verpackt, aber ungerade Rhythmen und Taktanzahl sind vielmehr in europäischer originärer Volksmusik verwurzelt, als manch einer, der sich beim Studium des Jazz mit Patternverschiebungen etc. plagt, vermutet.

Verliebtsein meets humorvolles Unter-den-Tisch-Trinklied, Boarisch-Landlerisches trifft auf geshuffelten Bluesrock, vorwiegend Eigenkompositionen werden gewürzt mit einer Prise Traditionals („Stajara/Sunade di Salars“ beispielsweise) und davon abgesehen erörtert man das Thema „herzensbrechender Flamencospieler“ mit gebührender Inbrunst.
„Olle samma Noarn!“
Diese Scheibe bietet eine bunte, humorvolle, gschmackige Mischung aus echter, frisch komponierter Volksmusik (geigen- und flötenreich) und interessantem Dialektsongwriting. Sie überzeugt auch durch die Professionalität, mit der die Instrumente gespielt werden. „Aniada A Noar“ bedeutet „Ein jeder ein Narr“, aber man muss kein Narr sein, um zu empfehlen, da mal ordentlich reinzuhören und sich mitreißen zu lassen von der Lust, die in dieser neuen Volksmusik steckt.
Alexandra Leitner
Link:
Aniada a Noar