Am Freitag, 15. Mai, wurde im Audienzsaal des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur Prof. Gertraud Cerha für ihre Verdienste zur Verankerung und Verbreitung der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse während einer Feierstunde überreicht.
Ein Zeichen des Danks für die Jahrzehnte hindurch unermüdliche und sachkundige Vermittlungstätigkeit zu Gunsten neuer Musik. Friedrich Cerha, ihr Gatte, hielt die gleicherweise persönliche wie biographisch höchst aufschlussreiche Laudatio. Obwohl er schon viele gehalten habe, sei ihm diese am schwersten gefallen, sagte er. Das blieb freilich infolge einiger launiger Pointen im Resultat unmerkbar. Die Geehrte wies in ihrem Dank zwar auf die Unerlässlichkeit kultureller Vermittlungstätigkeit hin, betonte aber, dass der schöpferischen Leistung unabdingbar Vorrang gebühre. Umrahmend spielte das Wiener Klaviertrio drei der “fünf Sätze für Violine, Violoncello und Klavier” von Friedrich Cerha. Das Ehepaar wurde von Prominenz und Freundeskreis lebhaft akklamiert.
Die 1928 in Oberösterreich geborene Gertraud Cerha begeisterte sich schon während ihrer Studienzeit für zeitgenössische Musik, was auch in ihrer Unterrichtstätigkeit an einer Schule in Wien-Landstraße und der Hochschule für Musik widerspiegelt. Endgültig ihren Platz in der Szene fand sie schließlich nach der Hochzeit mit dem Komponisten Friedrich Cerha. Von Anfang an begleitete sie das Neue Musik-Ensemble “die reihe”, das heuer sein 50-jähriges Bestehen feiert. Sie sorgte für organisatorischen Ablauf und nahm auch aktiv an der Programmierung und der Gestaltung der Kommentare zu den Programmen teil. Zudem betreute Gertraud Cerha ORF-Sendungen und weitere Musikreihen und hielt Vorträge im In- und Ausland.(Pressetext)

