
„Der deutsche Rap hat seinen Glanz verloren, dann beginnen wir halt ganz von vorn“, heißt es in einer Zeile des neuen Tracks „Tapetenwechsel“ – eine Aussage, die eigentlich schon die Richtung vorgibt und auch das musikalische Ziel des jungen Salzburgers definiert. Dame, der vor ein paar Jahren mit Gamesongs zu Spielen wie „Call of Duty“ und „World of Warcraft“ zu erster Bekanntheit gelangt ist, versucht sich an einer Erneuerung des deutschen Hip-Hops, der, natürlich mit einigen Ausnahmen, in den letzten Jahren doch viel von seiner musikalischen Strahl- und Schlagkraft verloren und längst in der Mitte des Mainstreams Eingang gefunden hat. Er ist irgendwie austauschbar, beliebig und stumpf geworden. Es ist oftmals bloß nur noch das oberflächliche und durchschaubare Spiel mit der Provokation, mit der manche von sich reden machen können.
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Erneuerer des deutschsprachigen Hip Hops
Natürlich will auch Dame anecken und die Augen öffnen, und natürlich dient auch bei ihm die Provokation als Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch wenn man schon auffallen und große Worte schwingen will, dann kann man das auch mit Niveau, Stil und vor allem Tiefe machen. Der 24-Jährige hat etwas zu sagen, er hat eine Message, die er an die Frau bzw. den Mann bringen will, und dazu benötigt er nicht unbedingt den Vorschlaghammer. Sein Zugang ist ein subtilerer, seine Texte und Rhymes anspruchsvoller, sein Auftreten generell glaubwürdiger.
Wie sehr Dame mit seinem Stil und seinem Umgang mit dem von ihm mit Elementen aus dem Soul und Pop versetzten Sound ankommt, zeigt auf sehr eindrucksvolle Art der große Zuspruch der Fans auf YouTube. Sage und schreibe über 50.000.000 Klicks konnte der Rapper mittlerweile mit seinen Songs generieren, seinem Kanal folgen knapp 250.000 AbonnentInnen, das sind Zahlen, mit denen er sogar manche Größe des internationalen Popzirkus weit hinter sich lässt. Das muss ihm einmal jemand nachmachen.
Michael Ternai
Michael Ternai