Wie die Zeit doch vergeht. Zehn Jahre ist es nun her, dass die Remise in Bludenz ihre Tore für die Öffentlichkeit geöffnet hat und seitdem das Publikum mit einem hochklassigen Programm verwöhnt. Anlässlich dieses runden Jubiläums findet vom 6. bis zum 9. November eine Festveranstaltung statt, die alle Vorzüge dieses Hauses vereint.
Seit Anbeginn steht die Remise Bludenz für eine sehr offene künstlerische Auseinandersetzung zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen traditionellen Ansätzen und neuen Sichtweisen. Sie ist in der Region vielleicht der Ort, an dem der rege kulturelle Austausch zwischen KünstlerInnen und Publikum stattfindet, sie ist der Ort, an dem neue Ideen geboren werden. Das Programm des Hauses war stets Abbild aktueller Strömungen und neuer Entwicklungen. Über die Jahre hinweg wurden den BesucherInnen immer wieder überraschende Einblicke in unterschiedliche Kunstformen ermöglicht. Jazzveranstaltungen fanden im selben Maße statt, wie Weltmusik- und Klassikkonzerte, Ausstellungen genauso wie Diskussionsrunden.
Das Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten spiegelt genau diese Offenheit und Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten, in hohem Maße wider. Den Anfang macht am 6. November mit Lorenz Raab ein Musiker, der zu den experimentierfreudigsten heimischen Jazzern zählt. Für den Trompeter gibt es kaum ein Genre, in dem er sich nicht wohl fühlt. Egal ob Klassik, Jazz, Neue Musik, Tanz, afroamerikanische Rootsmusik oder HipHop. Gemeinsam mit seiner Formation xy Band beweist der Oberösterreicher eindrucksvoll, wie dehnbar der Oberösterreicher den Begriff der Tradition definiert.
Auch der darauffolgende Tag steht ganz im Zeichen des Jazz. Vibraphonist Flip Phillip und der international bekannte Vorarlberger Jazzgeiger Andi Schreiber tun sich mit dem Vorarlberger Jazzorchester zusammen, um sich auf eine Reise durch die Geschichte ihres Genres zu machen. Liebhaber der Klassik kommen dann am Samstag auf ihre Kosten. MusikerInnen des Symphonieorchesters Vorarlberg, des Beethoven Orchesters Bonn, der Wiener Symphoniker und der Volksoper Wien präsentieren Igor Strawinskys legendäre Erzählung “Die Geschichte vom Soldaten”.
Seinen Abschluss findet das Festival am 9. November mit einem “Tag der Musik”. Passend zu einem am Vormittag stattfindenden Heurigenkonzert laden die Strottern die BesucherInnen zu einem gemütlichen morgendlichen Buffet. Am Nachmittag führt das Ensemble Bazaar das Publikum dann noch einmal durch die Welt der österreichischen Barockmusik, bevor mit dem Konzert des “Quartetts für das Ende der Zeit” schließlich endgültig der Vorhang für das diesjährige Remise Festival fällt. (mt)

