Die beim Publikum inzwischen sehr beliebten Platzkonzerte im Wiener WUK bieten den ganzen Sommer hindurch immer wieder echte Leckerbissen aus der vielfältigen österreichischen Musikszene. So auch am 25. Juli. Mit Son of the Velvet Rat ist am Freitag der im Moment vielleicht interessanteste heimische Singer/Songwriter auf der Bühne zu sehen.
Schon lange bevor Georg Altziebler mit Son of the Velvet Rat so für Furore sorgen konnte, war er musikalisch tätig. Doch von allzu großem Erfolg waren seine Gastspiele bei den beiden Bands Pure Laine und Bloom 05 nicht geprägt. 2004 beschloss der Sänger und Gitarrist schließlich, es auf eigene Faust zu versuchen und gründete im Alleingang Son of the Velvet Rat. Eine richtige Entscheidung, entpuppte sich der Musiker doch als wahres Songwriter-Talent. Nahezu spielerisch gelang es ihm, eine hervorragende Nummer nach der anderen aus dem Ärmel zu schütteln. Stilistisch ist die Musik von Son of the Velvet Rat am ehesten als Alternative Folk / Country zu bezeichnen. Die Einflüsse reichen von Leonard Cohen, den Tindersticks über Townes van Zandt bis zu hin Will Oldham oder Nick Drake. So ist es auch wenig verwunderlich, dass das aktuelle Album “Loss & Love” in Nashville, Tennessee aufgenommen wurde.
Mit Ken Coomer, dem Ex-Drummer der legendären US-amerikanischen Band Wilco, ist Georg Altziebler eine international anerkannte Größe zur Seite gestanden. Dieser fungierte nicht nur als Produzent, sondern übernahm sogleich auch den Part des Schlagzeugers. Ken Coomer bewegte Georg Altziebler dazu, mit Hilfe eines erweiterten Instrumentariums auch das musikalische Spektrum zu verbreitern. Standen auf dem ebenfalls hoch gelobten Debütalbum “Playground” alleine Gitarre, Bass, Mundharmonika und Stimme im Vordergrund, finden sich auf “Loss & Love” Sound-Raritäten wie zum Beispiel ein Optigan (aus den 70ern, quasi der Vorgänger von klassischen Sampling Machines), ein Cello oder eine Hammond Orgel.
Den letzten Schliff erhielt das Album durch den Mix von Charlie Brocco, der auch schon mit Giganten wie B.B.King und den Talking Heads zusammen gearbeitet hat. Die Mühe hat sich durchaus gelohnt. Entstanden sind 14 melancholisch-geheimnisvolle Stücke, die, sparsam instrumentiert, eine äußerst gelungene Kombination von europäischem Neo-Folk-Chanson und Alternative Country darstellen. “Loss & Love” belegt eindrucksvoll, warum Kritiker Georg Altziebler im Moment zu den besten Singer/Songwritern des Landes zählen. Die Platzkonzerte bieten eine hervorragende Gelegenheit, sich von der Qualität von Son of the Velvet Rat zu überzeugen. Zudem dürfen sich die BesucherInnen auf das eine oder andere neue Stück freuen. Denn wie man hört, ist ein neues Album bereits aufgenommen und wartet nur noch auf die Veröffentlichung. (mt)
Foto Georg Altziebler © H. Binder

