sound:frame Festival

Wien präsentiert sich einen Monat lang als Metropole der visuellen Kunst. Vom 18. Jänner bis 9. Feber stehen im Rahmen des sound:frame Festivals diverse Fixpunkte der Stadt ganz im Zeichen der audiovisuellen Kultur. Neben dem Hauptprogramm bietet die Veranstaltung an den Wochenenden auch zahlreiche Live Events bei denen das Publikum das faszinierende Zusammenspiel aus Sound und Projektionen genießen kann.

Die mehrwöchige Veranstaltungsreihe, die heuer bereits zum zweiten mal über die Bühne geht, beleuchtet vor allem das Schaffen von VJs und Visualisten, deren Arbeit in einem Club oder diversen anderen Events häufig zu Unrecht in eine Art Nebenrolle gedrängt wird und im Schatten der umjubelten Djs oft verkannt wird. Die Veranstalterteam um Kuratorin Eva Fischer des sound:frame Festivals versucht dieses Vorurteil ein für alle Mal aus dem Weg räumen und den Visualismus als eine eigenständige und unabhängige Kunstform zu präsentieren. Dazu kommt, dass international gerade Wien als eine der Metropolen der audiovisuellen Kultur gehandelt wird, ein Umstand der wirklich allen, außer eben den Wienern selbst, bekannt zu sein scheint. Nirgendwo sonst wird so viel Technologie für den visuellen Bereich entwickelt, die weltweit zum Einsatz kommen.

Das mag unter Umständen auch ein Grund dafür gewesen sein, dass es eigentlich recht leicht gefallen ist, ein solch beeindruckendes Line Up zusammenzustellen. Mehr als hundert heimische wie internationale Audio-/Video-Künstler/Innen werden einen Monat lang an den diversen Veranstaltungsorten zu sehen beziehungsweise zu hören sein. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine deutliche Steigerung des Angebotes an Videoarbeiten, Performances und Installationen. Der inhaltliche Schwerpunkt des Festivals liegt nach wie vor auf der elektronischen Musik und deren visueller Umsetzung. Die Veranstalter haben dabei auch besonders darauf geachtet, das Programm so facettenreich, qualitativ hochwertig und zu allen Seiten offen wie möglich zu gestalten. Nun, bei näherer Betrachtung ist es ihnen auch durchaus gelungen.

Neu sind in diesem Jahr auch die zahlreichen Workshops, in denen Visualist/Innen, Soundkünstler/Innen und Interessierte ihren Wissensdrang befriedigen können. Den Besuchern wird beim sound:frame Festival auf alle Fälle einiges geboten, wo sonst vermengen sich Party und Kunst auf solch gelungene Art und Weise.
Michael Ternai

sound:frame 2008