Die Universität für Musik und darstellende Kunst ist von 4.-11. Juli das Zentrum der traditionellen Musik. Bereits auf der Pressekonferenz war das Spannungsverhältnis von “transmission of music” versus “property rights” eines der bristanten Themen der 39th World Conference of the International Council for Traditional Music.
TeilnehmerInnen aus 70 Ländern tauschen sich im International Council for Traditional Music nicht zuletzt in über 400 Referaten über neueste Entwicklungen und die Relevanz von Ethnomusik im Allgemeinen aus, sondern legen darüber hinaus den Grundstein für zukünftige Entwicklungen. Wim von Zantan, Chairman des Komitees, sprach bereits in der Pressekonferenz am Montag das Spannungsverhältnis von “transmission of music” versus “property rights” an. Eine spannende Woche ist garantiert.
Die Hegemonie der westeuropäischen Kunstmusik in der Musikwissenschaft aber auch im Konzertbetrieb aufzubrechen und anderen musikalischen Gattungen entgegenzustellen, das ist ein wesentlicher Focus von Ethnomusikkonzepten. Traditionelle Musik steht dabei immer wieder im Spannungsverhältnis ein wirkmächtiges Instrument des Nationalismus als auch der Interkulturalität zu sein. Der Bewusstmachung dessen darf sich die traditionelle Musik ebenso wenig verschließen wie Diskursen über das immaterielle Kulturerbe. “Die Forschungen zu indigenen Kulturen, wie z.B. den Aborigines in Australien haben eine wichtige politische Auswirkung”, so Stephen Wild, Mitglied des International Council for Traditional Music. Traditionale Musik ist immer auch in seinem politischen Konnex zu verstehen. “Die Disziplin war von Anfang an in gewissem Sinne politisch aktiv, nämlich im Sinne der Gruppierungen und Kulturen, die eine gewisse Minderbewertung erfuhren”, so ist es zumindest den Presseunterlagen des österreichischen Nationalkomitees zu entnehmen.
Traditionelle Musik sollte nicht auf Volksmusik im engeren Sinn reduziert werden. Traditionelle Musik umfasst Populärmusik ebenso wie klassische und städtische Musik aller Länder. Kaum ein Feld kann so spannende Diskussionen hervorrufen wie traditionelle Musik. Ein Schwerpunkt wird aber sicherlich auf Musik von Minderheit(en) liegen, nicht zuletzt als Reaktion auf die kulturellen Unterschiede im Zeitalter der Globalisierung. Inwiefern Konzepte des Urheber- und Eigentumsschutzes, der “all rights are preserved”-Ideologie, bei traditionellen Musikkonzepten zielführend für die Bewahrung und Verbreitung der kulturellen Vielfalt sind wird sicherlich Ausgangspunkt vieler interessanter und spannender Diskussionen werden. (ma)
Mehr Informationen über das Programm sowie weiterführende Unterlagen finden auf der ICTM2007 Webseite
Fotos: mica / Martin Aschauer


