
Das Ergebnis dieser Kollaboration von MusikerInnen aus Zimbabwe und Österreich lässt keine exakte stilistische Beschreibung zu. Dafür kommt musikalisch einfach zu viel Unterschiedliches zusammen. Grob, und wirklich nur ganz grob, lässt sich das von diesem außergewöhnlichen Kollektiv zu Gehör Gebrachte als die Verbindung zweier vollkommen unterschiedlicher musikalischer Welten bezeichnen, wiewohl dann doch noch viel mehr passiert. Hope Masike (Gesang, Mbira), Isabelle Duhoit (Stimme, Klarinette), Franz Hautzinger (Trompete), Werner Puntigam (Posaune, Muschelhorn), Josh Meck (Bass, Gesang), Blessing Chimanga (Schlagzeug, Gesang) und Othnell „Mangoma“ Moyo (Perkussion, Gesang) betätigen sich in ihrer Formation genauso als innovative Brückenbauer wie auch als waghalsige Klangakrobaten und zu allen Seiten hin offene Freigeister. Sie vermengen die unterschiedlichsten Formen des Jazz mit Elementen afrikanischer Musik und avantgardistisch anmutender Vokalkunst.
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Mystischer Pfad zwischen Savanne und Jazzclub
Die im Rahmen von diversen Festivals live eingespielten Stücke folgen den Gesetzen der freien Improvisation und zeigen sich im Sound von einer immens vielschichtigen und facettenreichen Seite. Mal ist es von der akustischen Kulisse her so, als würde man als Hörer entlang eines mystischen Pfades durch die Savanne oder einen Urwald geführt werden, dann wiederum findet man sich plötzlich irgendwo in Europa mitten in einem Jazzclub wieder. Der musikalische Bogen, den KUNZWANA#1 spannen, ist auf jeden Fall ein sehr weiter und reicht von hochgradig experimentellen Passagen bis hin zu wunderbar stimmungsvollen melodiösen Momenten oder Teilen, in denen es die MusikerInnen richtig grooven lassen. Hinzu kommt auch die Spielfreude, die die siebenköpfige Truppe an den Tag legt. Diese wirkt regelrecht ansteckend und lädt noch mehr ein, in das musikalische Geschehen einzutauchen.
Das Spannende und Interessante an dieser Musik ist, dass die Beteiligten wirklich versuchen, musikalisch etwas ganz Eigenes zu schaffen, etwas, das in dieser kombinierten Form bislang noch kaum zu hören war. Und schon alleine deswegen lohnt es sich, dieser Veröffentlichung ein Ohr zu leihen.
Foto KUNZWANA#1: Werner Puntigam
http://www.kunzwana.net/content/azfa/kunzwana-1-take-musical-journey-and-trans-cultural-collaboration