LAN REX – RETURN RECESS

Kompakt, aber auch vielschichtig – so präsentiert sich die neue EP von LAN REX „return recess“ (Tender Matter; VÖ: 14.03.). Genregrenzen spielen auf dieser nicht wirklich eine Rolle. Jedes Lied steht für sich selbst, und doch bildet die EP ein großes Ganzes.

Hinter Lan Rex steckt Lens Kühleitner. Kreativ beheimatet ist Kühleitner in den Bereichen Tanz, Performance und Theater – und das hört man. „return recess“ ist nach „Absatz 1“ und „C“ bereits die dritte EP, die Lan Rex mit Tender Matter veröffentlicht. Eine Kontinuität zu den vorhergegangenen Projekten lässt sich durchaus erkennen. Aber gleichzeitig präsentiert sich „return recess“ als ein weiterer Entwicklungsschritt von Lan Rex als Artist. Gearbeitet wird überwiegend mit Synthesizer, repetitiven Mustern, Loops und Drum-Elementen. Techno-Beats spiegeln den Einfluss des Tanzes stark wider und laden dazu ein, sich mit der Musik mitzubewegen. Wave-Elemente geben dem Ganzen eine Fluidität – nichts ist statisch, die Musik ist immer in Bewegung. Verbunden wird das Ganze durch den immer einprägsamen Gesang von Lan Rex. Auf konventionelle Elemente wird größtenteils verzichtet. Der gesungene Text wird in Einzelteile zerlegt, manche Passagen werden wiederholt, andere werden bewusst ausgelassen. Häufig wird die Stimme auch gelayerd, wodurch eine besondere Räumlichkeit entsteht, die nach oben hin offen erscheint. Der tiefere Sinn wird nicht plakativ präsentiert – er ist verborgen, aber dennoch spürbar und vor allem hörbar.

Die EP besteht aus vier Liedern, von denen jedes seine ganz individuelle Geschichte erzählt. Thematisch werden unter anderem die körperliche Selbstwahrnehmung, der Zustand, sich beim Tanzen selbst zu beobachten, aber auch Trauer und Verlust behandelt. Besonders sticht „hagenau re-tuned“ hervor, als erster deutschsprachig gesungener Song von Lan Rex. Darin geht es um die Jugend von Lan Rex, welche durch die Klaviermelodie klanglich dargestellt wird. Der Einsatz des Cellos, gespielt von Pheno Wischer, verleiht dem Stück eine Dramaturgie, die zwischen Sehnsucht und Flucht oszilliert. Doch eines ist klar: Diese Zeit wird in derselben Form nicht wieder kommen.

„return recess“ präsentiert sich als klanglich spannende Reise. Mit nur 15 Minuten Laufzeit mag sie kurz erscheinen, doch nach dem Durchhören hat man viel erlebt. Die EP ist vielschichtig und komplex, geht aber dennoch ins Ohr. Sie zeigt, wie sich Lan Rex künstlerisch weiterentwickelt hat und macht Lust auf mehr.

Ylva Hintersteiner

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