Das trojanische Pferd

Es tut sich was in der Wiener Musikszene. Vor allem im Rockbereich vergeht kein Monat, indem nicht irgendeine Band ein wirklich starkes Debüt abliefert. Das aktuellste Beispiel ist der Zweier Das trojanische Pferd, welcher mit seinem gleichnamigen bei Hoanzl erschienenen Erstlingswerk, ein mehr als ordentliches Stück Musik am Start hat. Eigenständig, wild und so richtig schön ungehobelt.

“Das ist kein rundes Lied, weil es nichts Rundes gibt” heißt es im Opener, und damit ist eigentlich fast alles gesagt. Das trojanische Pferd sind Sänger Hubert Weinheimer und Cellist Hans Wagner. Noch handelt es sich um eine Art Geheimtipp, was sich aber mit so einem starken Debüt-Album vermutlich schnell ändern wird. Unangepasst – so oder so ähnlich könnte das Motto dieses Wiener Zweiergespanns, lauscht man sich durch die einzelnen Tracks durch, wohl lauten. Sowohl musikalisch wie auch textlich machen die Beiden keinerlei Konzessionen. Soundtechnisch tönt das Ganze erfrischend roh und ungehobelt aus den Boxen, Überhaupt verhält es sich mit der Musik ganz ähnlich wie mit der gleichnamigen Sage. Die Songs finden auf listige Art und Weise ihren Weg in die Gehörgänge des Konsumenten, um dort urplötzlich im positiven Sinne zu wüten.

 

Stilistisch lässt sich die Band nicht wirklich in eine Kategorie einordnen. Der Überbegriff Pop wird mit Elementen aus dem Punk, dem Folk und der Kammermusik gehörig umgemodelt, sodass am Ende ein wirklich eigenständiger und schon lange nicht mehr gehörter Gesamtsound steht. Wiederholungen oder Längen weist das Album keine auf, dafür ist jeder einzelne Song zu stark, was vielleicht auch daran liegt, dass man sich die Unterstützung von Kollegen wie Paper Bird, Ernst Molden und Velojet sichern konnte.

 

Antesten sollte man Das Trojanische Pferd allemal, es lohnt sich. Auch auf die Live-Umsetzung darf man durchaus gespannt. Die nächste Gelegenheit gibt es am 25. Juli im Wiener Cafe Stadtbahn.(mt)

 

Foto Das trojanische Pferd: Sarah Haas

 

 

Das trojanische Pferd
Hoanzl