
Kosmotron haben ihre ganz klare Vorstellung davon, wie sie den Jazz erklingen lassen wollen. Auf keinen Fall soll er den sonst so praktizierten Mustern folgen, vielmehr ist es den sieben Musikern wichtig, dass ihr Sound dieser einen bestimmten, für ihre Band so typischen Note ist. Was nichts anderes bedeutet, dass dieser sich sehr vielschichtig und stilistisch zu allen Seiten hin offen zeigt. Nikolaj Fuchs (Bass), Florian Oberhummer (Fender Rhodes, Moog), Christian Meschtscherjakov (Saxophon, Flöte), Hans Huber (Gitarre), Johannes Huber (Gitarre), Lukas Kreuzberger (Perkussion) und Klaus Sauli (Schlagzeug) schlüpfen in ihrem Tun quasi gemeinsam in die Rolle von Grenzgängern, die keinerlei Scheu zeigen, sich auch verstärkt anderen Spielform anzunähern und Elemente dieser in ihre eigene Klangsprache einfließen zu lassen.
Dieser Art lässt das Salzburger Kollektiv Stücke entstehen, die ihren Ausdruck vor allem in einer großen musikalischen Vielfalt finden. Irgendwo im Spannungsfeld zwischen modernem Jazz, Funk, Rock, Reggae, Disco und Afrobeat agierend, formen sich die sieben Instrumentalisten aus den verschiedenen Versatzstücken etwas musikalisch sehr Lebendiges und auch sehr Stimmungsvolles. Ihre von weiten Spannungsbögen getragenen und in detailreich ausgearbeitete Arrangements gebetteten Melodien erzeugen viel Atmosphäre und sorgen durch ihr hohes Maß an spontaner Verspieltheit für immerwährende Abwechslung.
Wiewohl die Kompositionen durchgehend doch sehr herausfordernder Natur sind, gelingt es den beteiligten alles immer im Fluss zu halten. Allzu kopflastig oder sperrig wird es erfreulicherweise selten bis gar nicht. Die Musik von Kosmotron bleibt für die Hörerschaft stets zugänglich und lädt diese auch ein, sich mit ihr näher und intensiver zu befassen. Es macht einfach Spaß, der Musik dieses Ensembles zu lauschen, weil sie ebenso unterhält, wie sie auch den Geist fordert. Die besten Voraussetzungen für einen spannenden Musikabend also. (mt)