Wer das bisherige Schaffen von Anna Kohlweis, sei es einst als Paper Bird oder nun als Squalloscope, mitverfolgt hat, weiß, dass sich die aus Kärnten stammende und inzwischen in Wien lebende Liedermacherin und Geschichtenerzählerin in den vergangenen Jahren ihr ganz eigenes, bunt schimmerndes und fantasievolles musikalisches Universum erschaffen hat, eines, in dem sie, von allem einengenden Denken losgelöst, uneingeschränkt ihre Vorstellungen umsetzen kann. Was sie auch auf ihrer nun erscheinenden neuen Fünf-Track-EP “Desert” (Seayou Records) auf sehr eindrucksvolle Art tut.
Musikalisch folgt Scalloscope einem Pfad, der, grob gezeichnet, irgendwo zwischen Imogen Heap und Björk durchführt, das heißt detailverliebte Samplearbeit, klangliche Vielfalt, Experimentierfreude, stilistische Autarkie und ein Mehr an bedeutungsvoller Tiefe und Intimität – mehr als sonst im Popsektor üblich. Man merkt deutlich, dass die 1984 in Klagenfurt geborene Künstlerin, die vom Songwriting inklusive der Texte, auf deren kunstvolle Ausarbeitung sie besonderen Wert legt, über die Aufnahme bis hin zur Videoproduktion und dem Artwork quasi alle Fäden selbst in der Hand hält, sich auch bei ihrer EP alle Mühe gegeben hat, sich dem schablonenhaften Korsett des gängigen Pop zu widersetzen.
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Squalloscope führt auf der „Desert“-EP ihren bereits auf dem Debüt „Soft Invasions“ eingeschlagenen Weg konsequent weiter, jenen, der mehr als nur ein interessantes Kontrastprogramm zum unzählige Male Produzierten darstellt. Ihre Musik ist eine, die wirklich berührt und auch aufgrund ihrer Vielschichtigkeit ihr Pulver nicht schon nachdem ersten Mal Anhören verschießt. (mt)
Desert-EP
VÖ digital, 25.11.2013
Foto Squalloscope © Andreas Jakwerth