Velory Linus im Chelsea

Noch handelt es sich bei dem Rock-Duo Velory Linus um eine Art Geheimtipp. Was eigentlich schade ist, denn die Songs der Wiener Band besitzen durchwegs hohe Qualität. Bis diese aber auf einer CD zu finden sind, muss sich das Publikum vorerst noch mit Konzerten begnügen, was sich aber auch durchaus hören lassen kann. Die nächste Gelegenheit sich mit dem Zweier anzufreunden, gibt es am 5. Juni im Wiener Gürtellokal Chelsea.

Eines lässt sich beim besten Willen nicht verneinen. Rockbands gibt es in Österreich inzwischen wie Sand am Meer. Dass Masse aber nicht immer Klasse bedeutet, ist leider ebenfalls eine unumstößliche Tatsache. Die Zahl der Bands, die durchwegs mit qualitativ hochwertigen und innovativen Veröffentlichungen auf sich aufmerksam machen können, hält sich daher in einem eher überschaubaren Rahmen. Eine Band, die aber durchaus das Potential hat, Eingang in diesen erlauchten Kreis zu finden, ist die Wiener Formation Velory Linus.

 

Hinter diesem mysteriösen Namen verbergen sich der Sänger, Gitarrist, Soundmaler und Mastermind Oliver Linus sowie der Schlagzeuger Franz Löchinger. Es ist nicht so, als hätten die Beiden das Rad vollkommen neu erfunden, aber man kommt beim Durchhören ihrer Songs nicht umhin festzustellen, dass diese das gewisse Etwas besitzen. So kombiniert die Truppe die besten Momente des Rocks mit sanfter Elektronik und wuchtigen Pianoakkorden. Dabei verzichtet man fast vollständig auf alt bewährte Popkonzeptionen und gibt sich teils verträumt, teils richtig heftig. Die Songs beginnen zumeist recht ruhig, verdichten sich aber von Sekunde zu Sekunde und finden ihren Höhepunkt in einem atmosphärisch dramatischen und abwechslungsreichen Wechselspiel zwischen großen Melodien und treibenden Rhythmen. Zudem gewinnen die Lieder durch Oliver Linus` ausdrucksstarke Stimme zusätzliche Tiefe.

 

Überhaupt scheint Dramatik wesentlicher Bestandteil der Musik des Duos zu sein. Ein Umstand der durchaus vermuten lässt, dass in den CD-Sammlungen der beiden Musiker nicht nur ein Werk der britischen Rockgötter Muse steht. Aber um ehrlich zu sein, man kann wirklich schlechtere Vorbilder haben. Alles was zum vollkommenen Glück eigentlich noch fehlt, ist ein komplettes Album, welches, glaubt man den Worten von Velory Linus, nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Auch live vermag die Band zu überzeugen. Dem Duo gelingt es, die Energie ihrer Musik nahezu eins zu eins auf die Bühne zu übertragen, was zur Freude des Publikums wohl auch im Chelsea der Fall sein wird.
Michael Ternai

 

 

Velory Linus
Chelsea

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