Wenn man die Anfänge des K-Pop zu ergründen versucht, dann muss man bis in die frühen 1990er Jahre zurückgehen, als Südkorea eine Aufbruchszeit nach Jahren der Militärdiktatur erlebte und gesellschaftlichen Reformen das Land prägten. Es ist also kein Zufall, dass in dieser Zeit auch in der Pop-Musik neue Wege eingeschlagen wurden und die Basis nicht nur für eine neues Musikgenre, sondern für ein ganzes Musikproduktionssystem gelegt wurde.
Die Erfinder des K-Pop: Seo Taiji and Boys
Wer am 11. April 1992 die beliebte Talent-Show der Munhwa Broadcasting Corporation (MBC) ansah, wurde Zeuge einer Musikrevolution.1 Der Moderator der Show kündigte die sechs TeilnehmerInnen an, indem er deren jüngst veröffentlichte Musik-Alben präsentierte. Zuletzt hielt er das gleichnamige Debüt-Album der Boy-Band Seo Taiji and Boys in die Kamera und stellte dann die vierköpfige Jury vor, die eher an eine Prüfungskommission einer altehrwürdigen Musikhochschule erinnerte. Zwei der Herren in Anzug und Krawatte und die Dame im weißen Kostüm und einer Brille, die ihr etwas Oberlehrerhaftes verlieh. Nur das jüngste Jurymitglied, offenbar ein Musiker, setzte allein schon optisch, in Sakko und T-Shirt, einen Kontrapunkt zu seinen altehrwürdigen KollegInnen.2
Was die Jury und das Publikum nun aber zu hören und sehen bekam, stand im starken Kontrast zum betulichen Ambiente der Show und war unerhört für das Südkorea der frühen 1990er Jahre. Im Halbdunkel der kleinen Studiobühnen standen drei junge Männer, den Kopf gesenkt und wie ins Gebet vertieft. Als die Scheinwerfer angingen, begannen Seo Taiji und die beiden Boys – Yang Hyun-suk und Lee Ju-no – in Hip-Hop-Manier zu tanzen und rappten ihren Song „Nan arayo“, was ins Deutsche als „Ich weiß es“ übersetzt werden kann. Darin beklagt sich ein imaginäres Ich darüber, von der Freundin verlassen worden zu sein. Aber nicht der Inhalt des Songs erregte die Gemüter, sondern die Art und Weise wie er dargeboten wurde. Für viele SüdkoreanerInnen, vor allem für die Jugendlichen des Landes, war es das erste Mal, dass sie mit HipHop und Rap in Berührung kamen.3 Allerdings erinnerten Seo Taiji and Boys weniger an die mit Goldketten behängten Gangsta-Rapper aus Compton, dem berüchtigten Vorort von Los Angeles, sondern an kreuzbrave College-Studenten, die sich gerade für eine Party zurecht gemacht hatten. Die Dance-Moves und die Choreografie waren exakt aufeinander abgestimmt und im Gesang verschmolzen Rap, Techno und Rock mit dem koreanischen Balladenstil. Es war die Mischung, die für den K-Pop prägend sein sollte und so werden Seo Taiji and Boys von vielen als Pioniere des K-Pops angesehen.4
Allerdings reagierte das Publikum, in dem sich viele SchülerInnen, adrett in Schuluniformen gekleidet, befanden, mit höflichem, aber verhaltenem Applaus. Auch die Jury war nicht gerade begeistert vonSeo Taiji and Boys. Ein Juror bemängelte, dass der Song wenig melodisch war, die andere, dass mit dem Song keine Geschichte erzählt werden würde und für den dritten Juror hatte die Tanzeinlage nichts mit dem Thema des Songs zu tun. Für das vierte Jury-Mitglied, den jungen Sänger, war Seo Taiji kein Unbekannter, weil er ihn schon als Mitglied der Heavy-Metal-Band Sinawe kannte. Er war nur überrascht, Seo Taiji als Rapper kennen lernen zu dürfen, der sich die langen Haare abgeschnitten hatte, und war durchaus von der Performance angetan. Das änderte aber nichts daran, dass Seo Taiji and Boys die schlechteste Bewertung bekamen und nur den letzten Platz belegten.5
Die koreanischen Musikfans sahen es offensichtlich anders. Für sie waren Seo Taiji and Boys eine Sensation. Der Song „Nan arayo“ erreichte in den koreanischen Jahresend-Charts den 3. Platz6 und vom im März 1992 releasten Debüt-Album konnten bis 1996 rund 1,5 Millionen Einheiten abgesetzt werden.7 Die Boy-Band hatte allerdings nicht lange Bestand und löste sich im Januar 1996 nach dem Release ihres vierten Studioalbums auf.8
Ihr Einfluss auf die Pop-Musik in Südkorea war aber umso prägnanter und nachhaltiger. Seo Taiji and Boys wurden zum Vorbild für viele jungen MusikerInnen in Südkorea und sie waren das Blueprint für die drei großen K-Pop-Konzerne – „The Big Three“ –, die Mitte der 1990er Jahre entstanden. Das war kein Zufall, denn kurz nach der Auflösung von Seo Taiji and Boys, gründete einer der beiden Boys, Yang Hyun-suk, den späteren K-Pop-Konzern YG Entertainment,9 der den Platzhirsch, SM Entertainment, herausfordern sollte.
SM Entertainment und das K-Pop Idol-System
SM Entertainment wurde vom ehemaligen Folk-Musiker, Lee Soo-man, im Februar 1995 gegründet, nachdem er an der California State University in Northridge Computerwissenschaften studiert und nach seiner Rückkehr in seiner Geburtsstadt Seoul 1989 das Label SM Studios ins Leben gerufen hatte.10 Das erste Signing war der Sänger, Tänzer und Rapper Hyun Jin-young, der 1990 mit dem Song „Sexy Woman“ seinen Durchbruch erzielt hatte. Allerdings geriet Hyun schon bald wegen Drogendelikte mit der Justiz in Konflikt und sorgte für negative Schlagzeile, was 1994 zur Auflösung seines Label-Vertrags führte.11 Lee Soo-man verlor durch den Abgang von Hyun Jin-young sehr viel Geld und geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Er gab aber nicht auf und schwor sich, diesen Fehler nicht wieder zu begehen. Er benannte die SM Studios in SM Entertainment um und schuf ein Vermarktungssystem, in dem er und sein Unternehmen jeden Karriere-Aspekt seiner KünstlerInnen kontrollierte. Ab Vertragsunterzeichnung unterwarfen sich die hoffnungsvollen Talente einem rigiden Trainings- und Ausbildungssystem, in dem nichts dem Zufall überlassen wurde. Nicht nur die künstlerischen, sondern alle Lebensaspekte der MusikerInnen sollten kontrolliert werden.12
In Anlehnung an das aus Japan stammende „Idols-Konzept“, wurde von Lee Soo-man eine Marktstudie durchgeführt, in der unter anderem Teenager-Mädchen gefragt wurden, wie sie sich ihr perfektes „Idol“ vorstellen würden.13 Für das Ergebnis hätte es keiner Studie bedurft, denn, wie zu erwarten, wünschten sich die Teenagerinnen gutaussehende Jungs, die singen und tanzen konnten. Mit dieser Vorgabe veranstaltete die SM Academy Auditions, für die die hoffnungsvollen Anwärter Musikvideos, damals natürlich noch im VHS-Format, einsenden konnten. Wer den aufwändigen Audition-Prozess erfolgreich durchlaufen hatte, wurde ins Trainingsprogramm von SM Entertainment aufgenommen. Dabei wurde der Kandidat nicht nur im Singen und Tanzen unterrichtet, sondern auch die Mimik, sein Auftreten und seine Haltung wurden trainiert sowie seine Persönlichkeit entwickelt.14 Mit anderen Worten, den Trainees wurde nicht nur beigebracht, wie man als Star singt und tanzt, sondern auch, wie man als Star aussieht, lebt und sich verhält.
Das Ergebnis war die fünfköpfige Boy-Group H.O.T., was für „High-five Of Teenagers“ steht, und die als erste Idol-Group des K-Pops zum Vorbild vieler weiteren Generation von K-Pop-Acts werden sollte. Ihren ersten Live-Auftritt hatte H.O.T. auf dem „Beep 012“-Konzert der Korea Mobile Communications, aber erst ihr Erscheinen in der beliebten Hauptabend-TV-Show von MBC „Saturday is Fun“ am 7. September 1996 machte H.O.T. in ganz Südkorea bekannt.15 Am selben Tag wurde das Debüt-Album von H.O.T. „We Hate All Kinds of Violence“ veröffentlicht, aus dem die beiden Singles „Descendants of Warriors“ und der Bubblegum-Song „Candy“ ausgekoppelt wurden. Vor allem „Candy“ kam bei den weiblichen Teenager-Fans mit seinem Happy-Sound sehr gut an und führte wochenlang die koreanischen Single-Charts an.16 Aber auch das Debüt-Album von H.O.T. verkaufte sich sehr gut und es konnten innerhalb der ersten hundert Tage nach dem Release rund 800.000 Einheiten abgesetzt werden.17 Dieser immense wirtschaftliche Erfolg von H.O.T. war eine Bestätigung für Lee Soo-man, dass sein integriertes Ausbildungs- und Vermarktungssystem von Idol-Groups funktionierte und damit eine Blaupause für weitere ähnlich gelagerte Acts geschaffen wurde.
Die Entstehung der Big Three: SM, YG und JYP Entertainment
Aber auch die Konkurrenz sprang rasch auf den Erfolgszug auf. Daesung Enterprise, ein von Lee Ho-yeon im Oktober 1991 in Seoul gegründetes Entertainment-Unternehmen,18 ließ am 15. April 1997 die sechsköpfige Boy-Band Sechs Kies in der KMTV Show! Music Tank mit ihrer Debüt-Single „School Anthem“ auftreten.19 Der Song stellte eine Kritik des rigiden Schulsystems in Südkorea dar und traf auf entsprechende Resonanz vor allem bei den Jugendlichen. Sechs Kies wurden bewusst als Gegenkonzept zu H.O.T. positioniert, wie auch das Musikvideo belegt.20 Sie waren die Bad Boys mit einem rebellischen Image, die mit härten Sounds und wesentlich mehr Rap-Einlagen arbeiteten.21 Im Gegensatz zu H.O.T. durchliefen sie kein Trainee-Programm, sondern wurden in klassischer Manier in Clubs und von anderen Agenturen gecastet.22
Sechs Kies trafen einen Nerv bei den jugendlichen Fans, die sich als Fanclub mit dem Namen „Yellow Kies“ wegen ihrer gelben Ballone und Outfits formierten. Es kam zu einer regelrechten Rivalität mit dem „Club H.O.T.“ wie sich die Fans von H.O.T. bezeichneten, die durch die Medien und die jeweils dahinterstehenden Unternehmen befeuert wurden.23 Damit wurde ein weiteres, den K-Pop definierendes Element, eingeführt: die Fan-Kultur, auf die später noch genauer eingegangen werden wird. Das AutorInnen-Team von der Hallyu Press kommt jedenfalls zum Schluss: „The high-production performances and intense fan culture that define modern K-pop can be traced back to this rivalry [zwischen H.O.T. und Sechs Kies, Anm. d. Verf.].“24
Dieses Muster wiederholte sich bei der Markteinführung der ersten Girl-Groups. Wieder war SM Entertainment der Vorreiter. Am 28. November 1997 wurde das Debüt-Album „I’m Your Girl“ von S.E.S. released, wobei der Name ein Akronym, gebildet aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der drei Mitglieder – Sea, Eugene und Shoo –, ist.25 S.E.S. wurden als eine Art Pop-Feen-Group positioniert, wie auch das Musikvideo zur Single-Auskoppelung „(‚Cause) I’m Your Girl“ belegt.26 Das Album verkaufte sich innerhalb eines halben Jahres mit 600.000 abgesetzten Einheiten sehr gut und erregte bereits die Aufmerksamkeit des Billboard Magazine.27 Daesung Enterprise antwortete im Mai 1998 mit dem Debüt-Album „Blue Rain“ von der vierköpfigen Girl Group Fin.K.L. Fin.K.L wurde ebenfalls bewusst als Erwachsenenversion von S.E.S. mit starken Stimmen und einem selbstbewussten Image positioniert.28 Allein schon der Gruppenname – Fin Killing Liberty – wendet sich gegen die Unterdrückung von Freiheiten.29 Sogleich bildete sich auch Fan-Communitys um die beiden Acts, die sich gegenseitig herausforderten.
Allerdings gelang es Daesung Enterprise nicht, sich gegen SM Entertainment zu behaupten. Ein Grund könnte sein, dass Daesung nicht das rigide Trainee-System von SM anwandte, sondern auf klassische Formen des A&R setzte. Wie dem auch sei, die beiden Hauptkonkurrenten von SM Entertainment wurden YG Entertainment und JYP Entertainment. YG Entertainment wurde, wie wir bereits gesehen haben, 1996 von Yang Hyun-suk, dem ehemaligen Mitglied von Seo Taiji and Boys als Hyun Agency gegründet.30 Allerdings war die dreiköpfige Hip-Hop-Group Keep Six, die als erstes unter Vertrag genommen wurden, kein finanzieller Erfolg und hinterließ einen Schuldenberg von KRW 400 Millionen.31 Es folgte eine Umschuldung, die eine Umbenennung des Unternehmens in MF Agency zur Folge hatte.32 Mit dem nächsten Projekt, dem Hip-Hop-Duo Jinusean blieb Yang Hyun-suk dem rebellischen und kantigen Image seines Labels treu, aber Kim Jin-woo (AKA Jinu) und Noh Seung-hwan (AKA Sean), wurden stärker auf den Mainstreaming-Musikmarkt hin positioniert. Dieser neue strategische Ansatz sollte sich als goldrichtig herausstellen. Die ersten beiden Singles des Duos – „Gasoline“ und „Tell Me“ – verkauften sich sehr gut und Jinusean war der erste Hip-Hop-Act, der in Südkorea mehr als 700.000 Singles absetzen konnte.33
Ein Jahr später erfolgte die nächste Umbenennung in Yang-goon Agency, die den eingeschlagenen Kurs mit dem Rap-Quartett 1TYM (ausgesprochen One-Time) fortsetzte. Interessant ist, dass zwei der Gruppenmitglieder – Teddy Park und Danny Im – aus Los Angeles stammten und dort von einem Musikproduzenten entdeckt wurden, der sie an Yang Hyun-suk vermittelte. Dieser spannte sie mit Oh Jinh-wan und Song Baek-young zu 1TYM zusammen.34 Damit war Hip-Hop im südkoreanischen Mainstream angekommen und Yang baute nun ein Trainee-System ähnlich jenem von SM Entertainment auf.35 Mithilfe des Trainee-Programms konnten zahlreiche Acts gecastet werden, die 1999 auf dem Album „Y.G. Family – Famillenium“ gefeatured wurden.36 Zwei Jahre später wurden die Initialen der Yang-goon Agency als neuer und bislang letzter Name für das Unternehmen herangezogen, das nun YG Entertainment hieß. Um die Taufe zu feiern, wurde sogleich ein weiteres Compilation-Album mit neuen Acts produziert, das 2002 auf den Markt kam.37 Zu diesem Zeitpunkt war YG Entertainment als K-Pop-Konzern etabliert, auch wenn die ganz großen Erfolge noch in der Zukunft liegen sollten.
2002 war aber auch das Jahr, in dem JYP Entertainment mit Jung Ji-hoon unter dem Künstlernamen Rain den ersten männlichen K-Pop-Solo-Act auf den Markt brachte.38 Rain war die Antwort auf BoA, mit bürgerlichem Namen Kwon Bo-ah, die bereits als 11-jährige entdeckt wurde, als sie ihren Bruder zu einer Break-Dance Audition bei SM Entertainment begleitet hatte. Statt des Bruders wurde allerdings Kwon Bo-ah von SM unter Vertrag genommen und wurde, obwohl die Eltern erst überzeugt werden mussten, ins Trainingsprogramm der SM Academy aufgenommen.39 Zwei Jahre lang erhielt sie eine Gesangs-, Tanz und Sprachausbildung in Englisch und Japanisch, bevor am 25. August 2000 ihr erstes Studioalbum „ID; Peace B“ released wurde, das allerdings nur ein moderater Verkaufserfolg war.40 Zu diesem Zeitpunkt war BoA erst 13 Jahre alt und dennoch vermittelte ihr SM Entertainment einen Plattenvertrag mit dem japanischen Label Avex Trax. Dazu musste sie die Schule in Südkorea abbrechen und nach Japan ziehen, was für sie ein ziemlicher kultureller Schock war, wie sie in einem Interview später einräumte.41 Trotzdem nahm sie dort auf Japanisch das Album „Listen to My Heart“ auf, das am 13. März 2002 veröffentlicht wurde. Es wurde zu einem durchschlagenden Erfolg. In kürzester Zeit stürmte das Album auf Platz 1 der japanischen Charts und wurde zum Millionenseller, was davor noch keinem südkoreanischen Act gelungen war.42 Auch die koreanische Version des Albums – „No. 1“ –, die ein Monate später auf den Markt kam, war ein kommerzieller Erfolg43 und BoA legte damit den Grundstein für den Ehrentitel „Queen of K-Pop.“
JYP Entertainment wollte nun das männliche Pendant zu BoA erschaffen. Im Jahr 2000 nahm Park Jin-young den 18-jährigen Jung Ji-hoon (AKA Rain) unter Vertrag, der bereits zwei Jahre zuvor erfolglos mit der Boy-Band Fanclub debütiert hatte.44 Er wurde einem umfassenden Training unterworfen und am 13. Mai 2002 kam sein Debüt-Album „Bad Guy“ auf den Markt, das allerdings nur auf Platz 9 der koreanischen Album-Charts vorstoßen konnte.45 Auch wenn der ganz große Verkaufserfolg ausblieb, räumte Rain 2002 alle relevanten koreanischen Musikpreise ab46 und wurde einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Seinen großen Durchbruch schaffte Jung Ji-hoon aber als Schauspieler in den TV-Serien „Sang Doo! Let’s Go To School“ (2003)47 und „Full House“ (2004)48. Erst die Verbindung einer Schauspiel- und Musikkarriere, was durchaus typisch für den K-Pop ist, konnte sich Rain nachhaltig als „King of K-Pop“ etablieren.
Für JYP Entertainment war der Erfolg von Rain der kommerzielle Durchbruch. JYP-Gründer Park Jin-young, war selbst als Solo-Künstler und Songwriter seit 1994 erfolgreich und gründete 1997 die Tae-Hong Planning Corporation, die 2001 unter der Verwendung des Künstlernamens von Park Jin-young in JYP Entertainment umgetauft wurde.49 Wie SM und YG Entertainment setzte auch die JYP Entertainment auf ein umfassendes Casting- und Trainingssystem für ihre KünstlerInnen. Während sich aber SM Entertainment über auf Hochglanz polierte Pop-Idols und YG Entertainment als skandalumwitterter Gegenpol positionierte, setzte JYP Entertainment ganz auf tänzerische Brillanz und künstlerische Choreografien.50 Damit gelang es allen drei Unternehmen sich rund um das Jahr 2000 am noch jungen K-Pop Markt zu etablieren und legten das Fundament für ihre integrierten Konzernstrukturen.
Peter Tschmuck
Dieser Artikel erschien erstmal am 6. April 2026 auf der Seite https://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/2026/04/06/die-okonomie-des-k-pop-teil-3-die-pionierphase-des-k-pop/
Die Ökonomie des K-Pop – Teil 1: Eine Marktanalyse
Die Ökonomie des K-Pop – Teil 2: Der südkoreanische Musikstreamingmarkt
Peter Tschmuck ist Professor am Institut für Popularmusik (ipop) der mdw.
Endnoten
- Ein Mitschnitt der Show kann auf YouTube angesehen werden: YouTube. 2019. The debut stage everyone remembers for its shock and horror! Seo Taiji and Boys – I Know: 1992 Special TV Entertainment. 23. Dezember. https://www.youtube.com/watch?v=Zr-9NlWLr5g. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 07. Jan. 2026 ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Sherman, Maria. 2020. Start Here: Your Guide To Getting Into K-Pop. NPR, 13. Juli. https://www.npr.org/2020/07/13/888933244/start-here-your-guide-to-getting-into-k-pop. Zugriff 07. Jan. 2026 ↩︎
- In „K-Pop: Popular Music, Cultural Amnesia, and Economic Innovation“ von John Lie, einem der ersten in Englisch erschienenen wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema K-Pop, wird sogar von der „Seo Taiji-Revolution“ gesprochen, die K-Pop den Weg ebnete. Aber auch Annika Chung in „All About K-Pop“, Kara Atkin in „K-Pop“, Joanne Miyang Cho und Tessa C. Lee in „A Short History of K-Pop“ und in „The K-Pop Phenomenon“ von einem anonymen AutorInnen-Team der Hallyu Press wird „Seo Taiji and Boys“ als die Initialzündung des K-Pops angesehen. ↩︎
- Lie, John. 2014. K-Pop: Popular Music, Cultural Amnesia, and Economic Innovation. University of California Press, S. 57 ↩︎
- Naver News. 1992. I swear, it’s the most popular year. National Chart Association Announces ’92 Closing Popularity Chart. 30. Dezember. https://n.news.naver.com/mnews/article/001/0003625765?sid=103. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 07. Jan. 2026 ↩︎
- Varcoe, Fred. 1996. Seoul Music: Hot Rockin‘ in Korea. Billboard, 20. April, S. 18. https://books.google.at/books?id=iw0EAAAAMBAJ&pg=PA18&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false. Zugriff 07. Jan. 2026 ↩︎
- Allkpop. 2010. Way Back Wednesday: Seo Taiji & Boys – „Nan Arayo“. Blogbeitrag, 18. November. https://www.allkpop.com/article/2010/11/way-back-wednesdays-seo-taiji-boys-nan-arayo. Zugriff 07. Jan. 2026 ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Atkin, Kara. 2025. K-Pop. 100 Seiten: Eine kurze Einführung in das globale Phänomen der koreanischen Popmusik. Reclam, S. 18-20 und Waitts, Hannah. 2014. The History of K-Pop. Chapter 4: How Lee Soo Man’s First Big Fail Resulted in Korea’s Modern Pop Star System. moonrock-Blog, 14. Juli. https://web.archive.org/web/20220425060620/http://www.moonrok.com/history-k-pop-chapter-4-how-lee-soo-mans-first-big-fail-resulted-koreas-modern-pop-star/. Zugriff 08. Jan. 2026 ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Waitts, Hannah. 2014. The History of K-Pop. Chapter 5: H.O.T, BoA, and the Rise of the Idols. moonrock-Blog, 21. Juli. https://omonatheydidnt.livejournal.com/13733319.html? Zugriff 08. Jan. 2026 ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Go, Song. 2016. Idols: 20 Years. From a teen phenomenon to the spearhead of Hallyu exports. Yonhap News Agency, 4. September. https://www.yna.co.kr/view/AKR20160903052700005. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 08. Jan. 2026 ↩︎
- Jackson, Julie. 2016. Then & Now: A look back at the changing tides of K-pop. The Korea Herald, 13. August. https://www.koreaherald.com/article/17853. Zugriff 08. Jan. 2026 ↩︎
- Waitts. The History of K-Pop. Chapter 5 ↩︎
- Heute firmiert Daesung unter dem Namen „DSPmedia Inc.“, nachdem es mehrfach umbenannt worden war. Siehe: LostInTheDream. o.D. DSP Media Profile: History, Artists, and Facts. KProfiles, https://kprofiles.com/dsp-media-profile-history-artists-facts/. Zugriff 08. Jan. 2026 ↩︎
- Korea Star Story. 2001. Sechs Kies. cafe.daum.net, 5. Februar. https://cafe.daum.net/sechskies00/4wU2/47. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 08. Jan. 2026 ↩︎
- JwonHun_NoMin. 2016. Sechskies – School Song (hagwonbyeolgok). YouTube, 9. Juni. https://www.youtube.com/watch?v=ieVvGlkX9qw&list=RDieVvGlkX9qw&start_radio=1. Zugriff 08.Jan.2026 ↩︎
- Hallyu Press AutorInnen-Team. 2025. The K-Pop Phenomenon. Origins, Evolution, and Future. Hallyu Press, S. 15. ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Atkin. K-Pop. S. 13. ↩︎
- SMTown. 2022. S.E.S. ‚(‚Cause) I’m Your Girl‘ MV. YouTube, 10. März. https://www.youtube.com/watch?v=fBge8oUfFwU&list=RDfBge8oUfFwU&start_radio=1. Zugriff 08.Jan.2026 ↩︎
- Cho, Hyun-jin. 1998. The Next Sound You’ll Hear… New Asian Talent. Billboard, 16. Mai. https://books.google.at/books?id=QQ0EAAAAMBAJ&q=king+records+sm+entertainment&pg=PA54-IA4&redir_esc=y#v=snippet&q=king%20records%20sm%20entertainment&f=false. Zugriff 08.Jan.2026 ↩︎
- Hallyu Press AutorInnen-Team. The K-Pop Phenomenon. S. 16. ↩︎
- Kallen, Stuart A. 2014. K-Pop: Korea’s Musical Explosion. Twenty First Century Books, S. 25. ↩︎
- YGFamily.com. o.D. Vibe the New Flow. YG History. https://ygfamily.com/en/about/history. Zugriff 12. Jan. 2026 ↩︎
- Ilgan Sports. 2003. „Hand of Midas“ Yang Hyun-seok. 5. September. https://v.daum.net/v/20030509034300901. Zugriff 12. Jan. 2026 ↩︎
- YGFamily.com. YG History ↩︎
- Jeon, Won. 2013. Jinwoo shares recent updates, Sean ‚currently serving as YG’s overseas cooperation director‘. TV Daily, 30. August. https://tvdaily.asiae.co.kr/read.php3?aid=1377861356564921010. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 12. Jan. 2026 ↩︎
- Hallyu Press AutorInnen-Team. The K-Pop Phenomenon. S. 18. ↩︎
- Kwon, Mee-yoo. 2015. YG is different. The Korea Times, 17. April. https://www.koreatimes.co.kr/lifestyle/books/20150417/yg-is-different. Zugriff 12. Jan. 2026 ↩︎
- YGFamily.com. o.D. Y.G. Family – Famillenium 1st Album. https://www.ygfamily.com/en/artists/yg-family/discography/1533. Zugriff 12. Jan. 2026 ↩︎
- YGFamily.com. o.D. Y.G. Family – 97- 02 – Why be normal? https://www.ygfamily.com/en/artists/yg-family/discography/1527. Zugriff 12. Jan. 2026 ↩︎
- Hallyu Press AutorInnen-Team. The K-Pop Phenomenon. S. 17. ↩︎
- Poole, Robert M. 2009. No constrictions on BoA’s ambitions. The Japan Times, 20. März. https://web.archive.org/web/20211230082341/https://www.japantimes.co.jp/culture/2009/03/20/music/no-constrictions-on-boas-ambitions/. Zugriff 12. Jan.2026 ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Ibid. ↩︎
- Recording Industry Association Korea (RIAK). 2002. Music Album Sales 2002.05. https://web.archive.org/web/20041016084116/http://www.riak.or.kr/stat/kpop_200205.htm. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 12. Jan. 2026 ↩︎
- Ilgan Sports. 2011. Rain released the picture when he was in ‚Fan Club‘. 12. November. https://isplus.com/news/article/article.asp?total_id=6651319. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 13. Jan. 2026 ↩︎
- Recording Industry Association Korea (RIAK). 2002. Music Album Sales 2002.08. https://web.archive.org/web/20070927031244/http://www.miak.or.kr/stat/kpop_200208.htm. Übersetzt mit DeepL. Zugriff 13. Jan. 2026 ↩︎
- Wikipedia. 2025. Bad Guy (album). 18. Oktober. https://en.wikipedia.org/wiki/Bad_Guy_(album). Zugriff 13. Jan. 2026 ↩︎
- Wikipedia. 2025. Sang Doo! Let’s Go to School. 12. Juli. https://en.wikipedia.org/wiki/Sang_Doo!_Let%27s_Go_to_School. Zugriff 13. Jan. 2026 ↩︎
- Wikipedia. 2025. Full House (South Korean TV series). 14. November. https://en.wikipedia.org/wiki/Full_House_(South_Korean_TV_series). Zugriff 13. Jan. 2026 ↩︎
- Atkin. K-Pop. S. 25. ↩︎
- Ibid. ↩︎
