One Two Three Cheers And A Tiger & Navel im RockhouseDass Musik soundtechnisch nicht immer glattpoliert aus den Boxen schallen muss, stellen am 28. Jänner im Salzburger Rockhouse die jungen Bands Navel und One Two Three Cheers And A Tiger unter Beweis. Wenn diese beiden Combos einmal die Bühne betreten, gibt es kein halten mehr. Die BesucherInnen erwartet an diesem Abend Rock der eher dreckigen Sorte. Laut, wild und so richtig schön räudig.
Manchmal bedarf es eben nicht großer Spielfertigkeiten, um gute Musik zu produzieren. So verhält es sich zumindest bei One Two Three Cheers And A Tiger. Dem Quartett geht es schlicht und einfach um die Attitüde des Rock’n’Roll. Und das in einer sehr reduzierten Form. Nein, das große Herumfeilen und Experimentieren ist nicht die wirklich die Sache der vier Wiener Musiker Andy, Daniel, Jakob und Martin. Aber vielleicht ist es gerade dieser offen zelebrierte “Nichtperfektionismus”, der den Songs das gewisse Etwas verleiht. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass das Debüt im eigenen Proberaum ganz ohne Studioequipement aufgenommen worden ist. One Two Three Cheers And A Tiger machen schlicht und einfach das, was sie wollen. Stilistische Konzessionen an irgendwelche moderneren Einflüsse macht die Band keine. Warum auch, die Tracks rocken auch ohne Zutun stilfremder Elemente was das Zeug hält. Da fallen auch die gelegentlichen Zitate von The Strokes und den Babyshambles nicht wirklich ins Gewicht.
Bereits einen Schritt weiter ist das Schweizer Trio Navel. Nicht viele junge Bands können von sich behaupten, bereits im Vorprogramm solcher internationaler Größen wie Queens Of The Stone Age, Wolfmother oder Turbonegro gespielt zu haben. Musikalisch verschlägt es Navel in die gleiche Richtung. Das Debütalbum “Frozen Souls” erhielt durch die Bank erstklassige Rezensionen und fand auch bei Rockfans großen Anklang. Aber was will man auch anderes erwarten, wenn die Songs im Zuge der Aufnahmen durch die Finger solcher namhaften Produzenten wie Peter Deimel (Tocotronic), Patrik Majer (Wir sind Helden) und Howie Weinberg (Nirvana, Soundgarden) gewandert sind. Herausgekommen ist dabei ein Gesamtsound, der fetter wohl nicht sein kann. Navel vereinen laute Gitarre, mit groovenden Bassläufen und ordentlich scheppernden ganz nach alter Schule. Dazu die gequälte, heisere Stimme des Sängers Jari Altermatts, die nicht selten Assoziationen zu den Grungegöttern Nirvana hervorrufen. (mt)

