
Eines kann man nach dem Durchhören von „Soul City“ auf jeden Fall sagen: Der musikalischen Vielfalt setzt die Innsbrucker Band Blushing Melons keinerlei Schranken. Linja Meller (Gesang, Gitarre, Trompete, Banjo), Gianluca Crepaldi (Gitarre, Gesang), Claudia Neudecker (Gitarre), Valerie Meller (Violine), Marina Schneeberger (Percussion), Vincent Obwegeser (Bass, Banjo, Melodica) und Wolfgang Kurz (Schlagzeug), die sieben Köpfe hinter dieser Truppe, spielen sich mit einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit durch die unterschiedlichsten Klanglandschaften, dass es eine wahre Freude ist. An einer Stelle gibt man sich mal eher rockiger und lässt die Gitarre etwas lauter werden, dann wiederum stimmt man den Blues an, um sich im nächsten Moment auch schon dem akustischen Folk oder Country zuzuwenden. Stilistisch wirklich eindeutig benennbar ist das von Blushing Melons zu Gehör Gebrachte also nicht.
Die Suche nach einem eigenständigen und zeitlosen Sound

Die verträumten Melodien, die durchdachten Arrangements, die zwischen den Bandmitgliedern aufgeteilte Gesangsarbeit, die poetischen Texte, die erfrischend ungekünstelte Art der Beteiligten, die erfreulicherweise nicht glattpolierte Produktion, alles fügt sich fern jeder Oberflächlichkeit zu einem sehr stimmungsvollen und facettenreichen Gesamtbild zusammen. Es macht schlicht und einfach Spaß, den Songs von Blushing Melons zu lauschen, sie wissen zu berühren und zu unterhalten, und das nicht auf eine banale, sondern auf eine tiefgründige Weise. Und genau dieser Aspekt macht letztlich den entscheidenden Unterschied zu vielen anderen uninspirierten schablonenhaften Pop/Rockversuchen aus.
Michael Ternai
Blushing Melons