KlangTheater im KlangTheater: Irradiation & Ina D

Allzu lange ist es noch nicht her, dass Frauen ihren Weg in die bis dato noch von Männern in Beschlag genommenen DJ-Szene gefunden konnten. Erfreulicherweise hat sich das durch die Pionierarbeit von Künstlerinnen wie Electric Indigo geändert. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März  präsentiert das Wiener Radiokulturhaus in Kooperation mit der Plattform female:pressure am Vorabend in seiner in seiner Reihe KlangTheater im KlangTheater mit Irradiation und Ina D zwei der wohl mit aufsehenerregendsten und spannendsten weiblichen DJs des Landes.

Die unter dem Namen Irradiation werkelnde Patricia Enigl zählt nun seit vielen Jahren schon zu einem fixen und nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der heimischen Elektronik-Szene. Die aus Wien stammende Musikerin, DJane, Labelbetreiberin, Veranstalterin und Radiomoderatorin war hierzulande neben Electric Indigo eine jener Künstlerinnen, die in Sachen „Frauen in der elektronischen Musik“ wichtige und bedeutende Pionierarbeit geleistet hat. So entwickelte sich das 2003 von ihr  mitbegründete Label TEMP~Records zu einer der wichtigsten Anlaufstellen für elektronische Musik in Österreich, das den gleichen Namen tragende und von der Wienerin veranstaltete Festival zu einer für die heimische Szene sehr bedeutenden Talenteschmiede. Als Musikerin und Produzentin war und ist es Patricia Enigl immer ein Ziel, sich von den althergebrachten und herkömmlichen  Trademarks der Szene zu lösen, sich nach Möglichkeit immer  als eigenständige Künstlerin zu präsentieren, die stets an ihrem ureigenen und genreübergreifenden Stil bastelt. Dieser stellt eine sehr reduziert gehaltene und tanzbare, zum Teil auch sehr düstere Version von Elektronischer Musik dar. Treibende technoide Beats treffen auf sich ständig in Bewegung befindliche, verändernde, ungemein abstrakt erklingende und atmosphärische Soundwelten, die gleichermaßen das Gefühl wie auch den Kopf der HörerInnen ansprechen und anregen. Ein Spagat zwischen Anspruch und Gefälligkeit, der in dieser Form auch heute noch nur selten zu hören ist.

Auch die zweite Künstlerin des Abends, die Grazerin Ina D, eigentlich Daniela Buck, hat sich schon erfolgreich als Produzentin versucht. Anfangs noch in den verschiedensten Clubs des Landes vorwiegend  Hip Hop, Black Music und RnB auflegend, tauchte sich mit der Zeit immer tiefer in die Welt der elektronischen Musik, speziell in die des Tech- und Minimal-House, ein. Ihr erster Studiomix „All is well“ erschien 2010 auf dem  international renommierten französischen Label Missive Music.

Liebhaber anspruchsvoller und facettenreicher Elektronischer Musik, die sich auch gerne mal auf vollkommen neue und vielschichtige Sound-Erlebnisse einlassen, werden an diesem Konzertabend im Fluc mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen. (mt)

Foto Irradiation: Christian König

 

 

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