Bild Paenda
Paenda (c) Chris Horn

„Das Schöne ist zu wissen, dass das trotzdem erst der Anfang ist” – PAENDA im mica-Interview

PAENDA liebt es dramatisch. Auf ihrem Debütalbum „Evolution” (Wohnzimmer Records), das Anfang Februar 2018 erschienen ist, lässt sie es krachen. Ihre Songs kann man dem Genre Elektropop zuordnen. Sie sind immer tanzbar, sehr elektronisch und sehr modern. Fast ist es so, als hätte sie es zu ihrem Ziel gemacht, den Elektropop der 2000er ins nächste Jahrzehnt zu befördern. Mit Anne-Marie Darok sprach die Künstlerin über ihr Debütalbum, ihre musikalischen Anfänge und darüber, warum man nie aufgeben sollte.

Wie haben Sie die letzten Monate und Wochen vor der Veröffentlichung Ihres Albums „Evolution“ erlebt?

PAENDA: Also erst war es etwas eigenartig, weil die CD fertig war und ich plötzlich nichts mehr zu tun hatte. Aber das hat sich eigentlich auch ganz schnell wieder geändert, weil dann schon die Vorbereitungen für die neue Single „Good Girl“ begonnen haben. Dementsprechend wenig Zeit hatte ich dann, über die Veröffentlichung von „Evolution I“ nachzudenken. Grundsätzlich habe ich mich aber einfach irrsinnig gefreut darauf, mein Baby endlich den Leuten präsentieren zu dürfen.

Ist mit dem Titel „Evolution“ Ihre eigene musikalische Evolution gemeint oder etwas komplett anderes?

PAENDA: Tatsächlich ist damit vor allem meine eigene musikalische Entwicklung gemeint. Ich habe ziemlich viel ausprobiert und lange gebraucht, um mich musikalisch dort wiederzufinden, wo ich mich hundertprozentig wohlfühle. Das Schöne ist zu wissen, dass das trotzdem erst der Anfang ist. On top ist damit auch meine persönliche Entwicklung gemeint. Während des Prozesses der Albumentstehung habe ich extrem viel über mich selbst gelernt und bin in vielerlei Hinsichten gewachsen und einige Schritte weitergegangen. 

„Ich finde, dass das Auftreten genauso wichtig ist wie die Qualität der Produktion.“

Ich habe schon oft von Newcomerinnen und Newcomern gehört, dass sie die Veröffentlichung des ersten Albums gar nicht mehr erwarten können beziehungsweise schon mit dem Kopf bei ganz anderen Projekten sind, wenn das Album rauskommt. Geht es Ihnen auch so?

PAENDA: Nein, mir geht’s definitiv nicht so. Ich gehe vollkommen in dem, was ich gerade tue, auf und bin eigentlich meistens von Minute eins bei der Sache. Natürlich mache ich gern zwischendurch etwas anderes, um meinen Kopf wieder ein bisschen frei zu bekommen, aber das funktioniert dann ohnehin nur bedingt.

In meiner Review zu „Evolution“ habe ich Ihre Musik teils mit Moloko und Kosheen verglichen. Sind das Einflüsse, mit denen Sie sich identifizieren können, oder hatten Sie ganz andere Vorbilder?

PAENDA: Ich habe mich auf jeden Fall gefreut, weil ich beide Acts extrem gern mag! Grundsätzlich habe ich mir vor allem anfangs keine direkten Vorbilder genommen, sondern eher gemacht und mal geschaut, was herauskommt. Ich glaube, es kam im Endeffekt eine Mischung aus dem, was ich schon gemacht und gelernt habe in meinem Leben, und dem, was ich gerade gern höre, heraus.

Stehen Sie am liebsten auf der Bühne oder im Studio?

PAENDA: Die beiden Tätigkeiten miteinander zu vergleichen, fällt mir etwas schwer. Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen, aber im Studio zu arbeiten und kreativ zu sein, hat genauso seine Qualitäten und erfüllt mich.

Ihre Videos sind oft sehr blaulastig und passen sowieso visuell sehr gut zusammen. Ist es Ihnen wichtig, dass die Ästhetik rund um PAENDA kohärent ist?

PAENDA: Ja sehr! Ich liebe Fotografieren und Grafikarbeiten, dementsprechend wichtig ist es mir, dass auch das Bild von PAENDA stimmt. Ich finde, dass das Auftreten genauso wichtig ist wie die Qualität der Produktion.

Wie und wann haben Sie mit dem Musikmachen angefangen?

PAENDA: Ich habe eigentlich nie nicht Musik gemacht. Zwischendurch war der Fokus nicht immer darauf gerichtet, aber grundsätzlich habe ich schon als kleines Kind immer für mich gesungen und dann in der Volksschule im Chor begonnen.

Was sind die Stärken und was die Schwächen der österreichischen Musikszene?

PAENDA: Die Stärken sind meiner Meinung nach, dass es extrem viele gute Musikerinnen und Musiker gibt, die unglaublich talentiert und kreativ sind und vor allem was weiterbringen wollen. Jedoch empfinde ich es als Schwäche, dass es, da Österreich so klein ist, eine Gruppenbildung gibt, die es einem schwer machen kann, wenn man nicht dazu gehört. 

Oft höre ich von weiblichen Artists, dass sie Angst davor haben, von ihren Produzenten in die Kategorie „hübsche Sängerin“ geschoben zu werden. Wie haben Sie dies als Frau in der Musikbranche erlebt?

PAENDA: Ich habe, ehrlich gesagt, auch schon einige Dinge erlebt, die mich ziemlich vor den Kopf gestoßen haben, weil ich nicht dachte, dass sie in dieser Form noch existieren. Allerdings merke ich auch, dass mir immer mehr Respekt entgegengebracht wird, je sicherer ich mir und meiner Sache werde. Da wird dann das Aussehen zur Nebensache.

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Paenda (c) Christina Horn

„Niemals aufhören oder aufgeben!“

Welche Tipps würden Sie jungen Musikerinnen und Musikern geben, die gerade in den Startlöchern stehen?

PAENDA: Niemals aufhören oder aufgeben! Haltet an euren Wünschen und Träumen fest, weil sie das sind, was eure Motivation am Leben hält. Die Liebe zu dem, was man tut, sollte immer über allem stehen, damit sie unter dem Druck der anderen Dinge nicht stirbt.

Wie sehen Ihre Pläne für 2018 aus?

PAENDA: Auf jeden Fall so viel wie möglich live spielen, einiges Tolles ist ja schon in Planung. Vielleicht geht sich in der zweiten Jahreshälfte ja auch eine kleine Tour aus. Auch auf die nächsten Singles und die dazugehörigen Videos freue ich mich schon!

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Anne-Marie Darok

PÆNDA live
24.02. Klangfarbe, Wien
07.02. The Loft, Wien

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