KlezMORE Festival: Marie Therese Escribano & Aron Saltiel

KlezMORE Festival: Marie Therese Escribano & Aron Saltiel Sie gelten als die Wiederentdecker sefardischer Musik. Marie Therese Escribano und Aron Saltiel musizieren seit den späten 1970 Jahren gemeinsam und genießen inzwischen bereits eine Art Legendenstatus. Am 4. Juli ist das Duo im Rahmen des KlezMORE Festivals am Theater im Nestroyhof zu Gast.

Die Liebe zu einer verschollen geglaubten Musiktradition rief  Marie Therese Escribano und Aron Saltiel auf den Plan, sich mit der sefardischen Musik auseinanderzusetzen. Es handelt sich dabei um die Lieder spanischer Juden, die 1492 vertrieben wurden. Im Zuge dieses Exodus ließen sich die Vertriebenen im ganzen Mittelmeerraum nieder und gründeten neue Gemeinden, in denen sie die Kultur des “goldenen Zeitalters” Iberiens in ihrer Literatur und Musik weiter pflegten. Mal klingen die Lieder mittelalterlich, mal synagogal, dann wieder griechisch und türkisch – immer gesungen im alten Spanisch der sefardischen Vorfahren.Die seit 1955 in Wien lebende Marie Therese Escribano verbrachte ihre Kindheit in Paris und Madrid. Sie studierte an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien bei Professor Witt und Professor Erich Werba. Ihr ursprünglicher Wunsch war es Opernsängerin zu werden. Mit der Zeit fühlte sie sich aber immer mehr zur zeitgenössischen Musik hingezogen und schließt sich aus diesem Grund dem von Friedrich Cerha gegründeten Ensemble “die Reihe” an.

Ab Mitte der 1960er engagierte sich Escribano, neben ihrer musikalischen Tätigkeit, vermehrt für die politischen Anliegen der Frauen und trat der AUF (Aktion unabhängiger Frauen) bei. Dort leitete sie jahrelang den Arbeitskreis Theater, in dem die Frauen gemeinsam feministische Stücke erarbeiteten und mit Erfolg aufführten. Seit den 80er Jahre ist Escribano als Solokabarettistin mit von ihr selbst verfassten Texten auf. Im Oktober 2006 wurde Marie-Therèse Escribano das Silberne Ehrenzeichen der Stadt Wien verliehen.

Aron Saltiel wuchs in der Türkei auf, bevor es ihn nach Österreich verschlagen hat. Er studierte Linguistik. Als Sänger setzt er sich bereits längere Zeit mit den Musiktraditionen des Nahen Ostens auseinander. Zusammen mit Marie Therese Escribano erarbeitete er ein abwechslungsreiches Programm, welches dem Publikum die sefardische Musik wieder in die Erinnerung rufen soll.