
Das im vergangenen Jahr gegründete Label Moozak richtet seinen Fokus vor allem auf Klangkunst, die sehr weit im experimentellen Umfeld angesiedelt ist. Neuestes Beispiel ist die CD “KABELBRAND – Sounds from the Max Brand Synthesizer”, auf der das Spiel auf dem legendären Max Brand Synthesizer zur Perfektion getrieben wird. Bei den Aufnahmen handelt es sich um Liveexzerpte von KünstlerInnen die im Rahmen des diesjährigen Art`s Birthday im Jänner eben auf diesem Gerät gespielt haben. Präsentiert wird die CD am 28. Oktober im Wiener Fluc.
Beim Max-Brand Synthesizer handelt es sich um einen der ersten allerersten modularen Synthesizer überhaupt. Gebaut wurde dieser auf Wunsch des österreichischen Komponisten Max Brand von dem damals noch unbekannten Techniker Bob Moog, zu einer Zeit als der weltweite Erfolg der Firma Moog noch lange nicht abzusehen war. Max Brand studierte Komposition in Wien und Berlin unter Franz Schekter. Schon bevor er aufgrund der politischen Ereignisse Anfang der 30er-Jahre emigrieren musste – Brand hatte jüdische Wurzeln – feierte er mit seinen Werken, wie etwa seiner Oper “Der Maschinist Hopkins” große Erfolge. Über Umwege gelangte der Komponist in die USA, wo er in den 50er Jahren begann, sich mit elektronischer Musik auseinanderzusetzen. Nach Schwierigkeiten beim Zusammenstellen eines eigenen Equipments wandte sich der Komponist an den Elektrotechniker Bob Moog, der gerade seine eigene Firma Moog Music gegründet hatte. Brand bat ihn einen speziellen Synthesizer für ihn anzufertigen. Der Rest ist Geschichte.
Im Rahmen des diesjährigen “Art`s Birthday” erweckten die vier Elektroniker Clemens Hausch, Benedikt Guschlbauer, Gerald Krist und Ulrich Kühn eben jenes sagenumwobene Gerät wieder zum Leben. Die einzelnen auf der CD enthaltenen Tracks wurden komplett ohne modernes Equipment aufgenommen. Um dem ursprünglichen sonoren Geist gerecht zu werden, haben die Beteiligten auf moderne, klangverändernde Werkzeuge wie Effekt-Plugins verzichtet. Es wurden ausschließlich Techniken verwendet, die auch bereits in den 60er-Jahren zur Verfügung standen. Was die CD noch zu etwas ganz Besonderem macht sind die letzten beiden Stücke. Diese stammen aus der Feder von Max Brand höchstpersönlich und wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt auf keinem anderen Label veröffentlicht. “Tryptich” aus dem Jahre 1970 und “Ilian 4”, das letzte von Brand erhaltene Stück, sind zur Gänze auf dem Max Brand Synthesizer entstanden und wurden von den Original-Bandmaschinen-Aufnahmen vom Leiter des Max-Brand-Archivs, Dr. Helmut Schwarzjirg, im Jahr 1999 digitalisiert.
Dieser eröffnet auch mit einem Vortrag über Max Brand den Konzertabend im Wiener Fluc. Ebenfalls an diesem Abend zu Gast sind die japanische Noise Legende KK Null und die österreichische Formation Hungry Ghost.