Mit „The Moon is not there when nobody looks“ (Boomslang Records) legt der in Berlin lebende österreichische Schlagzeuger Valentin Schuster mit seinem Projekt WOOBLE8 ein Album vor, das sich nur schwer in gängige musikalische Kategorien einordnen lässt. Es bringt experimentellen Metal, Jazz und freie Improvisation auf ungewöhnliche Weise zusammen und entwickelt daraus einen Sound, der ständig zwischen unterschiedlichen musikalischen Zuständen wechselt. Gemeinsam mit Sofia Salvo am Saxofon, Sebastian Pfeifer an den Synthesizern und Dan Peter Sundland am Bass entwickelt Schuster eine Musik, die immer wieder ihre Richtung verändert.
Schon rhythmisch bewegt sich das Album abseits vertrauter Bahnen. Komplexe Patterns, elektronische Texturen, schwere Bassläufe und kantige Metal-Anklänge treffen auf offene, improvisatorische Passagen und bisweilen fast minimalistische Momente. Dabei wirkt das Zusammenspiel keineswegs beliebig. Vielmehr entsteht aus den unterschiedlichen musikalischen Bausteinen ein Sound , der seinen ganz eigenen Charakter entwickelt. WOBBLE8 klingen weder wie ein Metalprojekt mit Jazzanteilen noch wie ein improvisierendes Ensemble, das sich gelegentlich in härtere Gefilde wagt.
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Spannend ist vor allem, wie die fünf Stücke ihre Wirkung aus wechselnden Intensitäten und Zuständen beziehen. Auf dichte, düstere und beinahe chaotisch organisierte Abschnitte folgen reduzierte Passagen, bevor die Musik wieder anzieht, sich verdichtet oder unvermittelt in einen kräftigen Groove kippt. Elektronische Klänge verleihen dem Ganzen dabei immer wieder eine futuristische Färbung. An manchen Stellen könnte die Musik durchaus als eigenwilliger Soundtrack zu einem Science-Fiction-Film durchgehen – allerdings zu einem, dessen Handlung ständig ihre Richtung ändert.
Hinter dem Album steht Schusters Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Vorstellungen von Realität und den Grenzen menschlicher Wahrnehmung. Diese Idee wird jedoch nicht ausformuliert, sondern vor allem musikalisch erfahrbar gemacht. „The Moon is not there when nobody looks“ ist damit weniger ein Album, das sich über einzelne stilistische Referenzen erschließt, als eines, das seine eigene Logik entwickelt. Gerade diese Unberechenbarkeit macht den Reiz dieses ungewöhnlichen Debüts aus.
Michael Ternai
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WOOBLE8 live
20. September: Jazzexzess House of Music, Berlin
25. September: Jazzclub Villingen, Villingen
26. September: Freakshow Art Rock Festival, Würzburg
02. Oktober: Freaques de la Musique Tor 9, Bremen
03. Oktobe: KuBa Jena, Jena
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Valentin Schuster
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