„Money on his mind “- SALUTE im mica-Porträt

Der Wiener SALUTE ist schon seit langem mehr als nur ein kurzweiliger Hype. Spätestens seit 2014, als sein Remix des bekannten SAM SMITH-Songs „Money On My Mind“ herauskam, ist er zu einem der vielversprechendsten Nachwuchs-Produzenten Österreichs und über die Ländergrenzen hinaus avanciert. Im August erschien seine letzte EP“ My Heart“, darunter auch einige Gastauftritte von ABRA oder D.R.A.M . Im Moment konzentriert sich der Wahlbrite mehr auf Auftritte mit Live-Band. Ein Debüt Album steht noch aus.

Alles begann im Netz. Angetrieben durch die unbegrenzten technischen Möglichkeiten der digitalen Musikproduktion und deren ständig wucherndes Potential. Sein Soundcloud-Account als digitale Visitenkarte. Ein Insider-Tipp im Internet. Ein paar Mixes und Kommentare später hatte er auch diejenigen ohne W-Lan Router von sich überzeugt. Ein gut arrangierter Remix von Sam Smiths“ Money on my Mind“ und die Follower kamen von selbst. 64k monatliche Follower auf Spotify und 25k auf Soundcloud.  “Hypnotic, infectious and on repeat”, so wird seine Musik beschrieben.

Salute (c) Agnes Lloyd-Platt

Salute aka. Felix Nayo ist ein exemplarisches Beispiel für einen zeitgenössischen Jungproduzenten zwischen Bedroom-Producing, Clubkultur und musikalischer Selbstfindung. Der wesentliche Inspirationsfundus am Anfang aber noch ein paar Meilen von Daheim entfernt. Die Bassculture zwischen UK und US. Die Sounds und Strömungen einer ständig bewegten Musikkultur. Auf Faszination folgt Tat. Der inzwischen 20jährige lebt nun in Brighton um zu studieren. Dabei ist er seinen künstlerischen Visionen definitiv schon einen geographischen Schritt näher. Seitdem befindet er sich in einem nie enden wollenden Dialog mit der britischen Clubkultur: Bass, Grime, Trap, Strömungen die seinen Output zwar maßgeblich beeinflussen, das Resultat dabei aber trotzdem nicht an Eigenständigkeit einbüßt.

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Nach der Debüt-EP „Lionheart“ 2013 erschien im August 2016 dann schließlich das 7-Track Mini-Album „My Heart, der finale Schritt vor dem immer noch heiß erwarteten Debüt. Es dokumentiert Salutes Bedürfnis seine unterschiedlichsten musikalischen Facetten zu zeigen. Den Willen zur ständigen künstlerischen Transformation. Auf der Suche nach dem eigenen Sound, außerhalb der Skizze. Ein Showcase der musikalischen Schattierungen zwischen RnB, Gospel, Rock etc. Dabei geht es nicht darum Genre-Hypes aufzugreifen, sondern vielmehr die eigene musikalische Sozialisierung zu reflektieren. Er hat dabei keine Angst die vermeintlichen Trennlinien dazwischen zu überschreiten. Möglicherweise ein Resultat der digitalen Beat-Produktion. Die internationale Presse bezeichnet den Wiener Beat-Konstrukteur inzwischen schon als “the british producer“ und das Label AUT lässt sich nur mehr auf den zweiten Blick im Insta-Feed erkennen. Selbst beschreibt er sich in einem Interview als „guy who makes music on his laptop for shits and giggles. Salute zeigt damit auf exemplarische Weise, dass er auch international funktionieren kann. Und das sehr gut.

Ada Karlbauer

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