
Hört man sich einmal durch die insgesamt fünf Stücke der CD durch, so fragt man sich im ersten Moment an schon, was das denn sein soll. Denn so richtig lässt sich das Ganze nicht einordnen. Gibt man der Musik des Trios aber die Zeit, sich zu setzen, erwächst es letztlich dann doch zu einem richtigen Hörerlebnis. Zugegeben, zu einem der etwas anderen Art, aber doch überaus unterhaltsamen. Fast schon genüsslich und mit hörbarem Humor räumen Olaf Rupp (Elektrische Gitarre), Matthias Müller (Posaune) und Rudi Fischerlehner (Schlagzeug) mit so ziemlich allen musikalischen, wie stilistischen Definitionsmustern richtig auf. Es werden Wege beschritten, die wirklich überall hinführen, nur nicht in das Gewöhnliche. Die Art wie von allen Scheuklappen befreit agierende Dreiergespann mit den Begriffen Free Impro, Jazz, Elektronik und Rock zu jonglieren weiß, wie es all die unterschiedlichen und vermeintlich entgegengesetzten Spielformen alleine mit ihrem analogen Instrumentarium für ihre eigenen Klangvorstellungen umzumodeln versteht und in einem an Nuancen ungemein reichen Gesamtsound aufgehen lässt, offenbart sich die höchste Kunst des freien Spiels.
Bewusst versuchen Rupp, Müller und Fischerlehner Fährten zu legen, um im nächsten Moment mit spontanen und überraschenden Wendungen zu verblüffen. Das Schöne an den Stücken des deutsch-österreichischen Dreiers ist, dass sie ihre Geheimnisse niemals schon mit dem ersten Ton preisgeben, sondern vielmehr diese sich erst nach und nach offenbaren. Die Musik rumpelt ordentlich vor sich hin, wirkt aber gerade aus diesem Grund ab einem bestimmten Zeitpunkt regelrecht hypnotisch und auch anziehend. Irgendwie fühlt man sich gezwungen, trotz aller Komplexität, sich der Herausforderung zu stellen, die CD vom Anfang bis zum Ende durchzuhören. Eine Reaktion, die sich mit Sicherheit nicht bei vielen Veröffentlichungen zeigt. (mt)