Das RSO in seiner Existenz bedroht

mica – music austria hat folgenden Brief zum Thema Bedrohung des Radio-Symphonieorchesters an ExponentInnen des österreichischen Musiklebens mit der Bitte um Stellungnahme versandt. Die Reaktionen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens auf der Website des mica-music austria veröffentlicht.


Sehr geehrte Damen und Herren,

 
an mica – music austria werden von Institutionen und Einzelpersonen Besorgnis erregende Informationen zum Thema Bedrohung des RSO mit der Bitte um Publizierung herangetragen:
 
Neuerdings wird von involvierten Entscheidungsbefugten im Zusammenhang mit dem RSO nicht mehr von “Ausgliederung”, sondern nur noch von “Auflösung” gesprochen. Diese alarmierende Umwandlung entspricht in keiner Weise den kürzlich gemachten Zusicherungen.

Offenbar wird aber diese Entwicklung von der Öffentlichkeit und all jenen Gremien, die bis dato für den Erhalt des RSO optiert haben, nicht registriert oder hinterfragt. Das aber kann von jenen, die das RSO abschaffen wollen, als Desinteresse am Erhalt dieses Ensembles interpretiert werden. Es wären also dringend Erklärungen erforderlich, welche die Unverzichtbarkeit dieses Orchesters untermauern.

1. Die international unbestrittene Qualität des RSO und dessen spezifisches Repertoire, das – im Gegensatz zu allen anderen Orchestern – die Vielfalt der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts in allen ästhetischen Facetten abdeckt.

2. Der Kulturauftrag des ORF als öffentlich rechtlicher Rundfunk wird von keiner seiner Abteilungen in dem Ausmaß erfüllt wie vom RSO. Vor allem durch dieses Orchester gewinnt der ORF kulturellen Mehrwert und internationale Reputation. Es ist also völlig verfehlt, zu behaupten, das RSO brächte dem ORF keinen Gewinn, denn Gewinn rekrutiert sich nicht nur aus Geldsummen. Überdies identifiziert die Bezeichnung RSO das Ensemble eindeutig als Rundfunkorchester.

3. Das Musikleben Österreichs würde auf dem Gebiet der Instrumentalmusik ohne das RSO gravierend verarmen, denn nur dieses betreut kontinuierlich – also nicht nur punktuell – neben dem internationalen vor allem das österreichische zeitgenössische Musikschaffen, und zwar nicht nur auf Uraufführungen fokussiert.

4. Durch die EBU (European Broadcasting Union) wird dank des RSO von Fall zu Fall das österreichische Orchesterrepertoire des 20. und 21. Jahrhunderts weit über die Landesgrenzen verbreitet. Auch das ist dem Ansehen des ORF nur von Nutzen.

5. Der Verzicht des ORF auf alle diese vom RSO erbrachten Leistungen und Werte gliche einer kulturellen Bankrotterklärung dieser öffentlich rechtlichen Anstalt.

Unter www.onlinepetition.at gibt es die Möglichkeit, eine Petition zur Rettung des RSO zu unterzeichnen.


RSO – Radio-Symphonieorchester

http://rso.orf.at/