Lokai zu Gast im Rhiz

Seit einigen Jahren bereits erschaffen Florian Kmet und Stefan Németh (Radian) gemeinsam unter dem Namen Lokai nun schon Musik, die ihre Hörerschaft dazu verleitet, die das  Party-Hütchen ausnahmsweise einmal im Schrank zu lassen und sich stattdessen lieber dem Kopfkino hinzugeben. Was der Gitarrist und der Elektroniker kunstvoll betreiben ist nämlich das musikalische Ausloten des klanglichen Ausdruckspektrums der E-Gitarre sowie der Versuch, dieses in die elektronische Musik einfließen zu lassen. Auf diesem Wege lassen die beiden experimentierfreudigen Künstler vielschichtigste pulsierende Klanggebilde entstehen, welche die verschiedensten stilistischen Ausformungen annehmen können. Am 11. April laden Lokai zu einem ihrer seltenen Konzerte in Wiener Gürtellokal Rhiz.

Florian Kmet und Stefan Németh sind zwei Musiker mit einer ganz eigenen musikalischen Vision. In welchem Kontext auch immer agierend, sie sind stets vom Willen getrieben, mit herkömmlichen Begrifflichkeiten zu brechen und neue Wege zu gehen. Gemeinsam verfolgen der Gitarrist und der Elektroniker schlicht das Ziel, Musik abseits jeglicher Konventionen zu erschaffen. Und diese kommt einer Form der reinen Klangkunst schon sehr nahe. Denn was die beiden überaus experimentierfreudigen Köpfe betreiben, ist das Spiel mit den Phänomenen der Klänge. Sie bearbeiten diese, modeln sie um und führen die sich aus diesem Prozess ergebenden klanglichen Elemente in einer Art und Weise zusammen, wie man es sonst nur von KünstlerInnen der Elektroakustik her kennt. Das, was das Duo musikalisch auf den Weg bringt, ist zwar nicht gerade von jener Sorte, die man als leichte Kost bezeichnet. Man muss sich ihr, um sie vollends genießen zu können, öffnen. Tut man dies aber, eröffnen sich weitläufigste Klanglandschaften, in deren Tiefe man sich schnell verlieren kann.

Lokai erschaffen eine faszinierende Variante moderner, elektro-akustischer Musik, die von ungemeiner Dichte und einem verträumt wirkenden, melancholischen Charakter ist. Den musikalischen Ausgangspunkt bilden Sounds, welche auf unterschiedlichste Weise durch Florian Kmets Spiel an der Gitarre generiert und in weiterer Folge von  Stefan Némeths experimentellen elektronischen Bearbeitungen einer neuen klanglichen Ebene zugeführt werden.  Was am Ende steht, sind ungemein vielschichtige und facettenreiche Klanggebilde, die sich irgendwo zwischen einer vollkommenen Stille und wilden Noiseausbrüchen hin und her pendeln.

Das Konzert im Rhiz bietet eine der seltenen Gelegenheiten, sich von der Genialität dieses Wiener Experimentalduos und dessen außergewöhnlichen musikalischen Qualitäten zu überzeugen. Freunde der etwas anderen Klänge, werden auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. (mt)

http://www.myspace.com/lokai
http://rhiz.org