
Lauscht man sich durch die Nummern des Debüts von La Fons, wird eines sofort klar. Man hat es hier mit einer Formation zu tun, die sich ganz bewusst nicht an den Schema-F Strukturen des Pop entlang hanteln will. Vielmehr haben der Gitarrist und Elektroniker Alfons Bauernfeind und seine Kollegin, die Sängerin Nina Brunner, eine ganz eigene Vorstellung von einer Klangästhetik im Kopf, eine, die stilistisch in keinster Weise in einer der vorgefertigten stilistischen Schubladen hineinpassen will. Das Wiener Duo verfolgt einen ganz eigenen Ansatz, einen, der vor allem seine Ausdruck in einer hörbaren Eigenwilligkeit ihren Ausdruck findet.
Irgendwo zwischen sanften Gitarrenmelodien, teils ungewöhnlichen elektronischen Sounds, experimentellen Klängen und verspielten Beats aus dem Computer agierend, jonglieren La Fons behutsam und eher in dezenter Form mit den ihnen zur Verfügung stehenden Versatzstücken, um diese anschließend auf eine sehr kunstvolle Art wieder neu zusammenzufügen. Ein Prozess, der bei jedem Song ein anderes Ergebnis liefert, wodurch es auch keinerlei Wiederholungen gibt. Eine jede Nummer steht für sich und besitzt einen eigenen Charakter. Was dem Wiener Duo besonders leicht von der Hand zu gehen scheint, ist, die Lieder mit Stimmungen und Atmosphäre aufzuladen, ihnen eine solche Tiefe zu verleihen, die heute in der Popmusik nur noch selten anzutreffen ist. Man fühlt sich aufgefordert, sich näher mit dem Gehörten zu befassen, es einfach wirken zu lassen, um es auch wirklich in seiner Gesamtheit fassen zu können. Bleibt zu hoffen, dass man von dieser Band auch in Zukunft noch so einiges zu hören bekommen wird. (mt)
La Fons