
Ja, über diese Truppe darf man schon ein paar Worte verlieren. Dass es She and the Junkies drauf haben, hat sich ja schon angedeutet. Spätestens seit der 2014er Debüt-EP weiß man über die Qualitäten dieser Band, die sich musikalisch doch um einiges eigenständiger positioniert als vieles, was sonst so aus dem Alternative-Umfeld kommt. Zunächst einmal lässt sich sagen, dass die Angepasstheit an den gesichtslosen und glatt gebügelten Indie-Pop in jenen Gefilden stattfindet, in denen sich She and the Junkies eben nicht aufhalten.
Vielmehr als der St. Pöltener Vierer sich in irgendeiner Art an einen aktuell angesagten Sound klammert, spielt er sich unbeirrt und scheinbar zwanglos durch die Rockgeschichte: ein wenig Siebzigerjahre-Flair hier, ein wenig punkige Attitüde da, dann wiederum ein kleiner Abstecher in den alternativ angehauchten Britpop, um sich von dort dann sogleich dem mehr Psychedelischen zuzuwenden. Es hat alles Hand und Fuß, was Andreas Grubner (Gesang, Bass), Dominik Boria (Gitarre) und die Gebrüder Leo (Schlagzeug) und Matthias (Keyboard) Ihrybauer da abliefern. Die wirklich sehr abwechslungsreichen Nummern zünden von der ersten Sekunde an, sie haben Kanten und treten richtig fein und rotzfrech in den Hintern.
Kein Schauspiel, einfach nur Rock

Mit ihrem Erstlingswerk setzt das niederösterreichische Vierergespann – das in den kommenden Wochen eine ausgedehnte UK-Tour in Angriff nimmt – auf jeden Fall setzt ein dickes und fettes Ausrufezeichen, das definitiv nicht unbemerkt bleiben wird.
Michael Ternai
She and the Junkies live
04.06. The Lighthouse, Deal (UK)
05.06. Forty Two, Worthing (UK)
06.06. The Golden Fleece, Nottingham (UK)
07.06. The Bierkeller, Leeds (UK)
09.06. The Red Lion BS5, Bristol (UK)
10.06. The Diamond, Sutton in Ashfield (UK)
11.06. Bannersman Bar, Edinburgh (UK)
12.06. The Shed, Leicester (UK)
13.06. Club Rock, Carlisle (UK)
14.06. The Railway Vue Pub, Cambridge (UK)