Konzert mit Otto Lechner im Wiener Museumsquartier

Bevor sich der Akkordeonist Otto Lechner kommende Woche gemeinsam mit dem Ensemble Windhund auf eine ausgedehnte musikalische Reise in Richtung Ostafrika begibt, verabschiedet er sich am 28. Juni beim Afrika-Container im Hof des Wiener Museumsquartiers von den heimischen Musikliebhabern mit einem seiner beliebten Konzerte. Passend der Titel der Veranstaltung.  „Kwa heri“, was nichts anderes bedeutet wie Auf Wiedersehen auf Swahili.

Otto Lechner wird nachgesagt, dass er zu jenen Musikerin zählt, die das Akkordeon in Österreich wieder populär gemacht haben. Der 1954 in Melk geborene Musiker ist bereits in seiner frühen Jugend erblindet, erlernte aber aufgrund seiner autodidaktischen Fähigkeiten, innerhalb kürzester Zeit unterschiedlichste Instrumente zu spielen. Seine musikalische Karriere begann er in der Begleitband des Kabarettisten Josef Hader. Anschließend arbeitete Lechner für diverse Theaterproduktionen, wie etwa am Burgtheater, sowohl als Komponist wie auch als Musiker.

Vor etwa zwanzig Jahren verlagerte sich der Lebensmittelpunkt des Akkordeonisten nach Wien, wo er seitdem die Musikszene durch sein vielfältiges Schaffen bereichert. Aber nicht nur in Österreich hat sich der gebürtige Niederösterreicher über alle Maßen verdient gemacht. Als Virtuose am Akkordeon geniest Otto Lechner inzwischen auch international hohes Ansehen. So etwa wurde ihm vor wenigen Jahren für sein Akkordeon-Soloprogramm “The Dark Side of the Accordeon” der begehrte National Radio Award der Australian Broadcasting Corporation verliehen.

Otto Lechner zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er die spielerischen Grenzen an seinem Akkordeon immer wieder neu definiert. Einschränkende Sichtweisen, wenn es darum geht, seine Ideen voll zur Entfaltung zu bringen, kennt er keine. Zu allen Seiten offen sein, lautet das Credo des inzwischen 66-jährigen. Es ist stets verblüffend, welche neuen Klänge er seinem Instrument entlockt, und dadurch seinen Kompositionen eine zusätzliche Dimension verleiht.

Der musikalische Fundus dessen sich der Wiener bedient, ist so vielfältig und facettenreich, dass es umso mehr verblüfft, mit welcher Leichtigkeit der Akkordeonspieler Wienerlied, Jazz, Walzer oder Blues in all ihren Spielarten zu vereinen vermag. So wechseln sich in kurzen Abstanden monumentale Melodiebögen und zerbrechlich filigran klingende Soundlandschaften mit reiner Improvisation ab. Diese Mischung lässt einen Spannungsboden entstehen, der dem Publikum mehr als nur einen Überraschungsmoment bietet.

Auch die Musikwelt Nord- und Ostafrikas ist dem Akkordeonisten und seinem Ensemble Windhund nicht fremd.  Gemeinsam mit seinen MitmusikerInnen Melissa Coleman, Mathias Jakišić, Karl Ritter und Peter Rosmanith, sowie dem  aus Sansibar stammenden Zumarihorn Duo Siga & Sekembuke unternimmt der Lechner den Versuch, europäische Musiktraditionen mit arabisch und afrikanisch inspirierten Klängen zu verschmelzen. In den kommenden Wochen geht es mit dem Ensemble Windhund nach Ostafrika auf eine ausgedehnte Konzertreise. Im Rahmen dieser besucht die Gruppe ein von LICHT FÜR DIE WELT unterstütztes Behindertenspital in Dar es Salaam, Tansania. (mt)

Otto Lechner