Vor wenigen Monaten haben Metalyceé ihr neues Album “It Is Not” veröffentlicht, das von seiner Qualität her nahtlos an den grandiosen Vorgänger aus dem Vorjahr anschließt. Manche Kritiker sprechen sogar von einer der wichtigsten Veröffentlichungen heimischer Elektronikmusik in diesem Jahr. Am 9. September ist die Band um Sängerin Melita Jurisic auf der Bühne des Wiener Fluc zu Gast.
Eine Band wie Metalycée in eine bestimmte Kategorie einzuordnen, ist eigentlich unmöglich. Dafür beschreitet der Fünfer musikalisch einen Weg, der nur schwer in die gängige Stildefinitionen passt. Schon auf ihrem Debütalbum “Another White Album” gab die Band mit ihrer wilden Mischung, die nahezu alle Facetten extremer Musik miteinbezog, die Richtung vor. Man mag sogar soweit gehen die Musik als eine Art elektronischen Heavy Metal zu bezeichnen. Deutlich sind die Anleihen von den frühen Godflesh und Melvins zu vernehmen. Dazu bestechen die Tracks mit einem ausgeprägten experimentellen Charakter, der durch den sehr schräg klingenden Gesang von Melita Jurisic verstärkt wird. Klanglich haben Metalyceé ihre ganz eigene Soundwelt zusammengestellt – schwer, kalt, vertrackt und mit elektronischen Einwürfen an den passenden Stellen.
Auch die übrigen MusikerInnen sind in der heimischen Szene keine Unbekannten mehr. So sorgen Nik Hummer und Armin Steiner von Thilges3 für die elektronischen Versatzstücke, Bernhard Breuer von Tumido rührt das Schlagzeug und der eigentlich aus der Impro-Szene stammende Matija Schellander ist für den Bass zuständig. Nach nunmehr drei Plattenveröffentlichungen und beständigem Konzertieren sind Metalyceé zu einem fixen Bestandteil der österreichischen Experimental/Noise Szene geworden. Die Wiener haben jedenfalls eine neue Form der Härte ohne Brutalität erfunden. Ähnlich diversen Drone-Bands ist hier nicht Geschwindigkeit das Kriterium sondern die Tiefe – und das auf allen Ebenen.
Leider muss für das anstehende Konzert Sängerin Melita Jurisic, aufgrund eines Engagements in ihrer Heimat Australien, passen. Davon lassen sich Metalycée aber nicht beeindrucken und tragen ihre Lieder in instrumentaler Form vor, was natürlich auch seinen Reiz hat. (mt)

