St. Pöltener Jazzherbst 07

Auch heuer erwartet Jazzliebhaber bei St. Pöltener Jazzherbst ein abwechslungsreiches und auserlesenes Musikprogramm. Ab 9. Oktober werden zahlreiche Bands aus dem In- und Ausland die Bühne des Musikcafes Egon bevölkern, um dem Publikum wie schon die letzten Jahren in einem kleinen und intimen Rahmen das Genre näher zu bringen.

Wie bei anderen Jazzfestivals des Landes werden auch St. Pöltener Jazzherbst nicht mehr bloß reine Jazzbands in das Programm aufgenommen. Generell besteht der Trend, auch Vertretern genreverwandter Musikstile, die Möglichkeit zu geben, sich einem Fachpublikum zu präsentieren. Hält doch der Jazz bereits in fast allen Musikstilen Einzug. Zahlreiche junge Künstler/Innen nehmen Anleihen im Jazz, um diese in ihre Kompositionen einfließen zu lassen. Natürlich steht aber der Jazz immer noch im Vordergrund, dennoch wagt der Veranstalter auch Ausflüge in den Klezmer, den Soul und die Elektronik. Mit dieser Offenheit ist es gelungen, ein äußerst facettenreiches, abwechslungsreiches und sehr interessantes Programm auf die Beine zu stellen.

 

Leider musste der geplante Eröffnungs-Act Trikaal leider kurzfristig absagen, was aber an der Qualität der übrigen Ensembles nichts ändert. So etwa ist mit dem Nenad Vasilic Quartett eine hierzulande bereits recht bekannte Formation am Start. Der seit 11. Jahren in Wien lebende preisgekrönte Musiker versteht es immer aufs Neue mit seiner spritzigen Mischung aus folkloristischen Klängen des Balkans und Jazz das Publikum zu begeistern. Der Künstler selbst meint, seine Musik sei gleichzeitig Jazz, Ethno, Klassik, Improvisation, Rock, Worldmusik und Trash.

 

Ein weiterer Höhepunkt des Festivals ist mit Sicherheit das Konzert von Vera Love am 17. November. Die amerikanische Soulsängerin, deren musikalische Wurzeln im R´n´B, Soul und Black-Gospel liegen, gilt als absolute Powerfrau der Branche. In ihrer langen Karriere hat sie mit klingenden Namen wie Ray Charles, Louis Armstrong, Oskar Klein, Stevie Wonder und sämtlichen Größen des traditionellen Jazz zusammengearbeitet.

 

In St. Pölten wird aber auch brandneues zu hören sein. So nutzt die Band ihren Auftritt im Cafe Egon für die Präsentation ihrer neuen CD “We look back but we look good”, welche vom Sound her irgendwo zwischen Pop, Electronic, Jazz, Rock und Disco angesiedelt ist. Damit nicht genug. Zudem werden noch die PP Funk Familiy, das Diknu Schneeberger Trio, die Bakshish Brassband und Männerschlacht + K3 auf der Bühne zu sehen bzw. zu hören sein. Für Leute, die auch abseits der ganz großen Festivals, für qualitativ hochwertige Musik zu begeistern sind, ist der St. Pöltener Jazzherbst genau das Richtige.(mt)

 

 

Musikcafe Egon

http://www.musikcafe-egon.at/