Die 38. Ausgabe von Wien Modern beginnt am Donnerstag, 30. Oktober 2025. Das Programm des ersten Festivaltags startet bereits um 10:00 Uhr im MAK mit Children’s Games von Francis Alÿs seiner faszinierenden Videoserie spielender Kinder zwischen Afghanistan, Mexiko und der Ukraine. Nach aufsehenerregenden Präsentationen vom Barbican London bis zur Art Basel sind die Videos nun als erste von heuer 59 Produktionen im Rahmen von Wien Modern für eine Woche im MAK zu sehen, mit einem Konzert des norwegischen Cikada Ensemble am 3. November. Ebenfalls zwischen Bildender Kunst und Musik und ebenfalls bis zum 6. November zugänglich ist die Installation Einander zärtlich zugewandt von Volkmar Klien, die um 19:00 Uhr auf der Feststiege des Wiener Konzerthauses zur Uraufführung kommt. Zum Eröffnungskonzert laden dann um 19:30 Uhr das ORF Radio-Symphonieorchester Wien und Vimbayi Kaziboni in den Großen Saal des Wiener Konzerthauses. Kaziboni ist der erste von zahlreichen Künstler:innen mit Wahlheimat Wien im Festivalprogramm. Gemeinsam mit George Lewis hat er die Eröffnung mit Musik afrodiasporischer Komponist:innen kuratiert. Auf dem Programm des heuer einzigen Orchesterkonzerts stehen Werke der Londonerin Hannah Kendall, des Schweizers Jessie Cox sowie von George Lewis selbst, der in New York City die renommierte Kompositionsabteilung der Columbia University leitet. Das Eröffnungswochenende steht nicht zuletzt im Zeichen des Arditti Quartet: Das für 2024 geplante Jubiläumsprojekt mit vier Konzerten zum 50-jährigen Bestehen wird nun 1:1 nachgeholt – mit den Quartetten von Arnold Schönberg, neuen Werken von Stefan Prins, Sarah Nemtsov, Chaya Czernowin und Hilda Paredes sowie Highlights der einzigartigen Arditti-Geschichte. Musikalisch unter komplett anderen Vorzeichen steht am Samstagabend, den 1. November, die erste „Party Modern“ in der Ottakringer Brauerei, die neben der Verleihung des Ernst Krenek Preises der Stadt Wien an die Wahlwienerin Angélica Castelló gleich vier Live-Auftritte von Gischt, drank_, broken • heart • collector und Bulbul beinhaltet. Insgesamt gibt es bis Ende November 44 Uraufführungen und 30 österreichische Erstaufführungen an 29 Spielstätten in 11 Bezirken zu hören und zu entdecken.
THE GREAT LEARNING | Neue Musik für die Stadt
Wien wächst, wird vielfältiger und vielstimmiger. The Great Learning begreift Lernen als gemeinsame Praxis des Zuhörens und Verstehens: zwischen Orchester und Installation, Film und Club, Theater und Stadt. Wien Modern feiert die Neugier und die Lust am Dazulernen – eine Einladung, Musik als offenes Gespräch über die Gegenwart zu erleben.
Wien Modern – Woche 1 im Detail
Vier Tage vor dem Eröffnungsabend gibt es einen Vorgeschmack auf das Festival: Am Sonntag, 26. Oktober, treffen im Gartenbaukino bei der gemeinsamen Erste Bank Filmmatinee von Wien Modern und der Viennale John Fords Stummfilmklassiker Three Bad Men (1926) und das Wiener Trio Blueblut aufeinander. Mit ihrem Live-Soundtrackvoller Fantasie, Witz, überraschender Sounds und großer Spielfreude bringen sie die Geschichte um Gut und Böse in einer wilden, rauen Gesellschaft mit vielen Zwischentönen in die Gegenwart.
Der Eröffnungstag der 38. Ausgabe von Wien Modern beginnt am Donnerstag, 30. Oktober um 10:00 Uhr im MAK. Bis 6. November ist dort zu den regulären Öffnungszeiten die Videoserie Children’s Games des belgisch-mexikanischen Künstlers Francis Alÿs zu sehen, eine berührende Sammlung von Filmaufnahmen spielender Kinder zwischen Mexiko, Afghanistan und der Ukraine. Am 3. November präsentiert das norwegische Cikada Ensemble vier zu den Filmen entstandene Auftragskompositionen, u. a. von Angélica Castelló.
Zurück zum Eröffnungstag – ab 19:00 Uhr lädt Volkmar Klien mit seiner neuen Installation Einander zärtlich zugewandt im Foyer und auf der Feststiege des Wiener Konzerthauses zu einer raumgreifenden Klangskulptur zwischen Maschine und Zärtlichkeit, quasi als Vorspiel zum offiziellen Eröffnungskonzert: Um 19:30 Uhr eröffnet im Großen Saal das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Vimbayi Kaziboni das Festival offiziell. Das Programm mit Werken von Hannah Kendall, Jessie Cox und George Lewis,letzterer heuer auch Co-Kurator von Wien Modern, feiert das Lernen als Bewegung: eine Musik über Empathie, Geschichte und das Lauschen als gesellschaftliche Haltung. Lewis ist Komponist, Wissenschaftler, KI-Pionier, Posaunist mit Free-Jazz-Geschichte und seit 1971 Mitglied der Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM).
Das legendäre Arditti Quartet kehrt am Freitag, 31. Oktober zurück zu Wien Modern. Das weltgrößte Projekt zu seinem 50-jährigen Bestehen musste im Vorjahr verletzungsbedingt verschoben werden, nun wird es in allen vier Teilen unverändert unter dem Titel Arditti 51 nachgeholt. Im ersten Konzert im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses stehen Arnold Schönbergs d-moll-Quartett op. 7 und die Uraufführung von Stefan Prins Cyborg Flesh für Streichquartett, E-Gitarre und Live-Elektronik auf dem Programm. Im Anschluss lädt die Bar Modern zum Wiedersehen mit dem Ensemble und zum Anstoßen auf ein nachgeholtes Jubiläum. Einzelkarten zu allen vier Konzerten sind bereits ausverkauft, der Festivalpass gilt als Eintrittskarte, solange der Platz reicht. Kommen Sie pünktlich!
Am Samstag, 1. November startet das Salzburger Ensemble NAMES im Dschungel Wienmit Klingende Dinge eine fantasievolle Klangexpedition für Kinder ab 3 Jahren, wo Teekannen, Ballons und Ping-Pong-Bälle zu Instrumenten werden. Am Abend kehrt das Arditti Quartet im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses mit dem zweiten Teil seiner großen Konzertreihe Arditti 51 zurück: Neben einem Streichquartett von Arnold Schönberg und Werken von Salvatore Sciarrino und der österreichischen Erstaufführungvon Sarah Nemtsovs Or Bahir steht der heuer überraschend verstorbene österreichische Komponist Peter Ablinger auf dem Programm. Danach zieht das Festival weiter nach Ottakring: Bei der ersten Party Modern in der Ottakringer Brauerei wird Angélica Castelló der Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien verliehen. Ihre elektroakustische Komposition F. Firefly (nothing) gibt den atmosphärischen Auftakt zu einer langen Nacht zwischen Konzert, Club und kollektiver Erfahrung. Eine erstaunliche Reihe von vier Live-Sets bringt nacheinander Gischt, drank_ (Ingrid Schmoliner / Alex Kranabetter plus Katharina Ernst und Anja F. Plaschg a. k. a. Soap & Skin), broken • heart • collector (mit Maja Osojnik und Susanna Gartmayer) sowie Bulbul auf die Bühne. DJ Ada (Labelkollegin von DJ Kozes Pampa Records) setzt den Schlusspunkt auf dem Dancefloor.
Der Sonntag, 2. November öffnet zwei neue Bühnenblicke: Im Theater an der Wien gibt die Einführungsmatinee zu Unsuk Chins Oper Alice in Wonderland Einblick in eine Welt zwischen Traum, Surrealismus und musikalischer Verwandlung – die Premiere folgt am 17. November. Parallel dazu verbindet das Duo Strings & Noise in der Alten Schmiede in Körper.exe menschliche und maschinelle Klangprozesse zu einer poetischen Technologie des Zuhörens. Im Reaktor präsentiert das Ensemble PHACE eine erste von mehreren Kammermusik-Totalen, mit allen drei Capricci von Wolfram Schurig – hochvirtuose Duos für den Zeichner Egon Goldner, den Schriftsteller Giorgio Manganelli und den Maler Gerhard Richter. Am Abend schließt sich im Brahms-Saal des Musikvereins das dritte Konzert der Reihe Arditti 51 an: Nach Schönberg ist u. a. die österreichische Erstaufführung von Chaya Czernowins Werk Ezov [Ysop] zu hören. Im Anschluss lädt das Quartett zum Gespräch.
Wien Modern 38
Heuer findet Wien Modern zum 38. Mal statt – einen Monat lang mit insgesamt 115 Veranstaltungen an 29 Spielstätten in 11 Wiener Bezirken. Das 1988 von Claudio Abbado gegründete Festival ist mit heuer 44 Uraufführungen und 30 österreichischen Erstaufführungen die größte Plattform zur inspirierenden Begegnung von Künstler:innen und Hörer:innen Neuer Musik aller Spielarten. Mit dem Festivalpass (135 € / 108 € / 54 €), dem Mengenrabatt (30 % Ersparnis ab vier Veranstaltungen) sowie zahlreichen kostenlosen Angeboten bietet das Festival Gelegenheit, die Gegenwart der Musik in all ihrer Vielfalt zu erleben. Ermöglicht wird Wien Modern von Stadt Wien Kultur und dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMKMS), Festivalsponsor Kapsch, Sponsor Erste Bank, Förderungen durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, die SKE der austro mechana, LSG, AKM sowie zahlreichen weiteren Förder-, Koproduktions- und Kooperationspartnern.
Link:
Wien Modern
