Das Gehen, das aufmerksame Spazieren, die Bewegung, im wörtlichen aber auch im übertragenen Sinn, stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Musikverein Festivals. Inspiriert wiederum durch ein Objekt aus den Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien lädt „Beethovens Spazierstock“ zu einer ereignisreichen Tour durch die Musikgeschichte. Die Werke dieser musikalischen Reise werden sowohl von prominenten Gästen als auch von heimischen Spitzenklangkörpern und -künstler:innen präsentiert. Und das „Festival im Festival“ „night flowers“, das im Vorjahr seine erfolgreiche Premiere feierte, öffnet unter seinem Kurator Marino Formenti wieder die Türen zu zeitgenössischen Klangräumen.
Von 17. April bis 3. Mai 2026 findet das diesjährige Musikverein Festival statt. Inspirationsobjekt aus den Sammlungen war ein Spazierstock Ludwig van Beethovens, der Symbol für die Festivalthemen Bewegung, Reisen und Heimat ist. Eröffnet wird das Festival mit einem Konzert der Wiener Philharmoniker unter Sir Simon Rattle, später wird Andris Nelsons, derzeit Fokuskünstler des Musikvereins, am Pult des Orchesters stehen. Zu prominenten Gästen zählen die Staatskapelle Berlin unter Christian Thielemann, die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko und das London Symphony Orchestra unter Sir Antonio Pappano. Die Wiener Symphoniker sind unter Mirga Gražinytė-Tyla und Santtu-Matias Rouvali zu erleben. Petr Popelka lädt mit Mitgliedern seines Orchesters wieder in die „Hör-Bar“. Das Orchester Wiener Akademie, der Wiener Concert-Verein, das Ensemble Wien, das Ensemble Kontrapunkte und das Black Page Orchestra sind ebenso mit von der Partie wie die Geigerin Vilde Frang, der Bratschist Antoine Tamestit, der Cellist Gautier Capuçon sowie die Pianisten Denis Kozhukhin, Francesco Piemontesi und Kirill Gerstein sowie die Sänger:innen Andrè Schuen, Julia Kleiter, Konstantin Krimmel und Wiebke Lehmkuhl.

Literarisch widmen sich den Festivalthemen Bewegung, Reisen und Heimat in den Neuen Sälen etwa der Autor Saša Stanišić, außerdem Markus Meyer, Max Müller, Michael Dangl und Regina Fritsch, und auchKooperationsprojekte mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien sowie Programme für Kinder und Familien runden den Veranstaltungsreigen von „Beethovens Spazierstock“ ab.
Wörtlich umgesetzt wird die Bewegung mit Mauricio Kagels Musikperformance „Eine Brise. Flüchtige Aktion für 111 Radfahrer“ am 18. April, die gleichzeitig Prolog zu der von Marino Formenti kuratierten Reihe „night flowers“ ist, in der nach ausgewählten Konzerten des Festivals u. a. Kompositionen von John Luther Adams, Philip Glass, John Cage und Jennifer Walshe erklingen.
Stephan Pauly, Intendant des Musikvereins: „Wie schon in den vergangenen Saisonen war es wieder ein Objekt aus unseren Sammlungen, das die Richtung für unser Frühlingsfestival vorgab: ein Spazierstock Beethovens, der sich seit 1906 im Besitz der Gesellschaft der Musikfreunde befindet. Es steht aber keineswegs nur Musik des Vielgehers Beethoven auf dem Programm, sondern eine unglaubliche Fülle an Musik und Literatur, die sich den Themen Bewegung, Reisen und Heimat in den Interpretationen hochkarätiger Künstler:innen widmet und auch zur aktiven Bewegung des Geistes einlädt.“
Nähere Infos sind auf der Website des Musikvereins abrufbar.
