Bild Der Nino aus Wien
Der Nino aus Wien (c) Michael Breyer

DER NINO AUS WIEN – das Beste vom Wiener aller Wiener

Nach dem Doppelrelease seines fünften und sechsten Albums 2014 hat der Mundartmusiker DER NINO AUS WIEN nun ein Best-of-Album mit dem Titel „Immer noch besser als Spinat“ herausgebracht. Von Klassikern wie „Spinat Song“ bis zu Ohrwürmern wie „Die Hütte vor dem Haus“ ist quer durch die Bank für jeden Geschmack etwas dabei.

Bekannt ist Der Nino aus Wien für seine kafkaesken, teils sukrilen Texte in Wiener Mundart. Seine Begabung für das Schreiben von Songtexten, bei denen man immer mit einem kleinen Schmunzeln zuhört, ist auf dieser CD sehr sichtbar. Das Album präsentiert eine Reihe an verschiedensten Liedern, die alle bereits zwischen 2008 und 2014 veröffentlicht wurden. Musikalisch hat das Album einiges zu bieten, denn nach den ersten beiden Tracks, die nur aus Gitarrenbegleitung mit Stimme bestehen, mischen sich immer mehr Schlagzeug, Bass und E-Gitarre ein. Manchmal ist die musikalische Untermalung der Stimme etwas rockiger, dann wieder eher poppig und oft Indie/Alternative. Der Nino aus Wien selbst bezeichnet auf seiner Facebook Seite seine Musik als „Pop, inspiriert von den Beatles und den Rolling Stones“.

Auf jeden Fall besser als Spinat

Die Titel eins bis drei auf dem Album sind überraschend ruhig, was sich aber mit dem vierten Track, „Holidays“, schlagartig ändert. Das Schlagzeug unterstreicht den Aufruf zum Baden, Spazieren und Cocktailtrinken – kurz gesagt: ein richtiger Urlaubssong. So schwungvoll und lustig dieses Lied ist, so melancholisch sind die nächsten beiden. Der Stimmungsbruch ist sowohl reizvoll als auch verwirrend, da man von der Urlaubsstimmung direkt in einen melancholischen Song rutscht. Danach hört man den Klassiker „Du Oasch“ – ein wütend-trauriger Track, der mit den Worten „I brich eam as Gnack“ endet. Auf das beschriebene Trennungslied folgt eine Reihe fröhlicher, poppig-rockiger Tracks, die vom Fußball schauen, dem Untergang des Ku-Klux-Klans durch Johnny Ramone und seltsamen Träumen handeln. Gleich darauf erklärt Der Nino aus Wien im Live-Song namens „Schlusslied“ seinem Publikum, dass zwei Konzerte an einem Tag keine gute Idee sind und dass wohl eher ein Konzert alle zwei Tage machbar wäre. Der Nino wirkt wirklich sympathisch, ein bisschen schüchtern, aber man muss ihn einfach gernhaben.

Nach dem auditiven Live-Erlebnis hört man ein Lied, in dem Der Nino aus Wien die Kunst des Sprechgesangs zum Besten gibt. Dazu muss gesagt werden, dass Ninos Charme generell darin besteht, dass er, selbst wenn er singt, mehr oder weniger redet. Ab diesem Punkt der CD kann man den Nino immer mehr dem Pop zuordnen. Die Nummer 17 der Trackliste, „Am heißesten Tag des Sommers“, wärmt das Herz jeder Wienerin und jedes Wieners. Der Nino malt Bilder vom Wiener Sommer an der Alten Donau, von plötzlichen Sommergewittern und der entsetzlichen Hitze der Stadt. Das Lied mit dem größten Ohrwurm-Potenzial folgt gleich darauf. „Die Hütte vor dem Haus“ hebt sich zwar musikalisch nicht von den anderen Liedern ab, dafür aber im Text. Dieser ist witzig, abstrus und bringt die Hörerin bzw. den Hörer unwillkürlich zum Schmunzeln. Die Geschichte des schönsten Manns von Wien besingt Der Nino aus Wien im vorletzten Lied und beendet das Album mit einem Song über Drogenkonsum in Wien. Ein gelungenes Album mit großartigen Mundartwerken, von denen jedes den bekannten Wiener Charme versprüht.

Das Album erschien am 20. November 2015 bei Problembär Records und wird am 13., 14., und 15 Dezember 2015 im Rhiz in Wien im Rahmen einer Release-Party präsentiert.

Antonia Seierl

Foto Der Nino aus wien (c) Redelsteiner

https://www.facebook.com/DerNinoAusWien
http://problembaerrecords.net/