Projektausschreibung 2015: „Vom Entdecken der Hände – Gesten, Posen und Gebärden“

Musik aktuell – neue musik in nö ist eine Förderschiene des Landes Niederösterreich, um Musik unserer Zeit noch besser regional zu platzieren. Die Projektausschreibung „Vom Entdecken der Hände“ wird vom Verein Musikfabrik NÖ in Zusammenarbeit mit der Musikwissenschafterin, Musikjournalistin und Artist in residence 2015 Irene Suchy durchgeführt (Kooperationspartner: Donauuniversität Krems). Ausgangspunkt der Ausschreibung ist die „Geste, jene Körperbewegung, die Musik erklingen lässt. Denn wir wissen, dass unsere Körper sprechen.“

Gesucht sind Programme (Konzerte, Vermittlungsprojekte, Workshops…) zu einer der folgenden Thematiken:

Gestik in der Musik als kompositorisches Element
Verlangen kompositorische Strukturen nach optischer Verdeutlichung durch Gesten? Fugen, Rondo, Call and Response, Solopassagen – all das kann durch Gesten verstärkt werden. DirigentIn und Mitwirkende führen in ihrer Interaktion die Gestik weiter, ignorieren, missverstehen, beantworten sie oder deuten sie um. Gefragt sind Musikstücke, die die Verdeutlichung von Strukturen in Gestik und Choreographie in sich tragen. Die Grenze zu Kabarett, Performance, Sketch liegt nahe.

Gestik in der künstlerischen Performance
Die Körpersprache der Künstler, die Kleidung, das Bühnen-Setup, die Inszenierung bestimmter Musikstile wie Hip Hop oder Rap sind geprägt durch die Gestik. Denkbar sind eine Entkoppelung von Gestik und bestehender Musik und die Integration von Gestik in eine neue Komposition. Gefragt sind Programme, die erst durch unterstützende Gestik zu einer umfassenden Botschaft werden oder deren Botschaft eine bewusste Verneinung jeglicher gestischer Artikulation ist.
 
Bewusst in die Komposition eingebaute Gesten
Gerade in der zeitgenössischen Musik finden sich Werke, die eine bestimmte Gestik der Ausübenden vorschreiben. Gesten werden verstanden als Mittel zur Klangerzeugung sowie in einem narrativen Zusammenhang: Das erboste Aufhören, das beleidigte Begleiten, das trotzige Beharren auf einem Motiv, der eitle Führungsanspruch. Gefragt sind Stücke, deren Partitur gestische Spielanweisungen beinhaltet.
 
Musik in Verbindung mit darstellender Kunst
Gefragt sind Musikstücke in Verbindungen mit darstellender Kunst: Pantomime, Puppenspiel, Gebärdensprache, Akrobatik, Theater, Oper, Performances, in denen die Geste zur Musik Malerei erzeugt, in denen die Musik übertragen, gebärdet, übersetzt wird.
 
Das Genre bestimmt die Gestik
Ein Ensemble verwendet Gesten, die das Genre verlangt:  ob Rap-, Hip Hop- oder Gospel-Ensemble – eine besondere Bewusstwerdung entsteht durch das Entkoppeln und Neu-Verbinden von Gestik und Genre. Gefragt sind Musikstücke, die sich mit genrespezifischen Gesten vielfältig auseinandersetzen.
 
Die Bewegung des Körpers erzeugt die Musik
Klatschen, Schnipsen, Mund-Percussion, Tisch-Percussion, Body-Percussion, der Klang eines Kartenspiels, die Haut als Stromleiter, das Spiel auf dem Theremin etc. Gefragt sind Musikstücke, die im weitesten Sinn Körpermusik sind.

Die Einreichung bitte per Post bis spätestens 10. Juli 2014 an:
Musikfabrik NÖ, Wilhelmstraße 29, 3430 Tulln
Irene Suchy wird aus allen Einreichungen eine Auswahl treffen, welche dem künstlerischen Beirat von musik aktuell vorgelegt wird.
Ausgewählte Projekte werden verschiedenen Veranstaltern in Niederösterreich angeboten, welche bis Ende Oktober 2014 ihr Interesse an der Umsetzung eines Projekts bekunden.

http://musikfabrik.at/ausschreibung.html
http://gesten.wix.com/gesten