Mit „Dachsteinklang“ zeichnet Marie-Theres Härtel ein musikalisches Bild der Dachsteinregion, das weit über eine bloße Liebeserklärung an die Berge hinausgeht. Das Werk entstand im Rahmen des von Werner Schrempf initiierten La Strada-Projekts–Projekts „Signal vom Dachstein“ und verbindet persönliche Erinnerungen mit einem offenen Blick auf die Gegenwart.
Härtel ist mit alpenländischer Volksmusik aufgewachsen, sie kennt deren Klang von klein auf. Auf diesem Album greift sie diese Wurzeln auf, ohne sie einfach zu wiederholen. Stattdessen führt sie sie in neue Zusammenhänge. Volksmusik trifft auf kammermusikalische Formen und jazzige Elemente, jedoch ganz selbstverständlich und ohne stilistische Schubladen. Das Ergebnis ist eine eigenständige musikalische Sprache, erzählerisch und klar, mit weiten Bögen und vielen Stimmungswechseln.
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Die acht Stücke – von der „Dachstein Ouvertüre“ bis zu „Almsommer“ – sind wie einzelne Geschichten. Manche Passagen wirken kraftvoll und drängend, andere ruhig und beinahe verträumt.
Immer wieder werden vertraute Motive leicht verändert oder bewusst aufgebrochen. Gerade diese behutsame Neuinterpretation des Traditionellen macht den Reiz des Albums aus. Es entsteht ein abwechslungsreiches Hörerlebnis, das sowohl die Weite der Berglandschaft als auch die Enge der Täler spürbar macht.
Das siebenköpfige Ensemble, allesamt erfahrene Musiker:innen mit starkem Bezug zum Jazz, gestaltet diese Musik mit viel Gespür für Klang und Dynamik. Die ungewöhnliche Besetzung sorgt für einen vielschichtigen Sound, der sich zwischen warmen Streicherfarben und markanten Bläserklängen bewegt. Dabei bleibt alles transparent und nachvollziehbar.
Aufgenommen wurde das Album im alten Frienerhof in Ramsau. Musiker:innen und Tonmeister befanden sich im selben Raum, was der Aufnahme eine besondere Nähe verleiht. Man hört die gemeinsame Atmosphäre, das Atmen und Reagieren aufeinander. „Dachsteinklang“ ist so zu einer stimmigen, zeitgemäßen Auseinandersetzung mit alpiner Volksmusik geworden – verwurzelt in der Region und doch offen für neue Perspektiven.
Die Dachsteinband
Johannes Dickbauer (AUT) – Violine, Schwegel
Barbara Grahor-Vovk (SLO) – Viola, Violine, Schwegel
Marie-Theres Härtel (AUT) – Viola, Schwegel
Florian Trübsbach (DE) – Saxophon, Flöte, Klarinette, Oboe, Schwegel
Andreas Tschopp (CH) – Posaune, Schwegel, Kuduhorn
Johannes Bär (AUT) – Tuba, Trompete, Posaune, Schwegel
Andreas Kurz (DE) – Bass, Schwegel
Michael Ternai
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