SONIC GROUNDS – Site-specific Sound Performance

Wann

25.10.26 
17:30

Wo

Funkhaus
Argentinierstraße 30a, Wien, 1040

Veranstaltungstyp

SONIC GROUNDS ist ein experimentelles Musikformat, das site-specific Konzerte, Performances und Open Studios miteinander verbindet. Die Reihe umfasst mehrere
Editionen, die jeweils im Dialog mit der besonderen Architektur des Funkhauses entstehen und Musik als offenen Prozess erfahrbar machen. Das Programm bringt dabei Inhouse Artists von NeverAtHome mit externen Musiker:innen zusammen und schafft so neue Begegnungen zwischen unterschiedlichen künstlerischen Perspektiven.

Die vierte Ausgabe von SONIC GROUNDS, kuratiert von Lorenz Vak, widmet sich der Verbindung von Sound, Raum und Wahrnehmung. Dabei schwingt ein Hauch von Nostalgie mit. Eine Erinnerung an eine Zeit, in der man Musik noch aktiv suchen musste, anstatt sie auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. In den ehemaligen Ö1-Studios des Funkhaus Wien bricht die Veranstaltung mit dem klassischen Konzert Setting: Anstelle einer zentralen Bühne und einer fixen Perspektive des Publikums schaffen NeverAtHome und Lorenz Vak eine dezentrale Hörsituation, die dazu einlädt, den Raum aktiv zu erkunden und ihn als Teil der Performance zu erleben.

Den Auftakt macht Natasha Moreno mit ihrem Projekt POSTRAVE, einer melancholischen Reflexion über das Verschwinden der Ravekultur, die sich zwischen Kritik und Hommage bewegt. Mit ihrem Buchla-Synthesizer entwickelt Moreno ein Live-Set, das zwischen Erinnerung und Auflösung schwebt.
Anschließend folgt ora et labora, deren verträumte Synthesizer-Kompositionen, expressive Vocals und treibende Live-Drums von Alexander Yannilos intime und zugleich intensive Klanglandschaften schaffen.
Beide Performances werden von Live-Visuals begleitet und entfalten sich im dezentralen Setting des Funkhaus, wodurch die Architektur selbst zu einem aktiven Bestandteil des Hörerlebnisses wird.

Programm
17:30 Geführte Studiotouren / Open Artist Studios im Funkhaus
19:00 Beginn der Performances
Tickets

ABOUT

Natasha Moreno
Natasha Moreno ist eine in Wien lebende Chemikerin und Live-Soundkünstlerin, die ihre Wahrnehmung wissenschaftlicher Erkenntnisse in konzeptuelle Kunstformen übersetzt. Ihre Arbeit ist tief mit ihren inneren psychischen Prozessen und persönlichen Kämpfen verbunden und setzt diese in Installationen, Klangperformances und Skulpturen um. Inspiriert von Phänomenen aus unterschiedlichen Disziplinen – etwa Mikrotonalität in der Musik, der Symmetrie von Kristallen in der Chemie oder selbstformenden und selbstzerstörerischen Kunstprozessen – überträgt sie deren Prinzipien in ihre künstlerische Praxis und schafft so ein unvollkommenes und zugleich stimmiges künstlerisches Universum.

Ora et Labora
Ora et Labora ist das alias der Wiener Musikerin und Producerin Leonie Tabea Kudler. Während in ihrer Kindheit klassische Musik und Filmmusik eine erste Verbindung zur Welt der Töne schufen, zehrt ihr heutiges Schaffen von Einflüssen aus Synthpop, Post-Punk, Industrial, Gabba und experimenteller Elektronik. Auch die Liebe zur Sprache hat sich bei ihr bereits früh abgezeichnet und ist somit – in welcher Form auch immer – seit sie denken kann, allgegenwärtig. Neben der Musik war auch das  Schreiben und Sprache an sich ein wichtiges Werkzeug und Ventil, um ihr reges Innenleben für sich selbst und andere greifbarer zu machen. Verträumte Synthesizer-Kompositionen, hallende Vocals und treibende Beats bilden eine rohe und zugleich zarte Ebene. Hier entwirft ora et labora intime Klanglandschaften, die ihr Publikum auf eine Reise in ihr Innerstes mitnehmen.

Alexander Yannilos
Alexander Yannilos ist ein Wiener Schlagzeuger, Produzent und Tontechniker, der in Jazz, improvisierter und zeitgenössischer Musik ebenso aktiv ist wie in Pop, experimenteller Clubmusik sowie Film- und Theaterproduktionen. Er arbeitet in Projekten wie MOTHERDRUM, /kry und P:Y:G, produziert zahlreiche Aufnahmen und gründete den Verein FREIFELD sowie das Label FREIFELD TONTRAEGER. Neben seiner umfangreichen Studio- und Live-Soundarbeit wurde er 2017 mit dem Startstipendium des österreichischen Bundeskanzleramts ausgezeichnet.

Lorenz Vak
Lorenz Vak (1999) ist ein Wiener Musiker und Künstler, dessen Praxis sich zwischen Musik, visueller Kunst und kollaborativen Produktionsformen bewegt. Seit 2021 studiert Vak in der Klasse für Digitale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien, wo er sich mit den Schnittstellen von Klang, Raum und visueller Kunst auseinandersetzt. Seine ersten öffentlichen Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Produzenten Wandl unter dem Namen AARØN erschien 2023 sein Debüt, welches unter anderem beim Wiener Popfest präsentiert wurde. 2024 realisierte er mit Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien eine Release-Performance mit Band in der Zwinglikirche. Im selben Jahr war er Gitarrist der Live-Band von Bibiza und spielte im Rahmen der Festivalsaison zahlreiche Konzerte.
Mit seinem Einzug ins Wiener Funkhaus und der dortigen Arbeit im Umfeld von NeverAtHome entwickelte sich ein produktiver Kontext für neue Kollaborationen. Vak arbeitet dort regelmäßig mit Künstler:innen der Wiener Szene zusammen und unterstützt sie in der Produktion und Entwicklung ihrer Musik.

NeverAtHome
NeverAtHome ist eine urbane Kulturinitiative, die seit 2021 Ausstellungen, Performances und
interdisziplinäre Projekte in Zwischennutzungen realisiert. Im November 2024 eröffnete sie ihren vierten
Standort in Wien – das ehemalige ORF Funkhaus mit 50 Studios für über 75 Künstler:innen,
Musiker:innen und Kulturschaffenden. Seit der Zwischennutzung im Funkhaus bildet der
Programmbereich Musik einen zentralen Schwerpunkt.

 

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