Die Ökonomie des K-Pop – Teil 6: YG Entertainment

YG Entertainment ist sicherlich der innovativste der „Big Three“ und hebt sich von seinen Konkurrenten mit Acts ab, die mehr Kanten und Ecken aufweisen, und die auch immer wieder – wie auch YG selbst – mit Skandalen Negativschlagzeilen machen. Untrennbar mit ist der Aufstieg von YG Entertainment zum K-Pop-Konzern mit Psy und seinem „Gangnam Style“ verbunden, der 2012 Südkoreas Musik international bekannt machte. Der wohl wichtigste Act, dem YG Entertainment sogar das wirtschaftliche Überleben ist die Girl-Group BLACKPINK, die mittlerweile internationale Stadien füllt.

In diesem Teil der Blogserie wird der Aufstieg von YG Entertainment zu einem der führenden K-Pop-Konzerne erzählt, der aber auch von Skandalen und Rückschlägen geprägt ist.

Der Aufstieg von YG Entertainment in die „Big Three“

Der Weg in den Olymp der „Big Three“ K-Pop-Konzerne war für YG Entertainment sehr holprig und von vielen Rückschlägen geprägt. Der ehemalige Tänzer der K-Pop-Pioniere Seo Taiji and Boys, Yang Hyun-suk, gründete im März 1996 die Künstleragentur Hyun Planning, mit der er allerdings einen Flop produzierte, was ihn an den Rand des finanziellen Ruins führte. Yang benannte sein Unternehmen in MF Planning um, aber erst mit dem Hip-Hop-Duo Jinusean stellte sich der Erfolg ein und Yang Hyun-suk konnte seine Schulden zurückzahlen.1 Es bedurfte aber einer weiteren Umbenennung in Yang Goon Planning bis das Unternehmen 2001 als YG Entertainment seine heutige Form annahm. YG steht übrigens für „Yang Goon“ und ist der Spitzname von Yang Hyun-suk.2

Mit den beiden Album-Compilations „YG Family“ (1999) und „YG Family 2“ (2002) versuchte Yang seinen Artist Roster bekannt zu machen, aber erst der Erfolg des K-Pop-Solokünstlers Se7en, mit bürgerlichen Namen Choi Dong-wook, brachte den wirtschaftlichen Erfolg. Choi Dong-wook wurde bereits als 15-jähriger für YG gecastet und für vier Jahre ins Trainingsprogramm von YG aufgenommen.3 Am 7. März 2003 debütierte er unter dem Künstlername Se7en mit dem Album „Just Listen“, von dem bis Ende des Jahres rund 212.000 Stück abgesetzt werden konnten,4 was letztendlich das wirtschaftliche Überleben von YG sicherte.

Der eigentliche Aufstieg zum K-Pop-Konzern ist eng verbunden mit der Boy-Group Big Bang und der Girl-Group 2NE1. Die fünfköpfige Boy-Group Big Bang wurde rund um den Rapper und Songwriter Kwon Ji-yong, besser bekannt als G-Dragon, in einer 10-teiligen TV-Reality-Show gecastet.5 Sie debütierten am 19. August 2006 in einem Konzert anlässlich des zehnten Geburtstags von YG Entertainment im Olympischen Turnstadium in Seoul.6 Um die Popularität der Rap-Formation auszutesten, brachte YG in der Folge drei Singles auf den Markt, von denen zusammengenommen 112.000 Stück verkauft werden konnten. Diese Songs befanden sich auch auf dem Debüt-Album „Big Bang Vol. 1 – Since 2007“, das mit 110.000 verkauften Einheiten ein Achtungserfolg wurde.7 Noch besser verkaufte sich die EP „Always“ mit dem Chart-Topper „Lies“, die im August 2007 auf den Markt kam.8 Mit dieser Mischung aus Hip-Hop und EDM erreichten Big Bang ein breiteres Publikum und das nicht nur in Südkorea. Die Boy-Group wurde vor allem am japanischen Markt sehr beliebt, für den ab 2008 mehrere Studioalben produziert wurden, die mit Gold ausgezeichnet wurden.9

Damit war Big Bang einer der erfolgreichsten K-Pop-Acts, die für ihr Label 2008 einen Umsatz von KRW 360 Milliarden (US $34,5 Millionen) generierten.10 Big Bang standen 2009 auch Pate für die Girl-Group 2NEI1, die als weibliche Version von Big Bang vermarktet wurden. Mit ihrer Mischung aus Rap, Reggae und Electropop waren 2NEI1 von Anfang ein großer kommerzieller Erfolg. Ihre erste EP „2NE1 1st Mini Album“ stürmte 2009 auf Platz 1 der koreanischen Album-Charts und das Studioalbum „To Anyone“, das ein Jahr später veröffentlicht wurde, toppte mit rund 170.000 verkauften Einheiten ebenfalls die Charts.11

12Big Bang und 2NEI1 wurden die ersten Cash Cows für YG Entertainment, die auch den internationalen Durchbruch schafften und mit ihren Welttourneen ein großes Publikum erreichten.13 Sie legten die wirtschaftliche Basis für den Börsengang von YG Entertainment im Jahr 2011, nachdem dieser ein Jahre zuvor noch gescheitert war.14 Nachdem Psy, wie wir bereits gesehen haben, 2012 mit „Gangnam Style“ einen internationalen Überraschungshit gelandet hatte, schnellte der Aktienkurs von YG um 57 Prozent in die Höhe.

BLACKPINK

2016 hatte die wohl erfolgreichste Girl-Group des K-Pops, BLACKPINK, ihr Debüt. Wie wir bereits gesehen haben, eroberten Lisa, Jisoo, Jennie und Rosé nicht nur die internationalen Charts, sondern auch die größten Konzertbühnen mit ihren weltweiten Stadien-Tourneen. BLACKPINK wurden im September 2021 zum meist abonnierten Musik-Act auf YouTube und haben dort (Februar 2026) knapp 100 Millionen FollowerInnen. BLACKPINK wurde zur Gelddruckmaschine für YG Entertainment, auch wenn es schwer einzuschätzen ist, wie hoch der Beitrag der Girl-Group am Konzernumsatz ist. Wie viel BLACKPINK dem K-Pop-Konzert wert ist, lässt sich erahnen, als die Verträge der vier Gruppenmitglieder 2023 zur Verlängerung anstanden. Südkoreanische Medien schätzten, dass ein Großteil der KRW 41,2 Milliarden (US $30,8 Millionen), die YG 2023 für Exklusivverträge ausgegeben hat, an BLACKPINK geflossen sind.15 Jedenfalls machte die YG-Aktie einen Kurssprung von 29 Prozent nach oben als die Vertragserneuerung mit der Girl-Group öffentlich bekannt wurde.16

Der Erfolg von BLACKPINK war für YG Entertainment aber auch ein Rettungsanker und überdeckte, dass viele früher erfolgreiche K-Pop-Acts dem Konzern den Rücken kehrten. Während BLACKPINK der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, befand sich 2NE1, die YG zum wirtschaftlichen Aufstieg verhalf, in Auflösung.17 Im Mai 2018 verließ Psy nach acht Jahren den K-Pop-Konzern, weil er seinen Vertrag nicht mehr verlängerte.18

Der Burning-Sun-Skandal

Der Supergau war aber der Burning-Sun-Skandal, der Anfang 2019 publik wurde. Ausgangspunkt war ein Vorfall vom 24. November 2018 im Nachtclub Burning Sun im Hotel Le Méridien im Seouler Nobelviertel Gangnam. Ein Besucher, der einer Frau helfen wollte, die unter Drogen gesetzt und sexuell belästigt worden war, wurde nach Medienberichten von der hauseigenen Security und herbeigerufenen Polizisten misshandelt und anschließend festgenommen.19 In der Folge gerieten Clubbetreiber, Polizei und prominente Personen zunehmend unter Verdacht, wobei früh Fragen nach behördlichem Fehlverhalten und mögliche Vertuschungen im Raum standen.

Rasch wurde bekannt, dass Seungri (alias Lee Seung-hyun), Mitglied der Boyband Big Bang, als Direktor des Clubs sowie über Beteiligungen mit den Eigentümern des Clubs verbunden war.20 Medienberichte und Zeugenaussagen führten zu schwerwiegenden Vorwürfen rund um die Organisation illegaler Prostitution für ausländische Investoren, mutmaßlichen Drogenkonsum in VIP-Bereichen sowie Gewalt- und Missbrauchsdelikte im Nachtclubmilieu, was Seungri und auch YG Entertainment heftig bestritten.21

Eine neue Dynamik entstand Ende Februar 2019, als Chatprotokolle aus dem Messenger KakaoTalk veröffentlicht wurden. Daraufhin befassten sich auch Anti-Korruptions- und Menschenrechtsstellen mit dem Fall. Erst die Chat-Protokolle enthüllten das ganze Ausmaß des Skandals, in dem die beiden Club-Besitzer und der K-Pop-Star die führenden Köpfe eines Menschenhändlerrings waren, die hochrangige Polizeibeamte bestochen, zahlreiche Drogendelikte begangen und Vorschub zur Vergewaltigung von Frauen geleistet hatten.22

Im März 2019 folgten erste Anklagen unter anderem im Zusammenhang mit sexueller Bestechung gegen Seungri. Weitere bekannte Personen aus der K-Pop-Szene, die in den Chatgruppen vorkamen, wurden ebenfalls strafrechtlich verfolgt; einzelne wurden wegen schwerer Sexualdelikte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.23 Ab Ende Mai 2019 geriet zudem der YG-Gründer Yang Hyun-suk unter Druck. Das TV-Magazin „Straight“ von MBC enthüllten, dass Yang Hyun-suk im Juli 2014 eine Gruppe ausländischer Investoren mit Sex-Dienstleistungen in einem ihm gehörigen Club bestochen hätte, wobei zwei dieser Investoren bereits in den Burning Sun-Skandal verwickelt waren.24 In der Folge kam es zu polizeilichen Ermittlungen, Verhören sowie zu Rücktritt des YG-Gründers von der Konzernspitze. Auch sein Bruder, Yang Min-suk, trat in diesem Zusammenhang als CEO von YG Entertainment zurück.25 Eine Anklage erfolgte im Juli 2019, die zwei Monate dann aber überraschend fallen gelassen wurde.26 Letztendlich wurde Yang Hyun-suk dann doch wegen der Beeinflussung von Zeugen zu sechs Monaten Freiheitsstrafe, die für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt.27

Damit kam er noch glimpflich davon. Sein früherer Schützling Seungri wurde im August 2021 von einem Militärgericht, weil er zu diesem Zeitpunkt seinen Militärdienst ableisten musste, wegen neun Delikte, darunter Zuhälterei und verbotener Vermittlung von Prostituierten, verbotenes Glücksspiel sowie Unterschlagung in der Höhe von KRW 528 Millionen (US $455.000), zu einer Geldstrafe von KRW 1,15 Milliarden (US $990.000) und einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt,28 die im Berufungsverfahren nach einem vollen Schuldeingeständnis des Verurteilten um die Hälfte verringert wurde.29 Neben dem K-Pop-Star Seungri, wurden auch die beiden Geschäftsführer des Burning Sun Clubs, zwei hochrangige Polizeibeamte, Mitarbeiter und Besucher der Nachtclubs sowie weitere Nachtclub-Betreiber zu Haft- und Geldstrafen verurteilt.

Der Burning-Sun-Skandal hatte in Südkorea und darüber hinaus hohe Wellen geschlagen und offenbarte die dunkle Seite des K-Pop-Business. Er enthüllte ein Netzwerk aus Menschenhandel, Zwangsprostitution, sexuellen Missbrauch und Drogendelikten, Bestechung, Unterschlagung und illegalem Glücksspiel, das nicht nur auf den Burning Sun Club und andere Nachtclubs beschränkt war, sondern auch YG Entertainment und darüber hinaus das gesamte K-Pop-Business in ein schlechtes Licht rückte. Die Ausnutzung von Autoritätsverhältnissen in den K-Pop-Konzernen, die offene Frauenfeindlichkeit und der mit Drogenmissbrauch und sexuellen Ausschweifungen einhergehende Eskapismus wurden durch den Skandal öffentlich gemacht und an den Pranger gestellt. Das schlug sich in Demonstrationen und öffentlichen Protesten nieder30 und hatte sogar wirtschaftliche Auswirkungen. So stürzten die Börsenkurse der fünf größten koreanischen Entertainment-Konzerne zwischen dem 25. Februar und 15. März 2019, als immer mehr Details des Skandals an die Öffentlichkeit drangen, um 18 Prozent ab. Am schlimmsten erwischte es die „Big Three“: YG Entertainment (-24,8 Prozent), SM Entertainment (-20 Prozent) und JYP Entertainment (-5,5 Prozent).31

Wie Phönix aus der Asche

Für YG Entertainment war der Burning-Sun-Skandal ein markanter Einschnitt. Die Gründerpersönlichkeit hatte das Unternehmen verlassen und eine neue Geschäftsführung musste den angerichteten Schaden begrenzen und einen Neuanfang wagen.32 Letztendlich war es aber BLACKPINK, die YG aus der wirtschaftlichen Misere brachten. Am 28. Mai 2020 wurde der Song „Sour Candy“ von Lady Gaga veröffentlicht, in dem die koreanische Girl Group gefeatured wurde und der auch Eingang in das sechste Studioalbum des New Yorker Popstars fand.33 „Sour Candy“ erreichte Platz 33 in den Billboard Hot 10034 und machte BLACKPINK einem breiteren Publikum in den USA bekannt. Die Zusammenarbeit mit Lady Gaga wurde als PR-Tool für den Release des ersten Studioalbums der Girl-Group „The Album“ genutzt. Ende Juni erschien die Single-Auskoppelung „How You Like That“, ein Song, der in Koreanisch und Englisch gesungen wurde, und der ebenfalls auf Rang 33 der Billboard Hot 100 kletterte.35 Schließlich wurde noch ein weiterer Song – „Ice Cream“ –, der in Zusammenarbeit mit Selena Gomez entstanden war, im August 2020 veröffentlicht, der es in den Billboard-Single-Charts sogar auf Platz 13 schaffte.36 Damit war der Boden für den Release des ersten Studioalbums von BLACKPINK bereitet, das am 2. Oktober 2020 veröffentlicht wurde.37 Die PR-Strategie, die vor allem auf den US-amerikanischen Markt abzielte, hatte sich bezahlt gemacht. Von „The Album“ verkauften sich bereits am ersten Tag nach dem Release 590.000 Einheiten weltweit.38 Es wurde zum ersten Millionen-Seller einer K-Pop Girl-Group und erreichte 2020 den fünften Platz in den IFPI Global Album Sales Charts.39 Damit war für YG Entertainment die Trendwende geschafft. Obwohl sich die Umsätze am Heimmarkt noch nicht erholt hatten, konnte YG im Ausland, vor allem in den USA, dank BLACKPINK neue Umsatzrekorde verbuchen.40

Im Juli 2022 wurde verlautbart, dass BLACKPINK an der Fertigstellung ihres zweiten Studioalbums, das unter dem Titel „Born Pink“ am 16. September 2022 veröffentlicht wurde41 und von einer neuen Welttournee, die im Oktober starten sollte, begleitet wird.42 Sowohl das Album als auch die Welttournee waren große kommerzielle Erfolge. „Born Pink“ war das erste Album einer K-Pop Girl-Group, das auf Platz 1 der US-Album-Charts vorstieß und von dem mehr als 2 Millionen Einheiten verkauft werden konnten.43 Die „Born Pink World Tour“ startete am 15. Oktober 2022 in Seoul und führte die vier Musikerinnen zu 66 Konzerten in 22 verschiedenen Ländern, darunter ein Headline-Auftritt am Coachella Valley Music and Arts Festival.44 Insgesamt spielte die Tour US $330 Millionen ein und wurde damit zur umsatzstärksten Tournee einer rein weiblichen Popgruppe.45 Für diese Erfolge zeichnete bereits wieder Yang Min-suk, der Bruder des YG-Gründers, verantwortlich, der Anfang Juli 2022 als Co-CEO wieder in die YG Entertainment. zurückgekehrt war.46

Mit der Rückbesinnung auf das Kerngeschäft von YG Entertainment konnte nicht nur die wirtschaftliche Krise im Gefolge des Burning Sun Skandals, sondern auch die fehlgeschlagene Diversifikationsstrategie überwunden werden. Die „Wiederauferstehung“ ging mit der Rückkehr von Yang Min-suk in die Geschäftsführung des Konzerns einher, die er ab April 2024 wieder allein innehatte.47

Die wirtschaftliche Performance von YG Entertainment

Ähnlich wie SM Entertainment ist YG Entertainment ein integrierter Entertainment-Konzern, der aus einer Musikagentur heraus entstanden ist. Neben dem angestammten Agenturbusiness, fungiert YG auch als Label, Musikverlag, Musikveranstalter und hat mit YG Plus weit über den Musikbereich hinaus seine Geschäftsfelder diversifiziert. Allerdings kann diese Diversifikationsstrategie als gescheitert betrachtet werden. Bereits 2018 brachen die Umsätze und der operative Gewinn ein und mit dem Burning Sun-Skandal im darauffolgenden Jahr war ein Umsatzminimum erreicht, das sich in einem negativen Nettoergebnis von KRW 25 Milliarden niederschlug (Abb. 5.5).

Coronabedingt war 2020 noch ein sehr schwieriges Jahr für YG, aber ab 2021 setzte sowohl das Umsatz- als auch Gewinnwachstum wieder ein. Verantwortlich dafür war, wie wir bereits gesehen haben, der große internationale Erfolg von BLACKPINK. 2023 sollte dann zum Rekordjahr für YG werden. Die „Born Pink“-Welttournee von BLACKPINK ließ die Umsätze im Konzertsegment um 390 Prozent auf KRW 111,5 Milliarden in die Höhe schnellen. Aber auch die Einnahmen aus dem Musikstreaming und dem Verkauf von Tonträgern (+ 26 Prozent) und Merch-Artikeln (+ 26 Prozent) sowie zusätzliche sonstige Einnahmen (+ 22 Prozent) trugen zum starken Umsatzwachstum bei.48 Insgesamt erreichten die Umsätze 2023 mit KRW 569 Milliarden einen historischen Höchstwert und auch das operative Ergebnis war mit KRW 87 Milliarden beeindruckend, obwohl die Umsatzkosten um fast 46 Prozent und die Marketing- und Overheadkosten um 25 Prozent gestiegen sind (Abb. 1), was vor allem auf die Organisation und Abwicklung der BLACKPINK-Tournee zurückzuführen ist.

Abbildung 1: Die Umsatz-, Kosten- und Ergebnisentwicklung von YG Entertainment, 2016-2024

Grafik business-performance-von-yg-entertainment
Quelle: YG Entertainment Geschäftsberichte für die Jahre 2018-2024 auf https://financialreports.eu/companies/yg-entertainment-inc/?page=1#filings. Übersetzt mit Deepl. Zugriff 18. Feb. 2026

Die erfolgreiche BLACKPINK-Welttournee war aber ein Einmaleffekt, der 2024 bereits wieder verpufft ist. Allerdings blieben die Marketing- und Overheadkosten auf einem hohen Niveau und stiegen 2024 um 11 Prozent auf KRW 118 Milliarden an. Da die Umsätze aber um fast 36 Prozent auf KRW 365 Milliarden sanken, ergab sich ein negatives Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit von KRW 21 Milliarden, das nur durch Gewinnabschöpfungen bei Unternehmensbeteiligungen in einen Nettogewinn umgewandelt werden konnte.

Diese Finanzanalyse zeigt, dass der wirtschaftliche Erfolg von YG Entertainment nur auf ein paar wenigen Acts wie BLACKPINK und Babymonster beruht, was das Unternehmen äußerst verwundbar macht. Da die Diversifikationsstrategie der vergangenen Jahre gescheitert ist, muss YG in Zukunft mehr in den Aufbau neuer erfolgreicher KünstlerInnen investieren und sich weiter internationalisieren. Der südkoreanische Markt ist für einen Konzern dieser Größe schlicht und einfach zu klein und deshalb braucht es eine Ergänzung zu den bereits bestehendem Auslandniederlassungen in Japan und in den USA, was natürlich zusätzliche Kosten verursacht.

Peter Tschmuck

Dieser Artikel erschien erstmal am 27. April 2026 auf der Seite https://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/2026/04/27/die-okonomie-des-k-pop-teil-6-yg-entertainment/


Die Ökonomie des K-Pop – Teil 1: Eine Marktanalyse
Die Ökonomie des K-Pop – Teil 2: Der südkoreanische Musikstreamingmarkt
Die Ökonomie des K-Pop – Teil 3: Die Pionierphase des K-Pop
Die Ökonomie des K-Pop – Teil 4: K-Pop wird international
Die Ökonomie des K-Pop – Teil 5: SM Entertainment


Peter Tschmuck ist Professor am Institut für Popularmusik (ipop) der mdw.


Endnoten

  1. Lee, Kyeong-ran. 2003. Yang Hyun-suk, the „Midas touch“ of the K-pop industry. Ilgan Sports, 9. Mai. https://v.daum.net/v/20030509034300901. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 06. Feb. 2026 ↩︎
  2. Kim, Jae-beom. 2024. In fact, Yang Hyun-suk’s Determination Has Always Been Right. YG Life, 12. März. https://yg-life.com/archives/187310?lang=en. Zugriff 06. Feb. 2026 ↩︎
  3. Yoon, Kyung-chul. 2005. Seven’s stage name is derived from radish kimchi. Herald Pop, 10. Juni. https://m.entertain.naver.com/home/article/112/0000008848. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 06. Feb. 2026 ↩︎
  4. Recording Industry Association of Korea. 2003. Album Sales for 2003. http://www.miak.or.kr/stat/kpop_2003_2h.htm. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 06. Feb. 2026 ↩︎
  5. KBS World. 2010. Big Bang. 1. Dezember. https://web.archive.org/web/20101201170812/http://world.kbs.co.kr/english/entertainment/enter_artists_detail.htm?No=103896. Zugriff 09. Feb. 2026 ↩︎
  6. Jung, Hyuk Lee. 2006. Big Bang, this year’s most anticipated act, to commence full-scale activities from mid-September. Sports Chosun, 21. August. https://web.archive.org/web/20110708150000/http://sports.chosun.com/news/news_o.htm?name=%2Fnews%2Fentertainment%2F200608%2F20060822%2F68v77108.htm. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 09. Feb. 2026 ↩︎
  7. Recording Industry Association of Korea. 2003. Album Sales October 2007. https://web.archive.org/web/20090518161821/http://www.miak.or.kr/stat/kpop_200710.htm. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 09. Feb. 2026 ↩︎
  8. Ibid. ↩︎
  9. Wikipedia. 2026. Big Bang Discography. 25. Januar. https://en.wikipedia.org/wiki/BigBang_discography. Zugriff 09. Feb. 2026 ↩︎
  10. Nate. 2008. Big Bang scored a massive 36 billion won hit. 28. November. https://web.archive.org/web/20111009163942/http://ask.nate.com/knote/view.html?num=1229021. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 09. Feb. 2026 ↩︎
  11. Wikipedia. 2026. 2NE1 Discography. 8. Januar. https://en.wikipedia.org/wiki/2NE1_discography. Zugriff 09. Feb. 2026 ↩︎
  12. Cha, Seonjin. 2012. Psy’s ‚Gangnam Style‘ Hits 1 Billion Views on YouTube. Bloomberg, 22. Dezember. https://web.archive.org/web/20121225005522/http://www.bloomberg.com/news/2012-12-22/psy-s-gangnam-style-hits-1-billion-views-on-youtube.html. Zugriff 09. Feb. 2026 ↩︎
  13. Siehe dazu Wikipedia. 2025. List of BigBang concert tours. 11. September. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_BigBang_concert_tours. Zugriff 09. Feb. 2026 und Wikipedia. 2025. List of 2NE1 live performances. 9. November. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_2NE1_live_performances. Zugriff 09. Feb. 2026 ↩︎
  14. Kim, Da-ye. 2011. Korean entertainment firms fail to go public. The Korea Times, 5. Januar. https://www.koreatimes.co.kr/business/companies/20110105/korean-entertainment-firms-fail-to-go-public. Zugriff 09. Feb. 2026 ↩︎
  15. Lee, Jae-lim. 2024. YG drops $30.8 million for contracts, most likely for Blackpink. Korea JoongAng Daily, 23. März. https://koreajoongangdaily.joins.com/news/2024-03-23/business/industry/YG-drops-308-million-for-contracts-most-likely-for-Blackpink/2008892. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  16. Lim, Hui-jie. 2023. Blackpink renews group contracts with agency, YG shares spike 29%. CNBC, 5. Dezember. https://www.cnbc.com/2023/12/06/blackpink-renews-contracts-with-yg-k-pop-agency-shares-spike-29percent.html. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  17. Herman, Tamar. 2016. 2NE1 Officially Disbands, YG Entertainment Renews Contracts With CL and Dara. Billboard, 26. November. https://www.billboard.com/music/music-news/2ne1-disbands-yg-entertainment-7588838/. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  18. Herman, Tamar. 2018. Psy Exits YG Entertainment After 8 Years. Billboard, 15. Mai. https://www.billboard.com/music/music-news/psy-leaves-yg-entertainment-8456233/. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  19. Kang Aa-young. 2019. Seungri remains silent on Burning Sun controversy. The Korea Times, 30. Januar. https://www.koreatimes.co.kr/southkorea/law-crime/20190130/seungri-remains-silent-on-burning-sun-controversy. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  20. Yonhap. 2019. YG denies sex-for-favor allegation involving BIGBANG’s Seungri. The Korea Times, 27. Februar. https://www.koreatimes.co.kr/entertainment/k-pop/20190227/yg-denies-sex-for-favor-allegation-involving-bigbangs-seungri. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  21. Yoon, Min-sik. Seungri’s reputation in peril over alleged assault at his club 2019. The Korea Herald, 31. Januar 2019. https://www.koreaherald.com/article/1905658. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  22. Ser, Myo-ja und Sohn Kook-hee. 2019. Top police pulled into Seungri scandal. Korea JoongAng Daily, 13. März. https://koreajoongangdaily.joins.com/news/article/article.aspx?aid=3060529. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  23. Bicker, Laura. 2019. K-pop stars Jung Joon-young and Choi Jong-hoon sentenced for rape. BBC News, 29. November. https://www.bbc.com/news/world-asia-50596943. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  24. Kim, Hyun-bin. 2019. YG head under fire for alleged hiring of sexual escorts. The Korea Times, 28. Mai. https://www.koreatimes.co.kr/entertainment/20190528/yg-head-under-fire-for-alleged-hiring-of-sexual-escorts. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  25. Stassen, Murray. 2019. YG Entertainment founder Yang Hyun-suk exits company. Music Business Worldwide, 14. Juni. https://www.musicbusinessworldwide.com/yg-entertainment-founder-yang-hyun-suk-exits-company/. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  26. Yoo, Cheong-mo. 2019. Police decide to drop pimping charges against former YG chief. Yonhap News, 20. September. https://en.yna.co.kr/view/AEN20190920006000315?section=search. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  27. Kim, Hyun-soo. 2023. YG Entertainment founder gets suspended jail term for wielding coercion in attempt to conceal drug scandal. Yonhap News, 8. November. https://en.yna.co.kr/view/AEN20231108010800315. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  28. Yoo, Cheong-mo. 2021. Disgraced K-pop star Seungri gets 3-year prison term in sex, gambling scandal. Yonhap News, 12. August. https://en.yna.co.kr/view/AEN20210812010951315?section=national/national. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  29. Ha, Soo-young. 2022. „Burning Sun“ Seungri’s sentence halved after a single „I reflect“. JoongAng Ilbo, 27. Januar. https://www.joongang.co.kr/article/25044166#home. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  30. Ab Mai 2018 fanden regelmäßig bei U-Bahnstation Hyehwa in Seoul Demonstrationen gegen Sexismus und Frauenfeindlichkeit, die in Südkorea grassierten, statt, die als Hyehwa Station Proteste in die Geschichte eingingen. Sie erreichten am 22. Dezember 2018 mit mehr als 110.000 TeilnehmerInnen ihren Höhepunkt und lebten, nach Bekanntwerden des Burning Sun Skandals im März 2019 wieder auf. Siehe dazu: The Korea Times. 2018. Largest anti-gender discrimination rally held. 24. Dezember. https://www.koreatimes.co.kr/southkorea/law-crime/20181224/largest-anti-gender-discrimination-rally-held. Zugriff 10. Feb. 2026 und Cheon, Hyo-jeong. 2019. „Stop the Drug Cartel“: Women gathered again at Hyehwa Station. https://news.kbs.co.kr/news/pc/view/view.do?ncd=4149219. KBS, 2. März. https://news.kbs.co.kr/news/pc/view/view.do?ncd=4149219. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  31. Ng., Abigail. 2019. K-pop sex scandals are crushing Korean entertainment stocks. CNBC, 19. März. https://www.cnbc.com/2019/03/19/k-pop-sex-scandals-are-crushing-korean-entertainment-stocks.html. Zugriff 10. Feb. 2026 ↩︎
  32. Kil, Sonia. 2019. YG Agency Boss Quits as K-Pop Scandals Expand. Variety, 25. Juni. https://variety.com/2019/biz/asia/yg-agency-boss-quits-as-k-pop-scandals-expand-1203252481/. Zugriff 12. Feb. 2026 ↩︎
  33. Daw, Stephen. 2020. Lady Gaga Confirms ‚Chromatica‘ Track List, With Some A-List Guests. Billboard, 22. April. https://www.billboard.com/music/pop/lady-gaga-chromatica-official-track-list-9363808/. Zugriff 12. Feb. 2026 ↩︎
  34. Kyle, Denis. 2020. Lady Gaga Celebrates Chromatica Ball One-Year Anniversary Wearing BLACKPINK T-Shirt. Billboard, 18. Juli. https://www.billboard.com/music/pop/lady-gaga-chromatica-ball-anniversary-blackpink-shirt-1235373955/. Zugriff 12. Feb. 2026 ↩︎
  35. Billboard. 2020. Five Burning Questions: Blackpink Debut in the Top 40 With ‚How You Like That‘. 7. Juli. https://www.billboard.com/pro/blackpink-how-you-like-that-five-burning-questions/. Zugriff 12. Feb. 2026 ↩︎
  36. Trust, Gary. 2020. Blackpink Hits New Hot 100 High With Debut of Selena Gomez Collab ‚Ice Cream‘. Billboard, 8. September. https://www.billboard.com/pro/blackpink-hits-new-hot-100-high-ice-cream/. Zugriff 12. Feb. 2026 ↩︎
  37. Spangler, Todd. 2020. Blackpink to Kick Off YouTube’s New ‚Released‘ Weekly Music Show. Variety, 30. September. https://variety.com/2020/digital/asia/blackpink-youtube-released-weekly-music-show-1234786937/. Zugriff 12. Feb. 2026 ↩︎
  38. Oh, Bo-ram. 2020. BLACKPINK smashes girl group first-week sales record in just one day… 590,000 copies sold. Yonhap News, 7. Oktober. https://m.entertain.naver.com/now/article/001/0011925721. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 12. Feb. 2026 ↩︎
  39. International Federation of the Phonographic Industry (IFPI). 2021. BTS‘ MAP OF THE SOUL: 7 tops IFPI’s 2020 Global Album Sales Chart. Pressemitteilung, 11. März. https://www.ifpi.org/bts-map-of-the-soul-7-tops-ifpis-2020-global-album-sales-chart/. Zugriff 12. Feb. 2026 ↩︎
  40. Lee, Hazell. 2020. YG Entertainment: Global Demand Stands out even amid Hardship. Business Korea, 14. Mai. https://www.businesskorea.co.kr/news/articleView.html?idxno=45763. Zugriff 12. Feb. 2026 ↩︎
  41. Trust, Gary. 2022. BLACKPINK’s ‚Shut Down‘ Launches at No. 1 on Billboard Global Charts. Billboard, 26. September. https://www.billboard.com/music/chart-beat/blackpink-shut-down-debuts-number-one-debut-global-charts-1235144746/. Zugriff 13. Feb. 2026 ↩︎
  42. Paul, Larisha. 2022. Blackpink Unveils ‚Born Pink‘ Tour Dates, Plots Largest World Tour in the History of a K-Pop Girl Group. Rolling Stone, 8. August. https://web.archive.org/web/20220808170841/https://www.rollingstone.com/music/music-news/blackpink-unveils-born-pink-tour-dates-1394087/. Zugriff 13. Feb. 2026 ↩︎
  43. Hong, Se-young. 2022. BLACKPINK Double Million-Seller, YG’s ‚First K-pop Girl Group‘. Naver News, 22. September. https://m.entertain.naver.com/home/article/382/0001005717. Zugriff 13. Feb. 2026 ↩︎
  44. Dolan, Leah. 2022. Look of the Week: Blackpink headline Coachella in Korean hanboks. CNN News, 18. April. https://edition.cnn.com/style/article/blackpink-coachella-2023-hanboks-lotw/index.html. Zugriff 13. Feb. 2026 ↩︎
  45. Hwang, You-mee. 2025. Blackpink shares ticket dates for first leg of world tour. The Korea Herald, 8. April. https://www.koreaherald.com/article/10460473. Zugriff 13. Feb. 2026 ↩︎
  46. Yonhap. 2022. YG Entertainment founder’s younger brother reinstated as co-CEO. The Korea Times, 1. Juli. https://www.koreatimes.co.kr/entertainment/20220701/yg-entertainment-founders-younger-brother-reinstated-as-co-ceo. Zugriff 13. Feb. 2026 ↩︎
  47. Peoples, Glenn. 2024. YG Entertainment Names Yang Min-seok Sole CEO. Billboard, 2. April. https://www.billboard.com/business/business-news/k-pop-blackpink-label-yg-entertainment-yang-min-seok-sole-ceo-1235647556/. Zugriff 13. Feb. 2026 ↩︎
  48. Siehe dazu YG Entertainment Geschäftsbericht für das Jahr 2023: https://cdn.financialreports.eu/financialreports/media/filings/16914/2024/RNS/16914_rns_2024-04-03_0d33f05c-7207-4781-8445-d52d78465e90.html. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 18. Feb. 2026 ↩︎