Wien (OTS) – Anlässlich des 85. Geburtstages von Gerhard Rühm gratuliert Ö1 dem Komponisten, Dichter und bildenden Künstler mit fünf Sendungen – darunter ein Mitschnitt aus dem ORF-RadioKulturhaus, wo am 12. Februar “Wortlaute” stattfindet, ein Abend für und mit Gerhard Rühm. Das ORF-Fernsehen berichtet aktuell anlässlich Rühms Geburtstags.
Gerhard Rühm, am 12. Februar 1930 in Wien geboren, ist in den 50er Jahren Mitglied der Wiener Gruppe, übersiedelt dann nach Berlin und verfolgt seit damals einen Weg, den man “interdisziplinär” nennen könnte. Immer experimentell forschend bewegt er sich in und zwischen Musik und Literatur. Visuelle Poesie, gestische und konzeptionelle Zeichnungen, experimentelle Klavierstücke, Lautgedichte, Melodramen, jede Menge Chansons, Tonbandstücke, Texte sind in Gerhard Rühms Werkkatalog zu finden.
Aus Anlass seines 85. Geburtstags sind Gerhard Rühm auf Ö1 mehrere Sendungen gewidmet, die verschiedene Aspekte seines Schaffens würdigen. Am 8. Februar präsentiert das “Kunstradio” (23.03 Uhr) Rühms O-Ton-Hörspiel “wien wie es klingt”. Das akustische Wien-Porträt mit 24 Stationen in der Stadt wurde 1992 vom Westdeutschen Rundfunk in Kooperation mit dem ORF produziert und ist auch als CD erschienen. Beginnend mit der Ankunft am Westbahnhof, über den Schlachthof St. Marx, den Donauhafen Freudenau, die U-Bahn, den Naschmarkt und die Kärntner Straße, landet man zur Mittagszeit am Stephansplatz, zieht man hörend weiter über den Kursalon im Stadtpark, eine Straßenbahn, den Prater und den Zentralfriedhof, bis zum Abflug vom Flughafen Schwechat.
Ernst Jandl nannte ihn die “Mutter der Wiener Gruppe”. Und als solche erzog er sein liebstes Kind, die Sprache, ebenso zärtlich wie radikal. Die Folge: 1964 musste der gelernte Musiker Österreich verlassen. “Wir fühlten uns hier abgeschnitten”, berichtet Gerhard Rühm, “wir hatten hier keine Chance.” Die “Tonspuren” widmen dem ehemaligen “Sprachzerstörer” und “Avantgardisten” das Porträt “Der Herr der Laute” – am 9. Februar um 21.00 Uhr in Ö1 (Da capo: 12.2., 16.00 Uhr).
Rühm wurde auch zu einem wichtigen Protagonisten des Neuen Hörspiels. Sein Stück “Wald – Ein deutsches Requiem” wurde 1984 mit dem “Hörspielpreis der Kriegsblinden” ausgezeichnet – eine in ihrer Machart immer noch aktuelle radiophone Auseinandersetzung mit dem Waldsterben. Ö1 sendet Rühms wegweisendes Hörspiel, das das Thema Waldsterben vorwiegend mit dokumentarischem Material behandelt, im “Hörspiel-Studio” am 10. Februar um 21.00 Uhr. In der WDR-Produktion aus dem Jahr 1983 zeichnet Rühm auch für Regie und Musik verantwortlich, Mitwirkende sind Elisabeth Hartmann, Matthias Ponnier, Collegium Vocale Köln, Othello Liesmann und Gerhard Rühm.
“Wortmusik – Kunst von und mit Gerhard Rühm” lautet der Titel von “Zeit-Ton” am 10. Februar ab 23.03 Uhr. Der Mitschnitt eines unveröffentlichten Vortrags von Gerhard Rühm aus dem November 1997, in dem er seine künstlerischen Standpunkte erläutert und währenddessen er auch einige seiner “Lautgedichte” vorträgt, steht im Mittelpunkt der Sendung.
Am 12. Februar, Rühms Geburtstag, findet im ORF-RadioKulturhaus ein Abend für und mit dem großen Grenzüberschreiter statt. Das künstlerische Programm bestreiten Gerhard Rühm und seine Frau, die Musikpublizistin Monika Lichtenfeld, mit Sprechduetten, Prosastücken, Gedichten und Chansons aus der Feder des nach wie vor hochproduktiven Künstlers, sowie die Schriftstellerin Margret Kreidl. Bernhard Fetz (Direktor des Literaturarchivs der ÖNB) und Paul Pechmann (Lektor des Ritter-Verlags) werden über Rühms Leben und Werk sprechen. “Gerhard Rühm: Wortlaute” findet am 12. Februar im Großen Sendesaal des ORF-RadioKulturhauses statt. Veranstaltungsbeginn ist um 19.30 Uhr, Eintritt EUR 27,-; mit ORF-RadioKulturhaus-Karte 50% Ermäßigung; Ö1 Club-Mitglieder -10%. Weitere Informationen zum Programm des RadioKulturhauses gibt es auf der Homepage http://radiokulturhaus.orf.at oder über das Kartenbüro (Tel. 01/501 70-377). Ein Mitschnitt des Abends ist in den Ö1-“Passagen” zu hören – am 16. Februar ab 16.00 Uhr. Das Programm von Ö1 im Detail ist abrufbar unter http://oe1.orf.at.