Am 19. Juni im Rahmen der im Wiener Fluc stattfindenden Konzertreihe WHERE HAS JAZZ GONE? zu Gast ist mit dem Max Nagl Trio eine Formation, die einst den Versuch unternommen hat, über die Neubearbeitung der Musik der britischen Artpoplegende Robert Wyatt eine Brücke vom zeitgenössischen Jazz hin zur Popmusik zu schlagen. Ein Vorhaben, das aufgrund der durch die Bank positiven nationalen und internationalen Reaktionen, als überaus geglückt bezeichnet werden kann. Verewigt wurden die Stücke auf dem 2006 erschienenen Album „Market Rasen“, das, obwohl schon einige Jahre auf dem Buckel, immer noch zu den Klassikern der jüngeren österreichischen Jazzgeschichte zählt.
Gegründet wurde das Trio von Max Nagl genau eben zu diesem einen Anlass. Angeregt von Klaus Nüchtern, der zu dieser Zeit sein Label Handsemmel Records aus der Taufe hob, machte sich der in Gmunden geborene Saxophonist kurzerhand daran, einige Nummern des von ihm hochgeschätzten Robert Wyatt auf seine ganz eigene Art neu zu überarbeiten. Mit dem Ergebnis, dass der Mitbegründer der wegweisenden Band Soft Machine von Max Nagls Interpretation seiner Songs so sehr begeistert war, dass er den Saxophonisten, Bandleader und Komponisten gemeinsam mit seinen Mitmusikern Clemens Wenger (Keyboards) und Herbert Pirker (Schlagzeug) zu dem von ihm kuratierten Frankfurter Jazzfestival einlud. Laut dem 1960 geborenen österreichischen Musiker meinte die britische Artpopikone zu ihm, dass das Trio „seine Stücke so spiele, wie er sie auch spielen würde, hätte er ein Trio“. Eine Aussage, die quasi einem Ritterschlag gleichkommt.
Max Nagl wagte sich bei der Produktion von „Market Rasen“ vermutlich so nahe an die Popmusik heran, wie er es davor noch nicht getan hatte. Der für seine musikalische Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit bekannte Saxophonist, der sich in seiner Karriere schon in allen Genres einmal versucht hat, beschränkte sich in der Neubearbeitung klarerweise nicht alleine auf das einfache Nachspielen der Stücke. Vielmehr hatte er im Sinn, diese in einer neuen Form, und zwar in einer des zeitgenössischen Jazz, aufgehen zu lassen, was ihm mit Hilfe seiner beiden Kollegen der Jazzwerkstatt Wien auch in beeindruckender Form gelang. (mt)
Max Nagl Trio © Fluc