
Dass Daniel Pabst kein stinknormales Singer-Songwriter-Album abliefern würde, war aufgrund seiner bisherigen musikalischen Vergangenheit eigentlich klar. Aus dem Jazz stammend und auch den experimentellen und eher krachigen Klängen nicht abgeneigt, zeigte der Wiener auf „Songs For A Hopeless Minder” jedoch erstmals seine andere musikalische Seite, die dann doch deutlich mehr im Song verhaftet ist, denn in dem sonst von ihm gewohnten Kontext.
Der 1971 in Wien geborene Musiker hat das Lied für sich entdeckt. Natürlich interpretiert er dieses auf seine eigene Art und Weise, dennoch sind seine Songs einer gewissen Struktur unterworfen, wodurch sie sich auch in einen popmusikalischen Kontext rücken lassen. Dieser zeigt sich aber erfreulicherweise weit abseits jeglicher Lagerfeuerromantik angesiedelt. Daniel Pabst geht in seinen Songs sehr reduziert zu Werke, verzichtet auf allen klanglich ausufernden Ballast und erschafft auf diesem Wege Musik, die vor allem ihrer Unaufgeregtheit viel Atmosphäre entwickelt.
Es sind alleine sein variantenreiches und vielschichtiges Gitarrenspiel, sein zerbrechlich wirkender Gesang sowie vereinzelte elektronische Spielerein, welche die Grundlage der letztlich doch sehr abwechslungsreichen und allen Konventionen enthobene Klangreise bilden. Die Grundstimmung ist eine eher melancholische, jedoch, und das ist das Schöne an der ganzen Sache, nie eine die gängigen popmusikalischen Klischees bedienende.
Daniel Pabst hat seine eigene unverkennbare musikalische Sprache, sich über das Lied auszudrücken, gefunden, eine, die Tiefgang und Klasse besitzt und je öfter man sie sich zu Gemüte führt, an Anziehung gewinnt. Es ist nämlich genau das, was sich fast unhörbar unter der Oberfläche abspielt, was den Unterschied zu vielen anderen Singer-Songwriter-Entwürfen ausmacht. Und genau dies macht das Ganze letztlich auch einer so spannenden Sache. (mt)
Foto Daniel Pabst: Christian Schienerl
Daniel Pabst