Thalija zählen ohne Zweifel zu den interessanteren Vertretern der heimischen Pop/Rock-Szene. Und das nicht nur, weil es sich in diesem Falle um eine 15-köpfige Formation handelt, sondern weil diese auch noch hervorragende Musik zu produzieren in der Lage ist. Mit “Thalija II” erscheint nun auch das neue Album, welches dem Publikum am 2. April in der Grazer Postgarage präsentiert wird.
Zwar stand die Band zu Beginn ihrer Karriere ohne Name da, dennoch war es schon nach den ersten Proben klar, dass es das Ziel der Band sein sollte, sich von der Masse heimischer Popbands abzuheben. Anfangs bildete noch eine klassische Rockformation – Schlagzeug, Bass und Gitarre – die Basis von Thalija. Im Laufe der Zeit kamen aber immer neue MusikerInnen hinzu, sodass man heute eher von einem Orchester, denn von einer Band sprechen kann. Bei so viel musikalischem Input fällt es zu dem nicht wirklich leicht, eine genaue Stilbeschreibung der Musik vorzunehmen. Eine konsequente Weigerung, sich den Gesetzen des Pop zu unterwerfen, bilden das einigende Moment der Mitglieder. Vielmehr legt man darauf wert, die Stücke in Form von Improvisation entstehen zu lassen. Das Experiment steht dabei im Vordergrund. So bilden teils endlos geloopte Samples den Ausgangspunkt, um die in Folge intensive Soundteppiche gewoben werden. Dazu gesellen sich Rock und eine ordentliche Portion avantgardistischer Improvisations-Musik, angefangen vom Freejazz bis hin zu freieren Formen der Elektronik. Zudem fügen die Lyrics von Magali Arnoux und eloui_f dem ohnehin schon schlüssigen Konzept eine weitere spannende Dimension hinzu. “Thalija II” (Pumpkin Records) knüpft in seinen Stärken nahtlos an das Vorgängeralbum. Die Songs entwickeln sich langsam, verdichten sich zunehmend bis sie am Ende in einer intensiven und nicht vorhersehbaren Soundcollage aufgehen. Das 15-köpfige Kollektiv hat somit seine eigene Nische gefunden, welche es so unverwechselbar macht. Wer jetzt aber meint, es handle sich hier um komplexe Kopfmusik, der irrt. Die Musik von Thalija fesselt den/die HörerIn vom ersten Moment an. Natürlich braucht es seine Zeit, aber die sollte man dem neuen Album auf jeden Fall gewähren. Es lohnt sich.
Michael Ternai

