Bild Please Madame
Please Madame (c) Arne Müseler

Der Indie-Rock-Geheimtipp aus Salzburg – PLEASE MADAME im mica-Porträt

Von einer einfachen Band aus Salzburg zum ultimativen Geheimtipp der Indie-Rock-Szene Österreichs: PLEASE MADAME sind zwar in manchen Kreisen kaum bekannt, aber so talentiert, wie die vier sind, werden sie wohl bald aus der geheimen Ecke ins Rampenlicht treten.

2010 ins Leben gerufen, 2012 das erste Musikvideo auf der Internetplattform YouTube und nach drei Singles schließlich im Jahr 2015 auch das Debütalbum „Escape the Nest“ (Late Hour Records): Dominik Wendl (Gesang, Gitarre), Laurenz Strasser (Gitarre), Martin Pöheim (Bass) und Merlin Delic (Drums) haben sich seit ihrer Gründung wirklich entwickelt. In Salzburg gibt es viele Bands, manche bleiben bestehen, manche vergehen und wenige schaffen es, sich wie Please Madame österreichweit in einer Szene einen Namen zu machen. Die vierköpfige Band überzeugt ihr Publikum vor allem durch den grandiosen Gesang und die fetzig-fröhliche Stimmung, die jedes einzelne Lied verbreitet. Schon von Anfang an waren die Konzerte der vier sehr gut besucht, und dass es ihnen an Auftrittsmöglichkeiten fehlen würde, könnte man auch nicht sagen – nicht umsonst bekamen sie 2015 den Austrian Newcomer Award verliehen.

Vom Metalcore zum Indie-Rock

Als Please Madame beschlossen, gemeinsam als Band Musik zu machen, lebten sie mehr ihre Liebe zu der Metal-Band Metallica aus und verloren sich schließlich im Metalcore. Das änderte sich offensichtlich, denn das Musikvideo zu „Open Heaven“ aus dem Jahr 2012 ist ganz eindeutig Indie-Rock. Angelehnt an die britischen Bands The Kooks und Arctic Monkeys produziert die Gruppe bis heute dynamische, energievolle und laute Gute-Laune-Lieder, die immer mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht gesungen werden, wie man auf diversen Fotos von Liveauftritten sehen kann. Die Musiker verführen ihr Publikum zum Tanzen, Jubeln und Kreischen – sie wissen einfach, wie man ein Konzert einheizt. Auf ihren zahlreichen Touren durch das deutschsprachige Dreieck Österreich/Deutschland/Schweiz haben sie immer mehr Fans angesammelt und erfreuen sich mittlerweile an einer großen Bandbreite an Zuhörerinnen und Zuhörern.

Interessant ist der optische Wandel der Bandmitglieder, denn man merkt, dass sie in den letzten fünf Jahren erwachsen geworden sind: Vom strubbeligen, coolen Gymnasiasten-Look haben sie sich zu Hemd, Fliege und schwarze Hose tragenden Erwachsenen entwickelt. Der Sound der Musik ist auch cleaner geworden, er hat sich sozusagen an den Look angepasst. Kurz gesagt: Please Madame reifen heran und ihr Ziel, im Radio zu laufen, wird sicherlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wer jetzt denkt, dass der Reifungsprozess der Band ihre Bühnenperformance beeinflusst hat, täuscht sich jedoch: In den Jahren, in denen die Gruppe nun live spielt, hat sich nichts an den kraftvollen, spannenden und vollkommen verrückten Auftritten geändert. Wenn man sich das so ansieht, verwundert es teilweise, woher die jungen Männer all die Energie nehmen, denn neben ihrem musikalischen Schaffen arbeiten und studieren sie auch – „um die Mamas zufriedenzustellen“, wie sie es auf ihrer Facebook-Seite letztens gepostet haben.

Mehr und mehr arbeiten sich die vier in der Szene nach oben – diesen Sommer werden sie auf diversen Festivals spielen, wie zum Beispiel dem Nova Rock, was für eine Band wie Please Madame die perfekte Möglichkeit ist, sich in der Indie-Szene zu etablieren. Man darf gespannt sein, was man in den nächsten Jahren von der Band hören und sehen wird, denn eines ist klar: Sie fing ganz unten an und ist am besten Weg nach ganz oben.

Antonia Seierl

Please Madame live
09.06. Stadtfest, Saalfeld (DE)
10.06. Nova Rock, Nickelsdorf
24.06. Donauinselfest, Wien
15.07. Come2gether Festival, Witzenhausen (DE)
16.07. Woods Festival, Taiskirchen

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