Porträt: Dominik Nostitz

Frisches Lokalkolorit braucht die Stadt! Dass zumindest im achten Wiener Gemeindebezirk stets ein frischer Wind weht, dafür sorgt seit einigen Jahren Dominik Nostitz. Als künstlerische Homebase hat er Mitten in der Josefstadt, genauer gesagt in der Piaristenstraße Nummer 60 die „Agentur 08“ gegründet, wo sich sei dem Jahr 2002 diverse Musiker, Maler, Literaten und Lebenskünstler jeglicher Art die Klinke in die Hand geben. In der gemütlichen Location dominiert die künstlerische Vielfältigkeit; angefangen von Lesungen, Konzerten, Vernissagen, Filmprojektionen als auch komplett neuartigen Kulturversuchen in-und ausländischer Künstler, wird hier nichts gescheut . Ebenso vielfältig wie das Programm beschreibt sich auch das Leben des Vereinsleiters Dominik Nostitz, der sein eigenes kreatives Schaffen nun aus der Senke geholt hat und bald sein erstes Album präsentieren wird.

Neben seiner Arbeit als Kulturmanager ist der Nostitz nämlich auch als eifriger und leidenschaftlicher Musiker tätig. Als Autodidakt hat er sich das Gitarre spielen in jungen Jahren selbst beigebracht. Zum 16. Geburtstag eine Klampfe in die Hand gedrückt bekommen, dauerte es nicht lange, bis die ersten Akkorde perfekt in den Fingern saßen. Und weil Dominik Nostitz auch schon damals kein Mann der komplizierten Taten war, wurde nicht lange gefackelt und sogleich die Welt unsicher gemacht. Zwischen 1992 und 1994 ging es also per Autostopp auf musikalische Wanderschaft in große europäische Metropolen wie Paris, Rom und London. Als Straßenmusiker hat er sicher nicht auf allzu großem Fuß gelebt, an Abenteuern und Erfahrungen ist er jedoch auf alle Fälle reicher als so manch anderer. So hat Nostitz neben neuen Bekanntschaften ebenso neue Musik kennen gelernt. Italienisches, französisches und amerikanisches Liedgut wurden zu wichtigen Reisesouvenirs, haben sich regelrecht in das Gedächtnis des Musikers eingebrannt und sorgen für anständigen Input beim Kreieren eigener Songs. Meist jazzig verspielt, gewürzt mit soliden Funk-Einschlägen; so in etwa könnte man den Sound dieses Mannes beschreiben. Der Grenzgänger in musikalischen Territorien ist gerade wohl deshalb kein unbekanntes Gesicht mehr in der heimischen Szene.

Vor allem durch sein Zusammenspiel mit der österreichischen Trompeter-Ikone Franz Hautzinger, hat ihn wohl der Ein oder Andere schon mal auf der Bühne live erleben können. Nebenher zeigt sich der Musiker als passionierter Kulturschaffender. Neben seinen Aktionen in der „Agentur 08“, werden auch andere Freiräume Wiens für interkulturelle Initiativen genutzt. Einer der letzten Spielzüge war etwa das Projekt „Straßen einmal anders“, wobei hier diverse Wiener Straßennamen aus dem statischen Rahmen gerissen wurden und durch Neudeutungen individuelle Inszenierungen erfuhren. So wurde etwa die Polgarstraße kurzzeitig zur Polkastraße umgetauft und mit ebenjenem Genre in Sachen Tanz und Musikbeschallung aufgefrischt. Und beim „picnic sur la rue“ etwa, wurde die Josefstädter Straße mal ebenso mit einem Rasen begrünt, sodass das Publikum nebst selbstgebrachten Jausen im Freien musikalischen Genüssen frönen konnte.

Dominik Nostitz-Suchen und Senden by mica

Trotz der freigeistlichen Eckdaten im Nostitzschen Lebenslauf, finden sich hier und da auch etwas seriöser gestaltete Zeitabschnitte. Zu erwähnen wäre hierbei ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaft, inklusive juristischer Tätigkeiten in mehreren Kanzleien. Wie gut, dass Dominik Nostitz nicht hinter hochgestapelten Akten am Schreibtisch verloren gegangen ist, sondern stattdessen lieber auf den Beislbühnen Wiens mit Präsenz glänzt. Selbst in einigen österreichischen Justizanstalten hat der Mann schon aufgespielt. Ob er in einem der Häfn auch ein Konzert bezüglich des Releases seines ersten Albums geben wird, steht aber noch nicht fest. Klar ist hingegen, dass gerade eifrigst an einer eigenen Platte gebastelt wird. Dank Fördermittel des Österreichischen Musikfonds wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis Diese der ungeduldigen Hörerschaft präsentiert werden kann. Soviel sei verraten, das Debüt wird den Titel „Streets of Domsongs“ tragen.

Solange die Platte noch in Arbeit ist, sind Auftritte des Künstlers rar gesät. Aber kleine Ausnahmen bestätigen nun mal die Regel. Deshalb wird Dominik Nostitz am 29. 10. im Rabenhof zugunsten des Integrationshauses Wien die Saiten erklingen lassen und neben weiteren Acts wie Nino aus Wien, Gebrüder Marx, Violetta Parisini, Willi Restarits und vielen mehr durch einen sehr bunten Abend führen. Eben im Sinne des Wiener Lokalkolorits. (bw)

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