Mili.Maria Gstättner: Liebes Fagott – Lustspiel in drei Akten

Mili.Maria Gstättner:  Liebes Fagott – Lustspiel in drei Akten

Am 21. November kommt es in der Wiener Sargfabrik zu einem Aufeinandertreffen von Musik und Literatur, wie es in dieser Art und Weise nicht alltäglich ist. Unter dem Titel “Liebes Fagott – Lustspiel in drei Akten” vertont die Musikerin Mili Maria Gstättner Texte von Gioconda Belli mit verzaubernden, ungewohnten und leichten Fagottklängen. Unterstützt wird die junge Steirerin von Francisco Mignone, Tristan Schulze und Judith Unterpertinger.

Das Aufeinandertreffen von Musik und Literatur ist in seiner Konzeption nicht wirklich etwas Neues. Dass dabei aber das Fagott in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt wird, sehr wohl. Was eigentlich verwunderlich scheint, ist das Klangspektrum dieses Instrumentes doch überaus facettenreich. Eine Musikerin, die das Spiel am Fagott mehr als nur meisterlich beherrscht, ist Mili Maria Gstättner. Die warmen und gefühlvollen Töne, die sie diesem Blasinstrument zu entlocken weiß, zeugt von einer atemberaubenden Virtuosität.

 

Das musikalische Handwerk erlernte die gebürtige Steirerin an der Wiener Musikuniversität. Bei der Ausbildung lag ihr Hauptaugenmerk noch vorwiegend auf dem Bereich der Klassik. Nach diversen Engagements in verschiedenen Orchestern führte der Weg der ehemaligen Tokyo-Foundation Stipendiatin schließlich an das Akademietheater, wo sich die Musikerin vermehrt mit den darstellenden Künsten auseinander zu setzen begann.

 

Das Werk “Liebes Fagott – Lustspiel in drei Akten” besticht durch die vollkommen unterschiedlichen Ansätze der einzelnen Akte. Die Texte, welche aus dem Sammelband von Gioconda Belli “Wenn du mich lieben willst” stammen, verarbeiten “innere wie äußere Gefühlsberichte einer Frau, die unverdrossen ihrem Seelenwohl entgegengeht und unerbittlich an ihren Sehnsüchten wie Wünschen festhält, sie bedingungslos lebt”.

 

Das Fagott mit all seiner Klangvielfalt ermöglicht eine in die Tiefe gehende, ausdruckstarke und überaus intensive Umsetzung des vorgegebenen Themas. Francisco Mignone, Tristan Schulze und  Judith Unterpertinger verleihen dabei jedem einzelnen Teil dessen unverkennbaren Charakter. In diesem Spannungsfeld erscheint Gstättner ganz in ihrem Element. Je nach Stimmung versucht sie mittels der Improvisation, neue Formen und Wege zu begehen und diese nach deren Möglichkeiten auszuloten.

 

Das Publikum kann sich auf jeden Fall auf einen abwechslungsreichen und spannenden Konzertabend, der mit Sicherheit zahlreiche Überraschungen und Wendungen zu bieten hat, gefasst machen.(mt)

 

Foto Mili.Maria Gstättner: Ditz Fejer

 

 

Mili.Maria Gstättner
Sargfabrik