Vor rund zwei Jahren landete die Wiener Sängerin Madita mit ihrem gleichnamigen Debüt-Album mehr als nur einen Achtungserfolg. Kritiker wie das Publikum waren gleichermaßen vom anspruchsvollen Pop der Wienerin angetan. Mit “Too” legt die Sängerin nun ihr zweites Album vor, dass dem Vorgänger um nichts nachsteht. Am 22. Februar präsentiert sie die neuen Lieder im Wiener WUK.
Edita Malovcic alias Madita zählt ohne Zweifel zu den vielseitigsten heimischen Künstlerinnen. Neben ihrer musikalischen Karriere konnte die Wienerin auch in zahlreichen Filmen ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen. So auch im mehrfach preisgekrönten Film “Nordrand” von Barbara Albert, in dem sie eine der Hauptrollen spielte. Diese Vielseitigkeit spiegelt sich auch in ihrer Musik wieder. Bereits auf ihrem Debüt-Album überzeugte die Sängerin mit Songs, die im Spannungsfeld zwischen elektronischer und akustischer Musik angesiedelt waren und von der bezaubernden Stimme der Sängerin getragen wurden.
Der eingeschlagene Weg wird auch auf dem zweiten Album “Too” konsequent fortgesetzt. Zusammen mit einer neuen Band begibt sich Madita auf die Suche nach neuen akustischen Ausdruckmöglichkeiten. Vermeintliche Grenzen werden bewusst überschritten, um die Songs noch abwechslungsreicher gestalten zu können. Zwar bedient sich die Musikerin weiterhin herkömmlicher Pop-Standards, versetzt diese aber gekonnt mit dezent eingesetzter Elektronik und Jazz. Fast spielend gelingt ihr dabei der Spagat zwischen anspruchsvollen Kompositionen auf der einen Seite, und einer unkomplizierten und fast betörend wirkenden Eingängigkeit, auf der anderen Seite. Ein Song führt zum anderen und in wohlwollender Atmosphäre verpackt, fügt sich die sanfte Stimme der Sängerin perfekt mit den Instrumenten zusammen. Für zusätzliche Spannung sorgen die teils unerwarteten Wendungen. So eröffnet sich bei näherem Hinhören ein höchst interessanter und facettenreicher Klangkosmos, der sich vor allem durch eine ausgeprägte Liebe fürs Detail auszeichnet.
Mit “Too” hat Madita unter Beweis gestellt, dass sie jener Sorte von MusikerInnen angehört, die stets danach streben, sich weiter zu entwickeln. Alles in allem dürfte auch ein breiteres Publikum Gefallen an den Songs des neuen Albums finden. Jene aber, die sich vom außergewöhnlichen Gespür der Sängerin für große Melodien noch überzeugen lassen müssen, sollten sich das Konzert im WUK nicht entgehen lassen. Es lohnt sich allemal!
Michael Ternai

