grazjazznacht 2012

Kenner der heimischen Musikszene wissen, nicht nur in Wien spielt es sich in Sachen Jazz ab. In den vergangenen Jahren hat sich vor allem Graz neben der Bundeshauptstadt als österreichische Jazzmetropole etabliert. Was eigentlich wenig verwundert, ist doch gerade dort eine sehr junge und höchst lebendige Szene entstanden, die inzwischen auch international viel Aufmerksamkeit erregt. Am 25. Oktober feiert die steirische Landeshauptstadt diesen höchst erfreulichen Umstand mit der einer sogenannten „grazjazznacht 2012“. In verschiedenen Grazer Locations finden zeitlich abgestimmte Konzerte statt, die den BesucherInnen einen repräsentativen Überblick über die zeitgenössische Szene gewähren sollen.

Bewusst wurde vom Veranstalter, dem Verein Grazjazz, auch in diesem Jahr ein Programm zusammengestellt, welches die unterschiedlichsten Spielformen des Jazz abdeckt. Es soll ja für alle etwas geboten werden, für Kenner genauso wie auch für Neueinsteiger, die als Jazzfans für die Zukunft dazugewonnen werden sollen. Auf jeden Fall zeigen die stetig steigenden Besucherzahlen, dass durchaus großes Interesse an der heimischen Jazzszene vorherrscht. Was oftmals nur fehlt, ist eine geeignete Plattform über welche die MusikerInnen und Ensembles die Möglichkeit erhalten, sich einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Und genau als eine solche versteht sich auch der Verein grazjazz.

Das Programm zeigt sich wie schon in den vergangenen Jahren überaus vielfältig. Unter anderem im Orpheum ein Gastspiel gibt das sich um die junge slowenische Sängerin Tjaša Fabjancic scharrende Quartett Playgrounds, das sich, wie auf der im vergangenen Jahr erschienenen CD “Circles” zu hören ist, ganz vortrefflich auf die kunstvolle Zusammenführung von Tradition und Moderne versteht. Nicht weniger spannend der Auftritt des österreichischen Saxophonisten Harry Sokal, der gemeinsam mit dem international renommierten Organisten Raphael Wressnig und dem Schlagzeuger Lukas Knöfler in der Generalmusikdirektion den Beweis liefern wird, dass es im Jazz auch mit richtig viel GROOVE zur Sache gehen kann.

Im Stockwerk Graz ist es die Sängerin und Elektronikern Susanna Ridler mit ihrem Projekt [koe:r], die für die passende Klangkulisse sorgen wird. Einmal mehr zur Aufführung bringen wird sie mit ihrer hochkarätig besetzten Band (Fabian Rucker, Florian Kmet, Alexander Lackner und Wolfgang Puschnig) Stücke ihres aktuellen und von allen Seiten mit viel Lob bedachten Albums “Susystems”. Nicht missen sollte man auch das im Royal Garden stattfindende Konzert des Quartetts Bienert/Hodina/Urbanovsky/Österreicher, das den Jazz in seiner Urform mit der Sprache des Wienerlieds in Verbindung zu setzen versucht. (mt)

Foto Susanna Ridler: Helene Waldner