Platzkonzerte: Ash My Love

Dass man sich nicht unbedingt in der Perfektion üben muss, um einfach gute Musik zu machen, das stellt unter anderen das Wiener Duo Ash My Love unter Beweis. Andreas Dauböck und Ursula Winterauer, die beiden Köpfe hinter diesem Bandprojekt, erheben die musikalische Einfachheit zum übergeordneten Motto ihres Schaffens, sie scheren sich recht wenig um einen klaren Sound und lassen auch sonst alles irgendwie ungehobelt und unrund klingen, was aber genau den besonderen Reiz ihrer Songs ausmacht. Die nächste Gelegenheit, das Zweiergespann live zu erleben, gibt es am 9. August im Rahmen der sommerlichen Platzkonzerte im Wiener WUK.

Weniger ist oft mehr, zumindest scheint die der Leitgedanke bei Ash My Love zu sein. Auf große und ausufernde musikalische Experimente verzichten Andreas Dauböck und Ursula Winterauer, wie auch auf ihrer vor wenigen Wochen erschienenen EP “Love” zu hören ist, ganz bewusst. Vielmehr besinnen sich die beiden auf das Wesentliche und kommen ohne Umschweife auf den Punkt. Es wird gerockt, mit der Attitüde des Punks, eigenwillig, simpel und mit genügend Ecken und Kanten. Die musikalische Inspiration aus dem Delta Blues beziehend, entwirft das Wiener Zweiergespann einen Sound, der, alles andere als eines perfekten Klanges, in diesem Fall ausnahmsweise wirklich erfrischend unkonventionell und mainstreamuntauglich aus den Boxen schallt.

Und genau aus dieser Unangepasstheit erwächst auch die besondere Stärke der Songs von Ash My Love. Ihnen ist diese ganz bestimmte Note inne, die Assoziationen und Bilder im Kopf des Hörers entstehen lässt. Lauscht man den Nummern, ist es so, als befände man sich auf einer Reise durch den schwülen und dampfenden Süden der USA. Alles ist irgendwie heruntergekommen, ein wenig dreckig und  verwahrlost.

Die Stimmung der Musik des Wiener Duos ist einer eher melancholischen und düsteren Natur, jedoch nie einer kitschig traurigen, weil eben doch immer ein gewisses Augenzwinkern dabei ist. Erstaunlich ist auch, dass trotz der wenigen musikalischen Ingredienzen alles doch sehr abwechslungsreich erklingt. Andreas Dauböck und Ursula Winterauer verlieren sich nicht in Wiederholungen, vielmehr verstehen sie es, von Song zu Song immer andere Akzente zu setzen, was die ganze Sache im Ergebnis auch zu einer sehr spannenden und überaus unterhaltsamen macht.  Bleibt nur noch zu hoffen, dass man auch in Zukunft noch einiges von dieser Band zu hören bekommt. (mt)

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