Limmitationes: Schnittpunkte der Musik

Im Rahmen des dreitägigen Festivals „Limmitationes – Schnittpunkte der Musik“ – bietet sich Liebhabern anspruchsvoller Jazzklänge vom 13. bis zum 15. Mai im alten Kreuzstadl des Künstlerdorfs Neumarkt an der Raab die seltene Gelegenheit, gleich vier außergewöhnliche und international hoch angesehene Gitarristen in verschiedenen Formationen bei der Arbeit zu beobachten. Bei dem Argentinier Diego Mune, dem Schweizer Christy Doran, dem Amerikaner Michael Musillami und dem Österreicher Karl Ritter handelt es sich um vier echte Meister ihres Faches, die in ihrer Arbeit, in virtuoser Art die Grenzen der Jazzmusik immer wieder neu zu definieren wissen.

Die Hauptprotagonisten des Festivals stellen in ihren unterschiedlichen Projekten immer wieder aufs Neue eindrucksvoll unter Beweis, dass in Sachen Gitarrenmusik noch lange nicht alles gesagt ist, dass es immer noch neue Pfade zu entdecken gibt, welche hin zu einem spannenden klanglichen Ergebnis führen. Diego Mune, Christy Doran, Michael Musillami und Karl Ritter lassen sich in der Entwicklung ihrer eigenen Musiksprache von keinerlei Grenzziehungen einengen. Vielmehr üben sich die vier Improvisationskünstler als in ihrer Auffassung von jeglichen Stildefinitionen und Konventionen befreite Brückenbauer, die in ihrer Stücken Dinge miteinander in Einklang bringen, welche auf den ersten Blick nicht wirklich zueinander zu passen scheinen. Eine Ansatz, den nur wenige in dieser virtuosen Form beherrschen.

Was die BesucherInnen an den drei Veranstaltungstagen erwarten dürfen, ist Jazz in seinen unterschiedlichsten Facetten und Spielarten. Eröffnet wird das Festival mit einem Konzert von FOCUSSING THE NOW, dem Projekt von Diego Mundo, der in dieser Formation vor allem versucht, experimentelle, improvisatorische Wege zwischen Jazz, Drum’N’Bass und Rock zu beschreiten. In Sachen „die Grenzen im Jazz auslotend“ mit der gleichen Hingabe agiert auch der amerikanische und diesmal mit seinem Trio spielende Musiker Michael Musillami, der besonders dafür bekannt ist, die Möglichkeiten der Halbakustikgitarre immer wieder auf eine neue Ebene zu heben.

Nicht minder spannend geht es am zweiten Tag des Festivals weiter, wenn der Schweizer Christy Doran sich gemeinsam mit der Vokalistin Morgane Gallay und dem Schlagzeuger Lukas Mantel anschickt, das weite Feld des Jazzrock einer klanglichen Erforschung zu unterziehen. Ähnlich facettenreich, aber dann doch eine ganz andere Richtung einschlagend, präsentiert sich anschließend das von Karl Ritter zusammengestellte Ensemble. Gemeinsam mit der Cellistin Melissa Coleman und dem Akkordeonisten Otto Lechner versucht sich der österreichische Ausnahmegitarrist an einer musikalischen Reise, welche vom Jazz über die zeitgenössische Musik bis hin zu weltmusikalischen Spielarten führt. Seinen Abschluss findet das Festival am Sonntag mit einer wunderbaren Session, im Rahmen derer nochmals alle MusikerInnen der Vortage gemeinsam auf der Bühne zu sehen sein werden.

Aus musikalischer Sicht dürfen die BesucherInnen also drei in jeder Hinsicht höchst interessanten, niveauvollen und unterhaltsamen Konzerttagen entgegenblicken, die den hohen Ansprüchen und Erwartungen der anspruchsvollen Musikliebhaber auf jeden Fall gerecht werden sollten. (mt)

Foto Diego Mune: Attila Nagy